Tactus: Touchscreens mit echten Tasten
Endlich ein echtes, haptisches Feedback für euer Smartphone!
Die Tage, in denen Handys noch zehn oder mehr Tasten besaßen, sind längst gezählt. Aktuelle Smartphones haben meist nur noch einen Ein/Aus-Schalter, eine Lautstärke-Wippe, einen Home-Button und im besten Fall noch eine Taste, um die Kamera auszulösen. Auf der einen Seite eine durchaus positive Entwicklung, schließlich nutzen sich physikalische Tasten nach einiger Zeit ab und funktionieren nicht mehr wie gewünscht. Auf der anderen Seite ist das „Drücken“ von Tasten und Symbolen ohne jegliches haptische Gefühl einer der größten Nachteile der aktuellen Entwicklung. Texte und E-Mails lassen sich auf einem Touchscreen längst nicht mehr so gut verfassen, wie es mit echten Tasten möglich war. Blindes Schreiben ist auf einem Touchscreen eigentlich so gut wie unmöglich. Diesem Problem hat sich die Firma Tactus Technology angenommen. Sie möchte dem Smartphone-User in naher Zukunft ein fühlbares Feedback auf seinem Display verschaffen.
Das Unternehmen hat einen sogenannten „Tactile Layer“ entwickelt, mit dessen Hilfe Touchscreens endlich um physische Tasten bereichert werden können. Dabei handelt es sich um eine extrem flache Schicht, die statt des Deckglases auf ein Display gelegt wird und nicht dicker ist als eine herkömmliche Oberfläche. Öffnet der Benutzer jetzt die virtuelle Tastatur auf dem Smartphone, erhält er ein haptisches Feedback. Die fühlbaren Buttons werden durch die sogenannte Microfluid-Technologie erzeugt: Dabei füllen sich kleine Membranen mit Flüssigkeit und formen so Tasten, die aus dem Display „herauswachsen“. Werden die Tasten nicht mehr benötigt, verschwinden sie vom Display, ohne dass Rückstände zu sehen oder zu fühlen sind. Das hört sich nicht nur ziemlich gut an, es sieht auch echt cool aus:
Leider ist das Ganze noch nicht zu 100 Prozent marktreif. So müssen die Kammern, die sich letztlich mit der Flüssigkeit füllen sollen, vorher definiert werden. Einmal definiert, lassen sich die Tasten nachträglich nicht mehr ändern. Der Benutzer wird sich also entscheiden müssen, ob er die Tastatur lieber im Porträtmodus oder lieber im Querformat nutzen möchte.
Die Vorteile liegen auf der Hand
Das Schreiben ist mit fühlbaren Tasten wesentlich einfacher und die Gefahr, sich zu vertippen, sinkt deutlich. Zwischen den einzelnen Tasten werden wieder klare Grenzen spürbar, so dass man nicht aus Versehen auf einen benachbarten Button rutscht. Wahrscheinlich wird es sogar möglich sein, mehr oder weniger blind zu schreiben. Das wäre natürlich auch ein gigantischer Vorteil für Menschen mit Sehbehinderungen. Mit Fleksy ist zwar die erste virtuelle Tastatur für sehbehinderte Menschen in der Entwicklung, es ist jedoch selbsterklärend, dass es sich mit fühlbaren Tasten einfach besser schreiben lässt. Außerdem könnten die vordefinierten Buttons die Spieletauglichkeit von Smartphones enorm verbessern. Zwar gibt es einige Spiele wie Angry Birds, die sich wunderbar auf einem Touchscreen spielen lassen. Viele andere Spiele, bei denen ein virtuelles Gamepad eingeblendet wird, wären jedoch mit haptischen Tasten besser zu handhaben.
Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Technologie in Zukunft entwickeln wird. Die ausfahrbaren Tasten sollen in ungefähr einem Jahr die Marktreife erreichen. Was denkt ihr? Wünscht ihr euch wieder mehr Gefühl und Feedback bei der Bedienung?








