Nachtrag Google I/O: Android und das Ende der Fragmentierung
Ordnung im Roboter-Land
Bildquelle: Flickr, Autor: Stéfan, veröffentlicht unter CC BY-SA 2.0.
Die problematische Fragmentierung (unterschiedliche Versionen der Software etc.) von Android bzw. der Geräte die das mobile Betriebssystem nutzen, ist seit langem ein Thema – auch bei Google. Zunächst war Wachstum um jeden Preis gewollt und so das bestimmende Motto von Android – die Fragmentierung wurde billigend in Kauf genommen. Nachdem jetzt aber ein gewisser Marktanteil erreicht wurde, zieht Google indes die Zügel an und rudert zurück. Insbesondere für die neuen Tablets mit Android wollte Google nicht wieder dieselben Probleme der Fragmentierung durchleben, wie sie Stand heute noch bei den Smartphones bestehen. Da verwundert es nicht, dass diese Thematik ebenso beim ersten Tag der Google I/O-Konferenz letzte Woche zur Sprache kam: Google rief nichts weniger als das Ende der Fragmentierung bzw. die Ankündigung dieser Bemühung aus.
In dieser Ankündigung stellt Google eine neue Initiative vor, die sich dem Grundsatz verpflichtet, für mindestens 18 Monate die gekaufte Hardware mit den jeweils neuesten Android Versionen zu versorgen. Somit können sich Kunden sicher sein, das ihr Vorjahres-Modell nicht auf einmal zu alt für ein Update ist oder nicht mehr berücksichtigt wird. Die einzige (jetzt) bekannte Einschränkung ist die, dass die Hardware bzw. das Endgerät die jeweils neueste Android Version unterstützen muss, sprich sind in 15 Monaten Dual- oder Quadcore Prozessor en vogue und die neueste Android-Version unterstützt nur noch diese, hat der Kunde keine Möglichkeit des Upgrades. Aber das ist durchaus in Ordnung, auch bei anderen Smartphones und OS-Anbietern kann dies passieren, wie beispielsweise beim iPhone – so wird Multitasking nicht in allen iPhone-Generationen unterstützt. Teil der Initiative ist auch, dass Google vorgibt, welches Update wann ausgerollt wird. Bisher konnte allein der Hersteller bzw. Netzbetreiber dies nach Gutsherrenart entscheiden. Und die Liste der Gründungspartner der Initiative ist durchaus beeindruckend: Verizon, AT&T, T-Mobile, Sprint, Vodafone, Sony, Motorola, HTC, LG und Samsung. Drei der Netzbetreiber sitzen zwar nur in den USA, aber mit T-Mobile (hoffentlich auch T-Mobile Deutschland) und Vodafone finden sich zwei große global agierende Netzbetreiber in der Liste wieder. Die Hersteller sind durchaus alte Bekannte, welche eine große Menge an Android-Endgeräten verkaufen.
Allerdings kommt noch ein großes Aber: Die genauen Prozesse, nach denen die Initiative arbeiten möchte sind noch nicht Final ausgearbeitet und so kann es vielleicht noch die eine oder andere Überraschung geben, die man sich dann doch etwas anders vorgestellt hat. Hier ist insbesondere der Punkt der Skins (Herstellerbezogene, angepasste Oberflächen von Android) zu nennen, der sich in der Vergangenheit oft als Stolperstein für schnelle Updates herausstellte. Dieser Punkt ist noch nicht vollständig ausgeräumt und kann dann vielleicht den zügigen Updates im Wege stehen. Trotz alledem ist die Initiative lobenswert und wir sollten uns freuen wenn die ersten Geräte erscheinen, bei denen man diese Update-Sicherheit erhält. Denn für alte und oder aktuelle Geräte scheint diese Initiative bisher nicht zu gelten. Und weil wir noch gerade bei den „alten“ Android-Gräten sind: Motorola möchte dem Motorola Defy ein Update auf Froyo (2.2) spendieren und das Samsung Galaxy Tab soll sogar Gingerbread bekommen. Ob es weitere Updates auf die angekündigte Android-Version „Icecream“ geben wird, ist nicht wirklich sicher bzw. bekannt.








