Android: Hoher Stromverbrauch

von joerg-pittermann

· 2 min Lesezeit

Effizienz von Android-Apps im Fokus
Neben der – inzwischen behobenen – Fragmentierung gibt es ein weiteres Problem, das mich bei Android massiv stört: Die Batterielaufzeit. Bei gleicher Nutzung ist ein iPhone am Abend noch halbwegs in der Lage einen letzten Anruf zu tätigen oder die nächste Bar auf Google Maps zu finden, während dies mit einem Android-Smartphone (bei mir) nicht mehr geht – der Akku ist platt und das Smartphone liegt in meiner Tasche. Sicherlich, die Akkulaufzeit hängt mit der Nutzung von GPS, UMTS, WLAN und weiteren anderen Faktoren zusammen (wie z.B. dem Powermanagement in Android selber) aber am meisten Strom verliere ich, wenn ich verschiedene Apps nutze, die einfach zuviel Strom verbrauchen. Eine Problematik, die so nun auch von Seiten eines nicht ganz unwichtigen Herstellers erkannt und thematisiert wurde.
Doch zunächst zurück zu meinen persönlichen Erfahrungen. Beim iPhone ist ein solches Problem nicht vorhanden, wenn Apple glaubt, dass die Anwendung zuviel vom kostbaren Strom verbraucht, dann kommt sie einfach nicht in den App Store. Bestes Beispiel für diese Poltik: Eine App die als Taschenlampe funktioniert und das Display einfach weiß erleuchtet, gibt es meines Wissens nach nicht für das iPhone, da von Apple nicht für den App Store akzeptiert. Auch das Multitasking bei Apple ist beschränkt auf wenige Funktionen und somit wenige Apps. Bei Android darf jeder Entwickler alles tun und jede App mehr oder weniger frei einstellen, egal ob mit Malware, welche den Nutzer schädigt oder mit einer sinnlos hohen Energieverschwendung (über Displaynutzung oder Prozessorauslastung). Im Ergebnis greife ich meinige Feststellung nochmals auf: Das iPhone hat abends noch Reststrom, während mein Android-Smartphone – namentlich das Google Nexus S – platt in der Ecke liegt.

Ein Hersteller spricht…
Motorola’s CEO hat sich jetzt auch zu diesem Themenkomplex geäußert und sieht in der Marketplace-Politik von Google den Mitschuldigen in Sachen Batterielaufzeit und Performance-Problemen bei Android-Geräten. Auf der „Bank of America Merrill Lynch Global Technology Conference“ merkte Sanjay Jha an, das bei mehr als 70 Prozent der Rückläufer von Android-Smartphones die gleiche Begründung herangezogen wurde. Diese lautet: „Performance-Probleme mit Apps“, sprich die Apps laufen zu langsam auf Android-Smartphones. Hier sieht der CEO Google in der Pflicht, denn Google kontrolliert die im Marketplace hochgeladenen Apps nicht auf das Kriterium der eigentlichen Effizienz.

Mittels Motoblur (einst als „Social Skin“ für Android gestartet) sammelt Motorola weitere Daten und Metadaten über die Nutzung des Android Smartphones, beispielsweise über ineffiziente Apps. Motorola entdeckte Apps, die bis zu 35 Prozent der Akkuenergie des Smartphones verbrauchen. Nachdem Google keine Anstalten macht, im Marketplace Apps auf Effizienz zu prüfen, sieht sich Motorola in der Pflicht. Bald sei die mittels Motoblur gesammelten Daten ausreichend, um Kunden Effizienz-basierte Empfehlungen auszusprechen und so ihnen zu ermöglichen, Apps zu stoppen, die zuviel Energie fressen oder zu langsam sind.

Hier sieht Sanjay Jha die Möglichkeit, sich von anderen Mitbewerbern mit gleichen Android-Smartphones abzuheben und so dem Kunden einen Mehrwert zu bieten. Der Schritt in den Markt mit Android-Smartphones einzusteigen war für Motorola aus Sicht des CEO die richtige Entscheidung, wenngleich der Konkurrenzdruck weitere Innovationen und Anstrengungen fordert, wie beispielsweise den Kunden einmalige Dienste über Motoblur anzubieten.

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Torsten 09.06.2011, 10:43 Uhr

Ich habe keinen Vergleich zum Iphone - kann mein Android-Smartphone aber mehrere Tage ohne Aufladen nutzen. Sicherlich ist die jeweilige Art der Nutzung entscheidend für einen Vergleich. Dass es beim Iphone (trotz der regiden App-Politik) keine Malware gibt, ist schlichtweg falsch. Einfach mal bei Google nach "Iphone Malware" suchen und du wirst staunen, wieviele Apps es schon "geschafft" (auch auf nicht-ge-jail-breakte Geräte) haben. Ich glaube auch nicht, dass Apple intensiv Parameter wie die Akkulaufzeit als Prüfkriterium heranzieht - das wäre angesichts der Masse an Apps, der unterschiedlichen Einsatzbereiche und angesichts der regelmäßigen Updates gar nicht möglich. Und dass Google alle Art von Malware einfach so zulassen würde, ist auch nicht korrekt - das zeigt die zuletzt recht häufig eingesetzte Remote-Deinstallations-Funktion. Mir persönlich ist es lieber, wenn ich selbst entscheiden kann, ob ich eine App einsetze oder nicht. Sobald das jemand für mich übernimmt, fühle ich mich bevormundet und eingeschränkt. Warum nicht dem mündigen Nutzer mehr Freiheiten einräumen - so schwer ist es doch nicht, eine App als stromfressend zu entlarven und wieder zu deinstallieren. Wenn dann noch ein entsprechender Kommentar im App-Market landet ist das kein schlechter Weg. In Bezug auf Malware sollte man sich angewöhnen, nicht jeden Mist zu installieren - aber das schafft ja mancheiner bei so antiquierten Dingen wie seinem PC schon nicht... Grüße, Torsten

gast 12.06.2011, 05:04 Uhr

Das uebliche pro Apple Geschreibe. Aus der Tatsache heraus, das Motorola sich ueber die schlechten Battery Laufeiten bei miesen Apps beschwert, sollte niemand schlußfolgern, das Apple Iphone das bessere Smartphone herstellt. Das ist eher ein Vorteil, das auch andere Hersteller geraete mit Android anbieten. Wenn Google selber die Geraete herstellt, dann gebe es heute nicht die Vielfalt im Markt. Apple hat das Smartphone [cool|IN|schick] gemacht, aber Google hat fuer den boetige Vielfalt gesorgt. Und ja das Problem der Fragmentierung hat Google ja mittlweile auch erkannt.

TimmyT 1981 13.06.2011, 14:31 Uhr

Bei mir war das iPhone 4 immer schon gegen 16-17 Uhr leer, mit meinem X10 (Android 2.1) habe ich noch um die 40% Abends. Bei gleicher Nutzung versteht sich!

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