Teil 1: Produkttest Apple MacBook Pro Unibody
Display, Tastatur und Trackpad
Bevor ich mir Dank des hiesigen Reformationstages ein verlängertes Wochenende, einschließlich bis nächsten Montag gönne, kommt hier und jetzt der erste Teil meiner Testserie zu Apples neuen MacBook Pro. Die letzten Tage konnte ich mit ihm ein wenig „rumspielen“ und möchte euch an meinen Erfahrungen teilhaben. Zunächst schenken wir dem Glossy-Display, der Tastatur und dem neuen Trackpad unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Hierbei soll es weniger um Benchmarks, noch andere objektive Beweismittel gehen, ganz und gar müsst ihr euch auf mein subjektives Empfinden verlassen. Starten wir anfangs mit einer Thematik, die in den letzten Tagen die Gemüter der Apfel-Gemeinde stark erhitzt hat…
Spieglein, Spieglein an der Wand
Apples Entscheidung nun auch im Pro-Sektor gänzlich spiegelnde Glossy-Displays zu verwenden sorgte für großen Unmut und vielerorts auch zu Unverstand über diese von Apple herbeigeführte Zwangslage. Konnte der Käufer beim Vorgängermodell noch zwischen mattem und glänzendem Bildschirm wählen, so hat er nun keinerlei Wahl mehr. Da hilft auch keine Petition oder angedrohte Kaufzurückhaltung, Apples Entscheidung steht. Wenn man sich die Integration des Displays in den Gehäusedeckel anschaut, so wird man ernüchternd feststellen, dass das Spiegeldisplay elementarer Bestandsteil des Designs ist. Die glänzende Oberfläche erstreckt sich nicht nur über den Bildschirm, sondern setzt sich bis zum Rand fort (Bild 1 der Diashow). Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass Apple einlenkt und eine matte Variante anbietet im Nachhinein. Dies würde das Gesamterscheinungsbild stören und scheint somit indiskutabel. Halten wir uns also nicht mit dem Gejammer auf und schauen uns lieber den Bildschirm in der Praxis an.
Was zunächst auffällt ist die schiere Helligkeit. Die LED-Hintergrundbeleuchtung macht sich vollends bezahlt. Verglichen mit meinem „alten“ schwarzen MacBook ist das neue MacBook Pro ein wahrer Leuchtturm, mein privates Schätzchen dagegen nur eine arme Funzel. Der eine oder andere wird vielleicht sogar die Helligkeit bewusst reduzieren wollen. Dass man dies nicht unbedingt von Hand erledigen muss, dafür sorgt der eingebaute Umgebungslichtsensor. Dieser befindet sich links neben der integrierten iSight-Kamera. Einfach mal zum Test den Daumen drüber halten, im Anschluss dimmt das Display und die Tastaturbeleuchtung wird aktiv. Doch wie sehr stört nun das Glossy-Display wirklich? Ich selber bin durch mein privates MacBook schon vorbelastet, sprich man hat sich daran gewöhnt und ignoriert es einfach. Wer dagegen eine Spiegelung sucht, der findet sie. Sicherlich, eine professionelle Bildbearbeitung (besonders mit dunklen Vorlagen) wird erschwert. Siehe hierzu Bild 2 unserer Bilderserie. Wie man erkennt, spiegelt sich der Autor dieser Zeilen vor allem im linken, dunklen Bereich des Displays. Wobei anzumerken ist, in der Realität sieht dies nicht ganz so dramatisch aus, die Belichtung der EOS 30D scheint hier etwas zu übertreiben. Für den alltäglichen Bereich wird man sich dagegen mit dem Glossy-Display anfreunden können. Der Profi bearbeitet seine Bilder so oder so zu Hause im abgedunkelten Raum am kalibrierten, farbechtem Zusatzmonitor.
Tastatur – Juhu sie ist gerade!
Ein anderes, zuweilen sehr subjektives Thema: die Tastatur. Ob schwarze Tasten auf einem silbernen Aluminiumgrund, schön oder gar ergonomisch sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Zumindest der Ergonomie wird mit der integrierten Beleuchtung genüge getan. Ansonsten ist dies reine Geschmackssache. Seit dem MacBook Air wissen wir, dass dies Apples neue Designsprache ist. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Apples Standard-Keyboard auch beim iMac oder MacPro mit einer schwarzen Klaviatur glänzt. Im Gegensatz zum von uns getesteten kleinen MacBook, gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Alle Tasten sind gerade, nichts steht schief und auch der Tastenhub kann überzeugen.
Wo ist denn die Taste hin?
Das neue Multi-Touch-Trackpad ist eine der sichtlichen Neuerungen am MacBook Pro. Wer die Gestensteuerung schon gewohnt ist, wird keine größeren Schwierigkeiten bei der Umgewöhnung in Kauf nehmen müssen. Für mich dagegen war es Anfangs ungewöhnlich, was aber nicht negativ zu sehen ist. Sicherlich verwirrt die meisten potentiellen Käufer, Apples Aussage, dass das Trackpad aus Glas besteht. Auch wenn dies stimmen mag, so verspricht das haptische Erlebnis nun nicht unbedingt eine „Wischtour“ auf der Fensterscheibe. Das Trackpad ist sichtlich glatt, ansonsten hat man allerdings das Gefühl ein „normales“ Apple-Trackpad zu benutzen.
Da ich nie ein großer Freund der Klicktaste war, freute es mich festzustellen, dass man nach wie vor das Trackpad auf „Tippen“ umstellen kann. Sprich, man muss nicht das gesamte Trackpad herunterdrücken um einen Klick auszulösen. Wer dies nicht mag, darf nun das gesamte Trackpad als Klicktaste nutzen. Auf Dauer finde ich dies allerdings etwas ermüdend. Etwas größer war die Umgewöhnung beim Ziehen von Icons bzw. Fenstern. Anfänglich war ich der fälschlichen Annahme, dies nun mit nur einem Finger bewerkstelligen zu müssen, sprich klicken und ziehen. Leider ist das Trackpad nicht unendlich groß, was zu einem Problem führt. Doch hier hilft es, einfach wie bei den alten Trackpads, zunächst mit dem rechten Daumen zu klicken und im Anschluss mit dem Zeigefinger zu ziehen. Die neuen Gesten für Expose und Programmwechsel sind schell erlernt und man möchte sie später auch nicht mehr wirklich missen. Auch die Definition des rechten Masuklicks im unteren Bereich ist nützlich, ein bewusstes „Vertauschen“ zwischen primären und sekundären Klick konnte ich in diesem Zusammenhang nicht feststellen. Zusammenfassend kann man sagen, dass das neue Trackpad einen echten Anwenderfortschritt darstellt.
Nächste Woche geht es weiter mit unserer Testserie, dann werden auch die Benchmark-Freunde auf ihre Kosten kommen.
Teil 2 des Produkttest findet sich hier.












