Kleine CeBIT-Vorschau: Tablets im Visier

von matthias-schleif

· 3 min Lesezeit

Vielfalt ist Trumpf
Auf der offiziellen Website der heute startenden CeBIT 2011 kann man die meisten Produktinnovationen bereits bestaunen, wenn man nur weiß, wo. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und mir die ersten zweihundert Ergebnisse angesehen, die allein die Suche nach „Tablet“ ausgespuckt hat; etwa achtzig davon stammen dann auch aus dieser Kategorie, der Rest sind Wiederholungen oder Grafiktabletts zum Zeichnen. Häufig werden die „Pads“ jedoch noch nicht von sonderlich namhaften Herstellern vorgestellt, wenngleich deren Modelle natürlich auch zu finden sind.
So hat zum Beispiel die PaceBlade-Gruppe gleich ein ganzes Bataillon Android- und Windows-Tablets in der Pipeline, wird diese aber ziemlich sicher nicht unter ihrem Namen in Europa vermarkten. Wer am Ende da seinen Aufkleber draufpappt soll mir ja eigentlich auch egal sein, wichtig sind die technischen Möglichkeiten der Produkte und da gibt es teils ganz erhebliche Unterschiede und teils ganz erstaunliche Möglichkeiten. Angefangen beim 4,3 Zoll „großen“ Archos43 mit Android 2.1 bis hin zu etwa 12 Zoll messenden und mit Windows 7 oder gar Vista oder XP bestückten Systemen wird es in jeder Größe entsprechende Angebote in diesem und im nächsten Jahr geben, so denn die Branchenprognosen Recht bekommen und die Prototypen in Serie gehen.

image

Marktführer Apple ist auf der Messe mal wieder nicht dabei; zelebriert wohl die neuerdings in Mode geratene, dünne Öffentlichkeitsarbeit par Excellence, obgleich die paar fehlenden Anschlussmöglichkeiten am iPad sicher nicht zu solch negativer öffentlicher Aufmerksamkeit führen würde, wie sie bspw. die PR-Abteilung des (bspw.) LiDL zu fürchten scheint, wenn sie bei Bekanntwerden irgendeiner neuerlichen „Schweinerei“ mal wieder die Interviewanfrage ablehnt. Es ist nahezu unmöglich für den Interviewten dabei gut auszusehen, weswegen sich die Presse mal wieder mit einer schriftlichen Erklärung (oder einer eigenen Präsentationsveranstaltung?) zufrieden geben muss…so wächst auch besser Gras darüber, aber ich schweife ab ;-)

Die neue Mega-Coop „MS-Nokia“ wird wohl ebenfalls keinen Stand haben, wenngleich beide Firmen natürlich noch einzeln vertreten sind. Für die Tablets gilt im Allgemeinen aber sowieso: Wenn mit Windows, dann mit einem der Desktop-Betriebssysteme und dann auch mindestens mit 9-Zoll-Screen. Von Celeron über Centrino und DualCore-ULV-CPUs bis hin zu einigen AMD-Varianten findet sich in diesen Systemen so einiges an Plattform-Vielfalt hinter den Bildschirmen, die weitaus meisten Groß-Tablets setzen aber auf eine der Atom-Plattformen auf. Diese kennt man ja hauptsächlich aus den Netbooks und NetTops mit Atom N270/N450/D550 und MIDs mit Atom Z550/Z515 (wo war da noch gleich der Unterschied zu den Tablets?), aber auch Systeme mit der doppelkernigen Atom 330 oder auf Basis der ION-Plattform sind vorstellbar. Wie gut diese „Netbooks ohne Tastatur“ in der Kundenbeurteilung abschneiden, hängt also wesentlich von der Qualität der berührungsempfindlichen Bildschirme ab, denn die Stärken und Schwächen der Atom-Plattformen sind ja hinlänglich bekannt.

image

Android: Ansatzweise ernstzunehmende Hersteller bespielen ihre Systeme mindestens mit Android 2.2, da dieses zumindest theoretisch mit der Killer-App „Flash“ ausgestattet werden kann. Beim Nachfolger „Honeycomb“ (Android 3.0) ist das sowieso Usus, Systeme mit der Vorgängerversion 2.1 sind dazu aber nicht in der Lage, weswegen die meisten der Anbieter solcher Geräte auch bereits an entsprechenden Updates arbeiten . Ob aber das erst vor wenigen Tagen fertiggestellte Honigwaben-Betriebssystem auch auf der Messe im großen Stil vorgestellt wird, ist wohl noch nicht ganz klar. Mindestens zwei oder drei Firmen werden aber entsprechende Flundern zeigen. Man wird sehen, was an Aufmerksamkeitspotential noch für die 2.2er-Kisten übrigbleibt.

Insgesamt ist zu bemerken, dass die Hersteller sich zunehmend auch über die Hardwareplattformen unterscheiden wollen, was der Vielfalt zugute kommt. Neben den Giganten HP/Palm zeigen vor allem kleinere Firmen ganz interessante Eigenkreationen. Die Hardwareplattformen bzw. Prozessoren dieser, bis etwa 8 Zoll großen Pads kommen u.a. von Via (C7), Texas Instruments (ARM Cortex), Samsung oder NVidia (Tegra) und laufen mit Android, MeeGo- oder Linpus-Linux.

image

Ab morgen schau ich mir dass dann auf der CeBIT noch mal genauer an, nicht zuletzt um möglicherweise ein paar Vorurteile meinerseits abzubauen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona sollen sogar schon Tablets und Smartphones mit 3D-Technik zu sehen gewesen sein (bspw. LG Optimus); auch in dieser Hinsicht werd ich mich da mal umsehen. Apropos Vorurteile: Herzlich gelacht habe ich über das Konzept der Firma „Grandstream“ aus den USA, die einem 7-Zoll-Touchscreen ernsthaft einen Telefonhörer mit Spiralkabel angepappt hat. Ein solches „Modell“ hatte ich schon vor etwa zwei Jahren einmal auf netbooknews.de vorgestellt, allerdings am ersten April ;-). Über meinen Besuch bei der Messe werd ich dann morgen zeitnah hier im Blog berichten, bis dahin empfehle ich die beiden Live-Streams aus Hannover:

  • CeBIT Global Conferences
  • CeBIT.webciety
  • Kommentare

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    Gepostete Kommentare

    Theofanis 01.03.2011, 14:53 Uhr

    Ich glaube ja, das Tablets mit Honeycomb die Zukunft darstellen werden. Man ist mit diesem Betriebssystem nicht so eingeschränkt wie bei Appel, hat aber dennoch mindestens so viele Apps zur Verfügung. Ich werde mir wohl bald ein Honeycomb Tablet holen.

    Dirk 01.03.2011, 15:06 Uhr

    Hallo Theofanis, in Kürze werden diverse Andoid 3.0 Tablets bei cyberport gelistet sein. Schöne Grüße, Dirk

    Joerg Pittermann 01.03.2011, 15:32 Uhr

    Es gibt aktuell 16 apps die fuer honeycomb sind. :-) und morgen gibts das ipad 2 und keine wirklichen herausforderer. Soweit die lage der dinge.

    PeterG 01.03.2011, 16:22 Uhr

    Ich bin nur wirklich kein zwingender Apple-Verfechter (zu Apple II Zeiten war das noch anders...); vieles an dem Geschäftsmodell stinkt m. E., auch wenn es die Masse der immer mehr verblödenden Nutzer (zur Klarstellung: Diese Einschätzung bezieht sich NICHT auf Apple-User sondern ist ganz allgemein gemeint) nicht mal merkt. Aber soweit es Tablets angeht muss man m. E. anerkennen (im Gegensatz zum Smartphone-Bereich, wo das Iphone als Gerät nur anderen längst existierenden hinterhergelaufen ist, wenn auch mit zu Anfang überlegener Bedienung zu Lasten der Funktionalität), dass der Markt der Tablets - so weitgehend sinnfrei ich ihn auch finde - erst durch das Ipad über das Stadium der fast völligen Belanglosigkeit hinaus- und zur Blüte gelangt ist. Und in diesem Bereich kann man im Marktvergleich auch nicht das sonst übliche Hochpreisgehabe von Apple konstatieren, denn das Ipad ist im Vergleich zu anderen Geräten nicht nur relativ sondern auch absolut preislich nicht nur konkurrenzfähig sondern sogar günstig. Zwar sind alle Tablets im Verhältnis zu Ihrer Leistungsfähigkeit abwegig teuer, aber Apple hat im Vergleich zur Konkurrenz einen günstigen Marktpreis gefunden. Angesichts des Vorsprungs von Apple wie auch des für die Masse fast perfekten Gesamtkonzepts muss sich die Konkurrenz ganz schön strecken. Und wenn ich mir die angekündigten Preis für die ersten Honeycom-Tablets ansehe, die wohl eher noch oberhalb des Ipad liegen, wird das ein schwieriges Aufholrennen werden...

    Jeff 17.03.2011, 18:48 Uhr

    Es ist ja immer so, dass man gerne den Marktführer kritisiert wo es nur geht. Meist geht dabei die Objektivität etwas verloren. Natürlich befinde ich mich mit dem iPhone und dem iPad in einer kleinen Welt. Apple's Qualitätskontrolle würgt einfach alle Apps ab, welche nicht in Ihr Konzept passen (wo wir gerade bei der Qualität sind, ich habe auf meiner Seite die aktuellen iPad 2 Qualitätsmängel zusammengefasst... ist nicht alles Gold bei Apple). Aber ist nicht genau das, dass Hauptproblem der Konkurrenz? Android und Windows Geräte erschlagen der Benutzer völlig mit einer unkontrollierten Anzahl von Programmen. Die User mögen es, wenn alles schön miteinander funktioniert. Viele User mögen eine kleine und kontrollierte Welt. Und zudem müssen wir uns doch folgendes eingestehen. Folgende Dinge packt die Konkurrenz irgendwie noch nicht: - Qualität des Bildschirms (nicht bei allen, aber oft lausig) - Handling und Benutzerfreundlichkeit - Performance (natürlich ist es schön, wenn der Prozessor auf dem Datenblatt schön aussieht. Aber ich sehe doch wenn etwas ruckelt) PS: Ich bin kein Apple Höriger. Aber Apple macht vieles richtig.

    News & Trends

    von Maria Klipphahn

    Sicherheit neu gedacht – Top 5 Gründe für Bosch spexor

    News & Trends

    von Maria Klipphahn

    Diese Technik-Deals erwarten euch zur Green Week

    News & Trends

    von Maria Klipphahn

    Gewinnspiel „Wünsch dir was!“ erfüllt deinen Techniktraum

    News & Trends

    von Maria Klipphahn

    Spatenstich in Siebenlehn: Cyberport erweitert Logistikzentrum

    News & Trends

    von Maria Klipphahn

    Eufy Doorbell im Check: Was die CES-Neuheit so besonders macht

    Datenschutz-Einstellungen