Reingehört: Cypress Hill und Faithless
Neue Platten zum Frühling
Wie jede Woche gab es auch in den letzten Tagen wieder einige Neuvorstellungen im Musikbereich. Besonders interessant fand ich dabei die Wiederkehr der beiden genannten Gruppen, „Cypress Hill“ und „Faithless“. In „ihrer Zeit“ als unerreichte Vorreiter eines Musikstils groß geworden, fragt man sich natürlich, ob an vergangene Erfolge – oder zumindest vergangene Qualitäten – angeknüpft werden kann. Beide Neuerscheinungen, so musikalisch unterschiedlich sie auch sind, glänzen mit der Auflistung von Gastmusikern. Ob es sinnvoll war, diese einzuladen, davon konnte ich mich gestern bei einem „Reinhören“ überzeugen.
Cypress Hill
Die Jungs von Cypress Hill versuchen auf ihrem neuen Album „Rise Up“ an alte Tugenden anzuknüpfen und rotzen die Gitarrenriffs – wie z.B. in „TroubleSeeker“ oder „shut ém down“ – nur so raus, vermischen diese mit den markanten bekannten Stimmen der Latino MCs und streuen schwer zu vergessende, super effektvolle Elektronik mit ein.
Insgesamt ist die immerhin fünfzehn Tracks umfassende CD vielleicht ein wenig zu „oldschool“, aber die Macher sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Bis auf ein oder zwei Ausreißer kann man die schwer basslastige CD also voll empfehlen, sofern denn ein Draht zu dieser Art Musik besteht. Ich bin mir nicht sicher, ob trotz oder wegen der vielen Gastmusiker das Ergebnis so gelungen ist, aber eigentlich kann es uns ja auch egal sein. Das ganze Album hat auf jeden Fall das Zeug dazu, nahezu komplett in einen Radiosender bei – sagen wir Grand Theft Auto 6 – übernommen zu werden. darauf kann man sich also jetzt schon freuen, oder es eben vorher kaufen, wozu ich ausdrücklich auffordere…und, zum Henker, who the f*** is 2Pac??
Faithless
Etwas zwiespältiger habe ich die neue Platte „The Dance“ von Faithless aufgenommen, was daran liegen mag, dass nur in einem Song die gelangweilt coole Stimme des schwarzen Sängers im Vordergrund steht; in allen weiteren sind hauptsächlich Gastmusiker oder die weibliche Stimme der Band zu hören, was den Erkennungswert vermindert. Die Band trumpft aber auch mit ihrer Vielseitigkeit auf und Crazy bal´heads“ findet sich sogar ein Reggae-Song auf dem Album. Selbstredend ist das Album deutlich Elektrolastiger, was dem Dancefloorfaktor entgegenkommt.
Wie erhofft gibt es aber auch einige chillige Momente auf „The Dance“, wie z.B. in den Songs „Flying Hill“ oder „Love is my condition“, die mir noch mit am besten gefallen haben. Insgesamt finde ich aber – und hier „trotz“ der „Gastmusiker“ wie „Dido“ – ist das Album etwas zu ideenarm und so manches hört sich an wie das Lied davor. Dennoch ein Dancetrack, von dem man in nächster Zeit sicher noch einiges hören wird.
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