Jetzt auch in groß: DroboPro
Der „kleine“ Datenroboter wird erwachsen…
Im Februar letzten Jahres konnte man den originalen Drobo bei uns im CyberBloc-TV bewundern, das Konzept eines RAID-Systems, dass sich selber managt, begeisterte nicht nur uns. Der Drobo wurde zum Verkaufsschlager bei Cyberport, nicht zuletzt mit der zweiten Generation, die dem ambitionierten Speicherfreak seit Juli 2008 mir FireWire 800 beglückte. Wie es scheint, möchte sich Data Robotics allerdings nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen, denn letzte Woche wurde der große Brudervorgestellt. Dieser setzt nicht nur auf mehr Speichermöglichkeiten, sondern bietet darüber hinaus noch eine zusätzliche Schnittstelle, mit einem altbekannten Namen im neuen Gewand.
Zunächst fällt auf, dass der DroboPro insgesamt acht Laufwerksschächte bietet (das Original musste hier mit vier auskommen), diese ermöglichen einen Speicherausbau von 16 TB und mehr, je nachdem welche Festplattenkonfigurationen man bevorzugt bzw. heute oder in Zukunft zur Verfügung stehen. Der altbekannte Komfort des Plattenmanagements bleibt bestehen, d.h. anders als bei bekannten RAID-Systemen kann man nach Lust und Laune verschiedene Festplatten kombinieren, um die Steuerung kümmert sich allein der Drobo.
Ebenso schon bekannt USB 2.0 und Firewire 800 als Schnittstelle zum Rechner, bzw. zur Workstation. Neu dagegen ist jedoch ein integrierter Gigabit-Ethernet-Anschluss. Schnelldenker könnten jetzt kombinieren, dass dies den DroboPro zum NAS-System machen könnte. So einfach ist es leider doch nicht, denn die Ethernet-Schnittstelle beinhaltet keinen eigenen Fileserver, dafür unterstützt sie jedoch iSCSI. Wie bitte, sagte da jemand etwa SCSI?
War das nicht diese äußerst performante Schnittstelle (je nach Klassifikation) mit den gefühlten tausend Anschlüssen, Adaptern und Terminatoren, die jeden Kabel-Produktmanager in den Wahnsinn trieb? Genau, das war SCSI, alte Mac-Hasen wie unsereiner werden es noch kennen und zu Hause sicherlich noch die eine oder andere Festplatte herumliegen haben. Holt Data Robotics die Vergangenheit zurück in die Gegenwart? Nicht ganz, denn das kleine „i“ vor dem SCSI verspricht hier Aufklärung. Vereinfacht ausgedrückt, ermöglicht iSCSI die Nutzung besagten Protokolls über TCP, sprich im Allgemeinen über Ethernet, wer mehr wissen möchte, lese bitte den „nerdigen“ Artikel bei Wikipedia.
Für den DroboPro bedeutet dies, dass man ihn über iSCSI (also über Gigabit-Ethernet) an einen Fileserver anschließt, dieser stellt den Speicher des DroboPro mittels Netzwerkswitch anderen Rechnern zur Verfügung. Über einen vorgeschalteten Switch können natürlich auch mehrere DroboPros im Netzwerk genutzt werden. Und wo steht ein solcher Server meistens? Richtig, in einem Rack-Gehäuse. Da verwundert es nicht, dass es für den DroboPro auch ein optionales Rack-Mount-Kit gibt, mit dem man ihn passgenau in einen solchen Serverschrank verfrachten kann.
Insgesamt kann man festhalten, das Data Robotics mit dem DroboPro konsequent nach neuen Märkten greifen möchte, Märkte in denen klassische RAID-Systeme mit SCSI oder Fibre Channel bisher eine Vormachtsstellung inne hatten. Im Desktop-Bereich konnte der Drobo so einiges bewegen, ob ihn dies auch hier gelingen wird, weiß allein die Zukunft – das Zeug dazu hat er wohl.
Zum Schluss noch die Frage zu Preis und Verfügbarkeit. Der DroboPro kostet 1.199 Euro, das Rack-Mount-Kit 189,90 Euro, beides soll Ende April/Anfang Mai bei uns lieferbar sein.












