Telekom stockt gedrosseltes Datenvolumen auf

von Anne Fröhlich

· 2 min Lesezeit

Die Diskussion um die Drosselungs-Pläne der deutschen Telekom hat scheinbar zu einem Mindestmaß an Umdenken geführt. So veröffentlichte der Konzern gerade eine Pressemitteilung, in der eine Änderung in den Vertragskonditionen angekündigt wird: Statt einer Drosselung auf 384 KBit/s wird die Surfgeschwindigkeit nur auf 2 MBit/s reduziert. Die Digitale Gesellschaft wertet das als Ablenkungsmanöver.

Die Drosselungspläne

Es ist längst in aller Munde: Die Telekom hat ihre Tarifstruktur umgestellt. Ab 2016 sollen alle Internetnutzer mit Telekom-Vertrag nach dem Überschreiten eines gewissen Datenvolumens eine Drosselung ihrer Surfgeschwindigkeit auf 384 KBit/s erfahren. Beim Basistarif liegt diese Volumengrenze schon bei 75 Gigabyte – bereits heute für drei- bis vierköpfige Haushalte schnell erreicht. In drei Jahren wird es sicherlich noch mehr Technologien geben, die uns Webinhalte schnell, hochwertig und damit datenintensiv nach Hause bringen. Weitere Kritik hagelte es, als herauskam, dass die Telekom einige Dienste aus der Berechnung des Datenvolumens heraushalten wolle, zum Beispiel Spotify, mit denen eine Kooperation läuft. Das heißt im Klartext: Wer mit der Telekom als Dienste-Anbieter eine Kooperation eingeht, wird in Hinblick auf die Inklusivvolumina bevorzugt. Das ist für viele eine Verletzung der Netzneutralität und hat zu umfassenden Diskussionen geführt. Eine Petition gegen die Drosselungspläne der Telekom hat bereits fast 200.000 Unterstützer gesammelt.

Gegenmaßnahmen der Telekom

Die Telekom hat nun zumindest in Teilen eingelenkt. Bei einer Drosselung aufgrund der Überschreitung des Datenvolumens wird immerhin noch eine Surfgeschwindigkeit von 2 MBit/s angeboten. Das sei „deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung“. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, weitere Datenpakete zu buchen oder teurere Komplett-Flatrates abzuschließen. Diese Bestimmungen seien nicht in Stein gemeißelt, sondern dynamische Werte, die sich an den Markterfordernissen orientieren. Liegt der Durchschnittsverbrauch der Kunden im Jahr 2016 weit über 75 GB im Monat, so will die Telekom die Inklusivvolumina anpassen. Die Änderungen gelten rückwirkend für alle Verträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

 

Netzneutralität trotzdem in Gefahr

Die Digitale Gesellschaft sieht auch bei einer Surfgeschwindigkeit von 2 MBit/s Familien und Wohngemeinschaften benachteiligt. Damit könne man im Jahr 2016 maximal noch E-Mails lesen. „Videos, größere Downloads,die Synchronisierung von Daten in der Cloud, Livestreams und Spiele sind dann nicht mehr möglich“, so Markus Beckedahl, Vorstandsmitglied der Digitalen Gesellschaft. Außerdem sei mit der Erhöhung der Bandbreite das grundlegende Problem der Netzneutralität nicht gelöst. Nach wie könnten sich Dienste-Anbieter von der Zählung in die Inklusivvolumina freikaufen. Die Ankündigung der Telekom sei ein Ablenkungsmanöver, mit dem man versuche, den Schwung aus der Netzneutralitätsdebatte herauszunehmen.

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