Review: Transformers – Die Rache

von joerg-pittermann

· 4 min Lesezeit

Filmkritik
Bildquelle: Paramount Pictures

„Transformers – Die Rache“ ist Michael Bays neuestes Werk – obwohl man beim Begriff von Werk etwas Schöpferisches impliziert – deshalb sollte man es besser Michael Bays neueste Zerstörungsorgie nennen. Michael Bay steht für Aktion pur, für Explosionen und viel Schrott, sowohl im echten als auch übertragenden Sinne. Mit dem Sommer-Blockbuster vom Jahre 2007 „Transformers“ hatte Michael Bay mal ein etwas besseres Werk geschaffen, dass wesentlich kontrollierter über die Bühne ging als seine anderen Projekte. Action, Witz, fantastische Effekte und Handlung – das alles war stimmig und passte perfekt in die Zeit. Als Grund für den ausgewogenen Film (sofern ausgewogen im Sinne der Zerstörungsorgie im ersten Teil passen sollte) war wohl der Meister Steven Spielberg zu benennen, der aus jedem Projekt ein Blockbuster macht – und zwar Blockbuster mit Handlung.
Der zweite Teil von Transformers ist wohl nur noch mit dem Namen von Spielberg belegt, wohl aber nicht mehr mit seinen Taten und schon ist Michael Bay in die übliche Zerstörungsorgie zurückgefallen, für die er bekannt ist. Dreimal so laut, dreimal soviel Action und drei mal soviel Schrott – aber noch weniger Handlung, Wortwitz oder Popcorn-Kino-Effekt als bisher. So könnte man den Film zusammenfassen. Aber warum mir der Film doch ganz gut gefallen hat (liegt nicht daran dass ich ein Mann bin, wie jetzt eine liebe Freundin ins Ohr flüstern würde) fasse ich im folgenden zusammen.

Transformers sind Kinderspielzeuge und eine Trickfilmserie, die der Hersteller Hasbro mitentwickelt hat, um die Vermarktung des Spielzeugs anzukurbeln. Nachdem Hasbro als Spielzeughersteller sicherlich auch unter anderem unter den sich verändernden Interessen von Kindern zu leiden hatte, wurde der Plan ersonnen, die Kinderspielzeuge und deren Geschichten dazu zu verfilmen. Herausgekommen ist im Jahre 2007 der Sommer-Blockbuster-Hit Transformers, wo eine noch nie gekannte Mischung aus Produktplacement, Computeranimation und Marketing für Kinderspielzeuge und die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika, dazu noch mit dem bedeutungsvollen Namen von Steven Spielberg und fertig war das Wunder. Der Teil Zwei schließt sich im Abstand von zwei Jahren an die Handlung des Vorgängers an, es schien alles in Butter.

Aber nein, als Sam (Shia LaBeouf) aus dem elterlichen Haus auszieht um aufs College zu gehen, fällt ein Splitter des mächtigen Kristalls aus den Klamotten in die Hände von Sam, mit Folgen. Zum einen erweckt der Splitter die versammelten Küchengeräte ins Leben die Sam auch angreifen, zum anderen wird das Wissen des Allsparks in Sams Gehirn übertragen. Während dessen werden die Autobots die sich im Asyl auf der Erde befinden von den Vereinigten Staaten ultimativ aufgefordert die Erde zu verlassen. Der Anführer der Autobots Optimus Prime bittet Sam als Botschafter für die Autobots zu sprechen, denn die Menschheit braucht die Autobots, laut Optimus Prime wird es bald zum erneuten Kampf gegen die vernichtet geglaubten Decepticons kommen. Die Decepticons wollen nicht nur ihre Erzfeinde, die Autobots vernichten, sondern auch an den Allspark-Code in Sams Kopf kommen und nebenbei mal eben die Erde vernichten…

Das alles mündet in einer epischen Materialschlacht – auf der Leinwand als auch in Sachen Computergrafik und Rendering. In den letzten Jahren stieg die Rechenleistung der entsprechenden Computer enorm an und bot neue Möglichkeiten. So treten in Transformers 2 (Transformers – Die Rache) knapp 50 perfekt animierte Roboter auf (im Vergleich waren es im ersten Film lediglich 14 Roboter). Der Speicherplatz den der Computer-Verbesserte Film verschlingt ist auch nicht von der Hand zu weisen – hier sollen 145 Terrabyte gezählt worden sein. Der erste Film hatte im Vergleich lediglich 20 Terrabyte an Speicherplatz verschlungen. Und das ist auch einer der Kernprobleme vom Film, es ist soviel animiert dass es eigentlich schon zuviel des Guten ist, wenn an der Kinoleinwand ganze Pyramiden von Robotern in Schutt und Asche gelegt werden und mal eben halb Shanghai dem Erdboden gleich gemacht wird. Dann ist es irgendwann langweilig, weil eine Zerstörungsorgie die nächste jagt und irgendwann ist man nicht mehr überrascht. Da freut sich der Zuschauer über die Minihandlung zwischen Sam und seiner Freundin Mikaela (Megan Fox) die sich während des Films näher kommen um dann – ganz im Stile von Michael Bay – in der größten Schlacht der Menschheitsgeschichte in einer absolut dramatischen Minute sich gegenseitig sagen, dass sie sich lieben. Wobei, wenn wir gerade bei Megan Fox sind, böse Zungen behaupten, dass auch ein Teil der Computereffekte auch darauf verwendet wurden, damit sie so sexy aussieht. Keine Ahnung ob das stimmt, aber Megan Fox war ein wirkliches nettes Deko-Element im Film. Das Lichtspiel ist übrigens auch wieder sehr Produktplacement-lastig, besonders lustig wenn es teilweise Marken sind, die bereits im Zuge der Wirtschaftskrise untergegangen sind – da kommen fast Nostalgiegefühle auf.

Fazit
Der Film vermisst Handlung und Tiefe, selbst wenn man nur den Maßstab eines Popkorn-Kinos anlegt und dort nicht viel erwartet. Aber er macht teilweise schon Spaß, auch wenn man sich an den Zerstörungsorgien nach einiger Zeit satt gesehen hat und man das Ende auch schon fast erraten kann, der Weg und die eingesetzte Computerleistung ist durchaus beeindruckend. Übrigens wird auch schon angedeutet dass man einen dritten Teil erwarten kann, ich will nicht wissen was Micheal Bay dann macht, denn mehr Schrott geht eigentlich nicht.

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