Nachbetrachtung: Asus-Launch
Von hübschen Frauen und Computern…
Wenn auch mit etwas Verspätung, so kommt heute der Rückblick zum Asus-Presse-Event vom vorigen Donnerstag. Nach einer entspannten Zugfahrt erwartete mich die bewölkte Hansestadt, zu Fuß ging es dann zum Kai 10, eine Art Hausboot, gelegen in der Hafencity. Man muss zugeben, bei schönem Wetter sicherlich eine sehr Lifestylegeprägte Location, beim typischen Hamburg-Klima dagegen macht es außerhalb einen etwas tristen Eindruck. Doch wie sagt man so schön: Es kommt auf den Inhalt an!
Löblich war die prompte Versorgung mit W-LAN, so stand einem Kontakt in die Außenwelt nichts mehr im Wege. Auch Speis und Trank waren dem Ambiente angepasst, sprich schmackhaft und gut. Im Konferenzsaal warteten schon die Neuvorstellungen des Tages, so konnte wer wollte, vor Veranstaltungsbeginn einen Blick auf die neusten Schmuckstücke werfen. Gegen ein Uhr ging es dann los, brav wie in einem Uni-Seminar saßen die Pressevertreter auf ihren Stühlen und frohlockten der Botschaft.
Die Präsentation mehrere Asus-Mitarbeiter war sicherlich bemüht, doch ich gebe es zu, wer Apples Keynotes gewohnt ist, mag wohl kaum auf seine Kosten kommen. Die Pressemappe lag schon am Platz bereit, wer schnell im Lesen war, für den brachte die eigentliche Präsentation nicht Neues mehr. Dies ist sicherlich weniger eine Zelebrierung, als mehr das typische Abhalten einer Pressekonferenz. Zur Unterstützung griff man dann, dem Umstand der Vorstellung eines „Fashon-Netbooks“ entsprechend, auf zwei Modells zurück. Das blonde Mädel, mit dem entzückenden Namen Caro, so hieß es, war schon Bestandteil einer Casting-Show im Privat-TV. Nun ja, nicht mein Geschmack – wohlgemerkt nicht die Dame, sondern mehr das entsprechende TV-Format.
Doch lassen wir das bunte Trallala beiseite und kommen nun zu den wichtigen Dingen des Tages, den Rechnern.
Asus Eee PC S101 – Netbook und Fashion?
Zunächst im Kurzwaschgang die harten Fakten:
Das Schmuckstück wird Ende November verfügbar sein, zu einem Preis von 599,- Euro. Jetzt gilt es nur noch die Frage zu klären, wer braucht dies? Das S101 sorgte für genügend Gesprächsstoff während der Veranstaltung. Auf den Vorwurf, ob denn Asus mit dem S101 nicht die eigentliche Idee des Eee PCs aufweicht und verwässert, entgegnete man mit der Feststellung, dass es sich vielmehr um eine Erweiterung der Produktpalette handeln würde. Doch wird der Kunde bereit sein über 200 Euro mehr für eine schicke Ausgabe des 901 bzw. 1000er Modell zu zahlen? Auch angesprochen und diskutiert wurde in diesem Zusammenhang die Thematik Windows und Netbooks. Die derzeitige Verteilung nach verkauften Stückzahlen sieht folgendermaßen aus: 60 % Linux, 40 % Windows XP. Der Trend geht jedoch eindeutig in Richtung Windows, denn der Stückzahlenbringer Eee PC 701 (mit Linux) flieht über kurz oder lang aus dem Programm, dann verbleibt nur noch das Modell 900A. Alle anderen Netbooks setzten hier im deutschen Sprachraum auf Win XP. Dies ist bedauerlich, denn mit einem vorinstalliertem Windows, wird der Eindruck gewonnen, man könne mit einem Netbooks all das machen, was ein vollwertiger Rechner auch kann. Das dies ein Trugschluss ist, mag für uns Technik-Kenner bekannt sein, der normale Anwender wird sich fragen, warum sein Photoshop wohl so langsam läuft. Begründet wird die Entscheidung für Windows schlichtweg mit dem Käuferwillen. Die Chance der Etablierung eines tatsächlichen Zweit- oder Drittrechners (mit Unterscheidungshilfe Linux) wird somit meiner Meinung nach vertan. Diesen logischen Überlegungen zum Trotz, ist der S101 sicherlich ein schmuckes Stück Technik. Man wird wohl versuchen hier auch einen gehörigen Anteil von weiblichen Käufern anzusprechen, wir werden sehen, ob dies gelingen mag.
Asus Eee Top – Touchscreen ja, Netbook nein
Die zweite, große Ankündigung des Tages war sicherlich die Vorstellung des Eee Top. Ein Touchscreen-Desktop-Rechner mit Netbook-Technik. Auch hier zunächst die Keyfacts:
Klingt alles sehr interessant, wenn man dies so bezeichnen möchte: Ein HP Touchsmart in billig. Verfügbar Ende November, Preise 499,- bzw. 599,- Euro. Doch für wen ist ein solches Stück Technik eigentlich gedacht? Asus selber sieht den Top als Multimedia-Zentrale für Filme, Musik und Co. Hmmm, fragt sich nur ob der schwachbrüstige Atom-Prozessor da mitspielt, oder ob man nicht doch falsche Erwartungen weckt? Meiner Meinung ist der Top der Nischenrechner in der Nische, sprich der optimale Viertrechner. Neben dem Standard-Desktop, dem leistungsfähigen Notebook, dem mobilen Netbook, kommt nun noch der trabsportable Rechner für den Rest des digitalen Zeitalters. Einsetzbar als Surfstation, Videotelefon (Skype) und digitaler Notizzettel in der Küche, dem Balkon oder im Schlafzimmer. Bei einem relativ günstigen Preis könnte diese Rechnung aufgehen, zumindest in einem typischen Yuppie– oder Dinks-Haushalt. Der Rest muss das Geld sparen und beschränkt sich maximal auf zwei Rechner im trauten Heime.
























