Strafe für Microsoft und Google

von Anne Fröhlich

· 1 min Lesezeit

In Caschys Blog bin ich über einen interessanten Beitrag gestolpert: Google muss wegen unberechtigter Mitschnitte von WLAN-Daten eine Strafe in Höhe von sieben Millionen Dollar zahlen. Das sind umgerechnet mehr als fünf Millionen Euro. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von euch noch an den Fall: Die Kameraautos von Google Street View waren von 2008 bis 2010 nicht nur unterwegs, um weltweit Straßen abzulichten. Sie fingen nebenbei auch unverschlüsselte Informationen von WLAN-Netzwerken ein. Zur Standortbestimmung, behauptet Google. Eine ziemliche „Panne“ zum Thema Datenschutz, die den Konzern nun knapp 0,07 Prozent seines Jahresgewinns von 2012 kostet – um hier mal die Relationen klar zu machen. Verdonnert wurde Google zu dieser Strafe von der US-amerikanischen Gerichtsbarkeit. Auch in Deutschland hatte man den Fall untersucht, aber die Klage fallen gelassen.

Dem gegenüber steht der letzte Woche sehr brisante Fall Microsoft. Die EU-Wettbewerbskommission verhängte eine Kartell-Strafe von 732 Millionen Dollar (561 Millionen Euro), weil unter Windows 7 einige Zeit kein Auswahlfenster für Internetbrowser angezeigt wurden. Das heißt, die Nutzer wurden nicht mithilfe eines extra Fensters auf Alternativen zum Internet Explorer hingewiesen. Auch wenn hier lange nicht die Höchststrafe gegen Microsoft verhängt wurde, der zu zahlende Betrag dürfte den Konzern doch ganz schön schmerzen.

Sicherlich ist es schwer, beide Fälle direkt zu vergleichen: Google wurde in den USA verurteilt, Microsoft von der EU. Bei Google geht es um Datenschutzverletzungen, bei Microsoft um kartellrechtliche Angelegenheiten. Mich persönlich betrifft Googles Verhalten aber viel mehr als das von Microsoft. Und ich finde den Unterschied in der Straf-Summe unfair. Punkt. Hier würde mich wirklich mal eure Meinung interessieren!

 

(Bildmaterial von Tiger Pixel)

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Matthias 15.03.2013, 18:04 Uhr

Ich persönlich finde manche Entscheidungen schon seltsam. Als ich noch einen iPod touch besaß, konnte ich mir daheim im WLAN die Route in Google Maps berechnen lassen. Anschließend, wurden intern wohl auch alle auf dieser Strecke liegenden SSIDs gespeichert. Wärend der fahrt konnte ich also ohne GPS halbwegs genau bestimmen, wo ich bin - dank dieser WLAN-informationen. Ich empfinde diese WLAN-Datensammlungsstrafe daher als ungerecht. Wem nützt eine SSID gekoppelt an eine GPS Position? Niemandem, außer dem, der sich verlaufen hat. Was das Thema Microsoft angeht, finde ich es einerseits zwar okay, dass der Konzern einem eine freie Wahl stellt, anderer Seits, nutze ich persönlich mehrere Browser und den IE. Wenn man Ihn nicht möchte, kann man ihn getrost deinstallieren. Das ist ein Gegängel, als würde man bei WV ein Auto bestellen und der Händler müsste einem ein Drop-Down einräumen, ob man nicht doch auch einen Motor von der Konkurrenz BMW einbauen möchte. Microsoft programmiert mit dem OS Windows ein gesamtpaket, in dem ist eben auch ein Browser drauf. Bei Apple nörgelt doch auch keiner, warum statt Google Maps keine Frage kommt, ob man nicht lieber Bing-Maps nutzen möchte. Fazit: Behörden, die solche Entscheidungen treffen, wollen einfach nur schnell die Kassen mittels dicker Konzerne auffüllen. Einen echten Mehrwert sehe ich für mich als Nutzer dabei nicht.

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