iPhone 3G und andere Spielereien…
…der Abend des Steve Jobs?
Die Keynote zur WWDC ist vorbei und meine Prognose vom Freitag sollte sich als nicht allzu falsch herausstellen. Der „Schnee-Leopard“ Mac OS X 10.6 wurde zwar noch nicht direkt gesichtet, jedoch zielte am heutigen Abend alles auf das iPhone ab. Zunächst wurde das versammelte Publikum mehr oder weniger mit netten Demos zukünftiger Anwendungen „unterhalten“. Jedoch war festzustellen, dass das Publikum dies zwar als interessant empfand, jedoch eigentlich nur eines sehen wollte: das neue iPhone. Nach über 1,5 Stunden war es dann soweit.
Eines muss man Apple lassen, auch wenn sie als das wohl arroganteste Unternehmen in Silicon Valley gelten, letztendlich hören sie auf die Wünsche des Marktes und somit der Anwender. Das wichtigste Feature ist zunächst die Integration von UMTS (3G), vergessen all die Bedenken bezüglich der notwendigen Akkuleistung. Apple fand einen guten Kompromiss zwischen Ausdauer und Schnelligkeit. Lange rätselte man auch darüber, ob Apple GPS im iPhone der zweiten Generation mit einbindet. Nun herrscht Gewissheit, ein klares ja zur Satellitennavigation.
Das evolutionäre Design mit den runden Kanten überzeugt, etwas verwunderlich ist die Rückkehr der weißen Farbe, neben dem schwarzen Standardmodell. Steve bzw. die bisherigen Nichtkäufer wollten neben der technischen Evolution auch eine preisliche Anpassung nach unten. Mit 199 Dollar (8 GB) bzw. 299 Dollar (16 GB) scheint dies auch gelungen, fragt sich nur was von dieser Preisreduzierung im Eurolande übrig bleibt. Ein weiteres klares Ziel ist die kosmopolitische Ausrichtung, über 70 Länder sollen in den nächsten Monaten in den Genuss des neuen Apfels kommen. Start ist am 11. Juli in 22 Ländern.
Doch so schön das auch alles klingen mag, Mr. Steve Jobs verlor kein einziges Wort zum eigentlichen Vertriebsmodell des neunen Mobilfunkwunders. Lange rätselte man über das Modell der Providerbindung, ein Blick in den amerikanischen und deutschen Apple-Store lässt jedoch vermuten, dass sich in diesen zwei Märkten nichts ändern wird. Sprich der Rosa Riese wird auch hier zukünftig erste Anlaufstelle sein. Unter Umständen wird sich dies im Laufe des Jahres noch ändern, doch wer weiß das schon.
Das einzige sofort kaufbare Produkt, auch bei Cyperport, wir der .mac-Nachfolger MobileMe sein. Kurze Umschreibung gefällig? Exchange fort he rest of us. Besser als bisher erfolgt die Synchronisierung aller Daten zwischen Mac, PC und iPhone. Dies alles geschieht nun in Echtzeit per Push E-Mail, Kontakte und Kalenderdaten. Eben wie beim Blackberry, nur das man hierfür keine eigene Firma im Hintergrund benötigt. Allerdings verlangt Apple einen Jahresbeitrag von 79 Euro.
Gab es sonst noch etwas? Nicht wirklich, bis auf die Erkenntnis, dass man manchmal genau so schlau ist wie zuvor, siehe Stichpunkt „neues“ Verkaufsmodell des neuen iPhones ;-).
PS: Übrigens, wie schon bei der Vorstellung des iPhones SDK blieb Steve Jobs auffällig im Hintergrund und überlies einigen seinen Mitstreitern die Bühne für die Erklärung der verschiedenen Anwendungen. Ein Hinweis für den bevorstehenden Abgang des Maestros? Nun, hoffen wir das Beste, und überlassen das Spekulieren den „Börsenprofis“.








