T-Mobile G1: Das erste Mal…

von sven-kaulfuss

· 3 min Lesezeit

…persönlich in der Hand
Am gestrigen Abend hatte ich das erste Mal persönlich die Gelegenheit das G1 in der Hand halt zu dürfen und den mit Android ausgestatteten „iPhone-Killer“ anzutesten. Zusammen mit meinen Kollegen aus dem Store und Produktmanagement, war ich bei einer T-Mobile-Verkaufsschulung zum besagtem Smartphone. Der Ablauf einer solchen Schulung folgt einem strengen Muster, die meiste Zeit verbringt man mit der Betrachtung informativer Powerpoint-Slides und interaktiven Gruppenspielen, in dessen Zusammenhang man das zu bewerbende Produkt auch antesten darf. Davor, dazwischen und auch danach bekommt man kleine Häppchen und Getränke um das Konzentrationsvermögen zu steigern. Soweit zum Rahmenprogramm, nun zu den Details.
In der ersten Hälfte durften wir uns mit dem neuen Tarifmodell des rosa Riesen beschäftigen. Dieses wurde im Vorfeld hier und da schon bekannt. Zukünftig wird T-Mobile keine Unterscheidung mehr machen, zwischen speziellen iPhone-Tarifen und anderen Vertragskonstrukten. Die Complete-Tarife fallen weg und werden zunächst im Februar durch Combi Flats ersetzt, im März folgen alsdann die Combi Relax Tarife, welche am ehesten mit den bisherigen iPhone-Tarifen vergleichbar sind, da hier entsprechende Minutenkontingente zur Verfügung stehen.

Wie schon bekannt sein dürfte, ist es zukünftig nur noch erlaubt diese Tarife mit einem Mobiltelefon zu nutzen, der Multisim-Einsatz am UMTS-Stick fällt weg, das Datenvolumen wird auf maximal 1 GB pro Monat begrenzt, danach wird die Geschwindigkeit gnadenlos gedrosselt. Warum geht T-Mobile diesen Schritt? Als Begründung wurde das Nutzungsverhalten der iPhone-Kundschaft herangezogen. Laut Aussage nutzten 5 % der Anwender die Multisim mit einem Notebook, und verursachten damit 95 % des Traffics aller iPhones im T-Mobile-Netz. Mit anderen Worten, die Netzstruktur wurde durch die Power-User in Mitleidenschaft gezogen, und man sah sich veranlasst die Bremse zu ziehen. Klingt logisch, oder? Hat meiner Meinung nach nur einen kleinen Schönheitsfehler. Dem Kunden steht es natürlich frei einen zusätzlichen Datentarif für seinen Mobilrechner abzuschließen. Im Maximalfall erhält man auf diese Weise 5 GB Traffic bevor gedrosselt wird. Nun ist es aber so, dass die UMTS-Zelle nicht unterscheidet zwischen Datenverkehr eines Mobiltelefons und dem eines reinen UMTS-Sticks, mit anderen Worten, beide teilen sich gemeinsam die zur Verfügung gestellte Netzstruktur. Weichen zukünftige Kunden auf dieses zweigleisige Tarifsystem aus (sprich Mobilfunkvertrag plus Datenvertrag fürs Notebook), hat T-Mobile nichts gewonnen um die Infrastruktur zu entlasten. Dafür steigt natürlich der Umsatz ;-).

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Star der Veranstaltung, dem Google Handy G1. Leider wurde mir untersagt, Detailbilder anzufertigen, da es sich wohl noch um Vorseriengeräte handelte. Macht aber nichts, seit gestern haben wir für unseren Store die ersten Stückzahlen erhalten, dürfen diese jedoch erst ab Montag ausstellen. Wir werden die Gelegenheit nutzen und nächste Woche einen CyberBloc-TV-Beitag hierzu erstellen. Nun aber zu meinem persönlichen Ersteindruck, ein vollwertiger Test war aufgrund der begrenzten Zeit natürlich nicht möglich.

Sicherlich lässt das G1 die Grazie eines iPhones vermissen, die durchaus nützliche aufschiebbare Tastatur, verhindert ein schmales Design. Im Ergebnis wirkt das G1 dann doch eher etwas klobig. Im Gegensatz dazu steht die Softwarearchitektur. Android hinterlässt einen durchweg guten Eindruck bei mir, die Steuerung ist halbwegs intuitiv und lässt Konkurrenzprodukte wie Windows Mobile weit hinter sich. Im Gesamtpaket kommt es dann jedoch noch immer nicht an das iPhone heran. Warum? Leider setzte man beim G1 nicht auf eine „One-Button-Bedienung“, ich meine damit im Übrigen nicht die Tastatur. Hat das iPhone nur einen Home-Button, so erschlägt das G1 dem Kunden mit 5 Knöpfen plus einem Trackball. Das man diese für die Steuerung hin und wieder auch tatsächlich benötigt, macht es unnötig kompliziert. Eine reine Touchscreensteuerung wie beim iPhone währe hier wesentlich konsequenter.

Grundsätzlich hinterlässt das G1 bei mir jedoch einen positiven Eindruck, meiner Meinung nach wird es sich zunächst zwischen Windows Mobile und dem iPhone positionieren. T-Mobile selbst sieht dies ähnlich, innerhalb der Veranstaltung wurde betont, dass das iPhone im Vertrieb immer noch die höchste Priorität besitzt, das G1 sieht man vielmehr als Ergänzung um zusätzliche Käuferschichten anzusprechen.

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