Surface: Microsoft stellt eigenes Windows 8-Tablet vor

von jakob-bokelmann

· 3 min Lesezeit

Microsoft zieht mit in den umkämpften Tablet-Markt ein
Lange haben die Gerüchte innerhalb der Branche gebrodelt, doch nun ist es offiziell: Am Montag stellte Microsoft auf einer Pressekonferenz in Los Angeles ein eigenes Tablet vor, das auf den Namen Surface hört und auf dem das neue Betriebssystem Windows 8 laufen wird. Eine große Überraschung war die Vorstellung des Surface nicht, Verwunderung löste sie allerdings trotzdem aus – schließlich hatte Microsoft-Geschäftsführer Steve Ballmer noch im Mai verlauten lassen, dass sich Microsoft bis auf die bekannten Ausnahmen im Konsolen- und Zubehörsegment lieber auf Hardware von Drittherstellern verlasse und der Fokus auch weiterhin maßgeblich auf Software liegen wird. Gut möglich allerdings, dass die Redmonder mit dem Surface einfach ein eigenes Referenzgerät für zukünftige Windows 8-basierte Tablets zur Hand haben wollen, auf das im Fall der Fälle verwiesen werden kann. Ob das gelingt?
Was das iPad kann, kann das Surface schon lange – und umgekehrt
Die bereits bekannten Hardware-Spezifikationen lassen zumindest keinen Zweifel daran, dass Microsoft mit dem Surface einen vielversprechenden Weg eingeschlagen hat, in einigen Punkten dem Marktführer iPad aber klar unterlegen kann. Das Surface kommt mit einem 10,6 Zoll großen Display im 16:9-Format mit einer Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln daher – gegen das 9,7 Zoll große Retina-Display des iPad 3 mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln kommt Microsoft nicht an. Dafür wird es das neue Tablet in zwei verschiedenen Ausführungen geben: Die Standardversion läuft mit dem Betriebssystem Windows 8 RT, wiegt 676 Gramm und ist 9,3 Millimeter dick. Angetrieben wird die Version von einem ARM-Chip; beim internen Speicher kann zwischen 32 GB bzw. 64 GB gewählt werden. Eine spezielle Office Home & Student-Version wird vorinstalliert sein. Das Pro-Modell wiegt fast 250 Gramm mehr und ist über 4 Millimeter dicker als die Standardvariante, kommt dafür aber mit einem schnellen Intel Core i5-Prozessor mit Ivy Bridge-Technologie daher. Windows 8 Pro wird als Betriebssystem vorinstalliert sein. Der interne Speicher ist größer und beträgt je nach Wahl 64 GB bzw. 128 GB.


Offizielles Produktvideo von Microsoft

Wie sich die Hardware im Performance-Test im Alltag schlägt, ist allerdings noch völlig unklar. Viel spannender ist daher ein Blick auf die äußerlichen Unterschiede zwischen iPad und Surface. Die Surface-Schutzhülle ist erstmal stark von Apples Smart Cover inspiriert: Mit Magnetverschluss lässt es sich am Tablet befestigen. Doch Microsoft geht noch einen Schritt weiter und präsentiert zusätzliche zwei Varianten. In der Touch Cover genannten Schutzhülle ist eine virtuelle Tastatur integriert, über die der Nutzer bequem auch längere Texte soll tippen können. Wer eine ordinäre Tastatur vorzieht, greift auf das Type Cover zurück, das mit echten Tasten auch eine physische Rückmeldung gibt. Damit das Surface beim Arbeiten nicht umkippt und keine weitere Halterung benötigt wird, ist das Tablet mit einem ausklappbaren Metallständer an der Rückseite versehen. Nett: Die Schutzhüllen sollen in verschiedenen Farben auf den Markt kommen und je nach Farbe die Windows 8-Umgebung verändern.

Microsoft Surface Tablet“

Spannend ist ein auch Blick auf die Anschlüsse: Die Windows 8 RT-Variante kommt mit einem microSD-Slot, einem USB 2.0-Anschluss und einem Micro HD Video-Anschluss auf den Markt, die Pro-Version zieren ein microSDXC-Steckplatz, ein USB 3.0-Anschluss und ein Mini Display Port. Das mobile Laden von Smartphone oder Kamera und der schnelle Datenaustausch sollen damit problemlos möglich sein. Ein deutlicher Pluspunkt gegenüber dem iPad, auf das von einem Drittgerät maximal Bilder und Videos übertragen werden können – und das auch nur mit zusätzlichem Adapter. Zu Preisen oder einem genauen Veröffentlichungstermin machte Microsoft bislang noch keine Angaben, es wieder allerdings erwartet, dass die Standardversion des Surface-Tablets im Herbst auf den Markt kommen soll – pünktlich zum Weihnachtsgeschäft und der Veröffentlichung von Windows 8. Die Pro-Variante wird drei Monate später erwartet; eine Veröffentlichung könnte sich in Deutschland damit bis ins erste Quartal 2013 ziehen. Ein erstes Hands-On-Video samt Bericht gibt’s bei The Verge.

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