Android: Hoher Stromverbrauch
Effizienz von Android-Apps im Fokus
Neben der – inzwischen behobenen – Fragmentierung gibt es ein weiteres Problem, das mich bei Android massiv stört: Die Batterielaufzeit. Bei gleicher Nutzung ist ein iPhone am Abend noch halbwegs in der Lage einen letzten Anruf zu tätigen oder die nächste Bar auf Google Maps zu finden, während dies mit einem Android-Smartphone (bei mir) nicht mehr geht – der Akku ist platt und das Smartphone liegt in meiner Tasche. Sicherlich, die Akkulaufzeit hängt mit der Nutzung von GPS, UMTS, WLAN und weiteren anderen Faktoren zusammen (wie z.B. dem Powermanagement in Android selber) aber am meisten Strom verliere ich, wenn ich verschiedene Apps nutze, die einfach zuviel Strom verbrauchen. Eine Problematik, die so nun auch von Seiten eines nicht ganz unwichtigen Herstellers erkannt und thematisiert wurde.
Doch zunächst zurück zu meinen persönlichen Erfahrungen. Beim iPhone ist ein solches Problem nicht vorhanden, wenn Apple glaubt, dass die Anwendung zuviel vom kostbaren Strom verbraucht, dann kommt sie einfach nicht in den App Store. Bestes Beispiel für diese Poltik: Eine App die als Taschenlampe funktioniert und das Display einfach weiß erleuchtet, gibt es meines Wissens nach nicht für das iPhone, da von Apple nicht für den App Store akzeptiert. Auch das Multitasking bei Apple ist beschränkt auf wenige Funktionen und somit wenige Apps. Bei Android darf jeder Entwickler alles tun und jede App mehr oder weniger frei einstellen, egal ob mit Malware, welche den Nutzer schädigt oder mit einer sinnlos hohen Energieverschwendung (über Displaynutzung oder Prozessorauslastung). Im Ergebnis greife ich meinige Feststellung nochmals auf: Das iPhone hat abends noch Reststrom, während mein Android-Smartphone – namentlich das Google Nexus S – platt in der Ecke liegt.
Ein Hersteller spricht…
Motorola’s CEO hat sich jetzt auch zu diesem Themenkomplex geäußert und sieht in der Marketplace-Politik von Google den Mitschuldigen in Sachen Batterielaufzeit und Performance-Problemen bei Android-Geräten. Auf der „Bank of America Merrill Lynch Global Technology Conference“ merkte Sanjay Jha an, das bei mehr als 70 Prozent der Rückläufer von Android-Smartphones die gleiche Begründung herangezogen wurde. Diese lautet: „Performance-Probleme mit Apps“, sprich die Apps laufen zu langsam auf Android-Smartphones. Hier sieht der CEO Google in der Pflicht, denn Google kontrolliert die im Marketplace hochgeladenen Apps nicht auf das Kriterium der eigentlichen Effizienz.
Mittels Motoblur (einst als „Social Skin“ für Android gestartet) sammelt Motorola weitere Daten und Metadaten über die Nutzung des Android Smartphones, beispielsweise über ineffiziente Apps. Motorola entdeckte Apps, die bis zu 35 Prozent der Akkuenergie des Smartphones verbrauchen. Nachdem Google keine Anstalten macht, im Marketplace Apps auf Effizienz zu prüfen, sieht sich Motorola in der Pflicht. Bald sei die mittels Motoblur gesammelten Daten ausreichend, um Kunden Effizienz-basierte Empfehlungen auszusprechen und so ihnen zu ermöglichen, Apps zu stoppen, die zuviel Energie fressen oder zu langsam sind.
Hier sieht Sanjay Jha die Möglichkeit, sich von anderen Mitbewerbern mit gleichen Android-Smartphones abzuheben und so dem Kunden einen Mehrwert zu bieten. Der Schritt in den Markt mit Android-Smartphones einzusteigen war für Motorola aus Sicht des CEO die richtige Entscheidung, wenngleich der Konkurrenzdruck weitere Innovationen und Anstrengungen fordert, wie beispielsweise den Kunden einmalige Dienste über Motoblur anzubieten.








