Nokia: Die aktuellen Namenskonventionen
E, C, X oder N?
Nokia muss sein ganzes Portfolio auf den Prüfstand stellen. Seit dem Markteintritt des iPhones läuft das Geschäft bei Nokia nicht mehr so rund, die Kosten laufen aus dem Ruder und die Erträge schrumpfen. Auch wenn Nokia noch einen hohen Marktanteil hat, die Finnen haben mit ihren Produkten das Äquivalent zum Internet Explorer in der Mobilfunkwelt, mehr werden kann der Marktanteil nicht, nur noch schrumpfen. Wenn ich mir im Bekanntenkreis die Smartphones anschaue, dann ist in den wenigsten Fällen noch der Name Nokia zu lesen – Apple, HTC und Blackberry sind die vorherrschenden Marken. Auch im Midrange-Level ist Nokia auf dem Rückzug: zum einem, weil der Anteil dieser Modelle schrumpft, zum anderen, weil auch Samsung, LG und Co in den Markt reindrücken. Auf dem Billigmarkt stehen Huawei und ZTE bereit, Nokia gerät immer mehr unter Druck. Ein erster Schritt, um wenigstens mit Service die nicht wirklich guten Smartphones aufzuwerten, war die kostenfreie Navigation in Form der Ovi-Maps.
Ganz freiwillig geschah dieser Schritt sicherlich nicht, denn Google selbst hatte ein paar Monate vorher kostenfrei Navigation für seine Smartphones angekündigt. Ein weiterer Schritt von Nokia war die Ankündigung bei den Premium-Modellen auf das Betriebssystem MeeGo zu setzen und Symbian für die die Midrange-Modelle zu verwenden. Das Serie-40-OS wird auf die Einsteiger-Modelle umgesetzt, hier gibt es kein Multitasking und wenig Funktionalität. Das Serie-30-OS in Nokias Billighandys wird dagegen komplett gestrichen.
Die Namenkonvention bei Nokia war bisher eine vierstellige Zahl, von der „1“ (den einfachsten Modellen) bis hin zu „8“, den Premium-Modellen und „9“, der Business-Serie wie dem legendären Communicator. Vor einiger Zeit hatte Nokia die Smartphones mit „N“ und zwei Ziffern neu benannt, die Businessserie hat ein „E“ und zwei Ziffern bekommen, der Rest der Zahlennamenskonvention blieb gleich. Hier hat Nokia dann an die Modellnamen ein „Classic“ oder ein „i“ gehängt, um weitere Unterscheidungen im Namen mitzuteilen. Bald stellt Nokia die Namenskonvention erneut um, wie man auch schon am Beispiel des Nokia C5-00 sehen kann.
Die Aufteilung der Kategorien lautet wie folgt:
E = E-Series = Business
C = C-Series = Community
X = X-Series = Entertainment
N = N-Series = Mobile Computing
Gefolgt von den Buchstaben wird es eine Ziffer geben, wie z.B. beim C5-00. Hinter dem Bindestrich wird die Generation genannt. Das C5-00 ist zum Beispiel in diesem Jahr in der ersten (nullten) Generation, im nächsten Jahr könnten dann z.B. die nächste Generation folgen und hieße entsprechend C5-01. So entkommt Nokia der doppelten und verwirrenden Namensnutzung, denn ein Nokia 3210 gibt es aktuell zweimal. Je höher die Ziffer hinter dem Buchstaben, desto besser, desto teurer ist auch das entsprechende Modell. Das kommende N8 entspricht zum Beispiel dem jetzigen Nokia N97.
Mit dem gestrafften Produktportfolio und dem Mehr an Service versucht Nokia den Turnaround zu schaffen und die Kunden wieder für die finnische Marke zu begeistern. Die Frage ist, ob das noch gelingen kann, denn die Jugend, die früher alles gekauft hatte was ein Nokia-Namenschild hatte, ist nicht mehr so auf die Marke fixiert. Hier haben die anderen Marken wie LG oder Samsung sich mit netten und günstigen Smartphones längst einen Platz erobert. Nokia versucht zwar mit innovativen Produkten gegenzusteuern, aber die Produktentwicklungszyklen sind zu lang. Wenn Nokia etwas Neues ankündigt, dann kann man davon ausgehen, dass es in ein paar Monaten, wenn es denn endlich erschienen ist, schon wieder veraltet sein wird, weil die Konkurrenz in Breite mal Länge vorbeigezogen ist.








