iPhone 3.0 (OS) – Patches und kleine Neuigkeiten
Einiges Neues und einiges Altes
Vorwort der Redaktionsleitung: Bei einem gestrigen Ereignis, wie der Vorstellung des neuen iPhone OS, kann es vorkommen, dass gleich mehrere Redakteure sich dem Thema annehmen – so geschehen. Da ich beide Artikel lesenswert finde, überlasse ich es diesmal den Lesern, von welchem Artikel man sich besser informiert bzw. unterhalten fühlt. Das nächste Mal beraumen wir dann eine großes Redaktionsmeeting an, ich sage nur: Fakten, Fakten, Fakten ;-). (SK) Das iPhone ist ein Smartphone, welches Welten bewegt hat. Es ist ein Standard, der die Messlatte für Smartphones nach oben verschoben hat und gezeigt hat, dass auch Newbies im Mobilfunkgeschäft erfolgreich sein können und den Markt umkrempeln können. Apple ist durch die Bank erfolgreich, letztes Jahr wurden mehr als 13.000.000 iPhones verkauft, und jetzt ist das iPhone weltweit in über 80 verschiedenen Ländern erhältlich. Auch mit dem Apps Store hat Apple Zeichen gesetzt, knapp 30.000 Apps stehen zum Download bereit und seit der Öffnung des App Stores vor einem Jahr wurden mehr als 800.000.000 Apps heruntergeladen – kostenfreie und kostenpflichtige. Kurzum, Apple hat ein Produkt auf den Markt gebracht, dass profitabel ist und Marktführend ist.
Zumindest für die Menschen, die auf Kleinigkeiten wie Copy&Paste, MMS, Multitasking, Flash, Push-Notifications und andere wichtige Dinge verzichten konnten. Wenn jetzt ein Aufschrei durch die Kommentare geht, dass es doch Multitasking gibt und Copy&Paste nicht wichtig sei – dann würde ich gerne ein aktuelles Smartphone sehen, welches das nicht kann ;-).
Wie dem auch sei, vor dem Cupertino Event sind ja die Spekulationen ins Kraut geschossen was die neue Software so alles bringt. Philip Schiller, seines Zeichens Senior Vice President of Worldwide Product Marketing bei Apple hat die neues Software sinngemäß wie folgt beschrieben: „Dank dieser Software sind wir auch weiterhin den Mitbewerbern Jahre voraus“. Diesem Satz könnte der geneigte Leser ohne weiteres zustimmen, wenn es in der alten Software nicht noch einige Lücken zu füllen gäbe, wo das iPhone der Konkurrenz Jahre hinterher hängt. Fassen wir an dieser Stelle die Höhepunkte der Veranstaltung zusammen:
Patches und Verbesserungen
Das wichtigste – Copy&Paste – ist jetzt verwirklicht worden, und zwar gründlich. Das Feature ist jetzt Systemweit verfügbar und funktioniert intuitiv mit den Fingern. Soll die Aktion rückgängig gemacht werden, so wird das iPhone kurz geschüttelt. Endlich können Textstücke zwischen Anwendungen hin und herkopiert werden.
Ein weiteres Update sind MMS (Multimedia Message Service), also das Verschicken von Bildern über den Mobilfunkprovider. Wer bisher Bilder verschickt hat, musste dies per E-Mail tun, und dann nur ein (!) Bild pro E-Mail, jetzt können auch mehrere Bilder ausgewählt werden. Ebenso zu begrüßen ist die Möglichkeit, dass jetzt Apps auch Push-Notifications empfangen können, wenn sie geschlossen sind. Somit kann in Zukunft der iPhone-Nutzer mit seinen Freunden via IM kommunizieren und trotzdem noch andere Apps auf dem iPhone nutzen.
In die Kategorie nettes Feature fällt die Möglichkeit, via Bluetooth die Musik zu genießen, sich automatisch in WLAN Netze einzuloggen und SMS, Mails und Notizen mit einer Tastatur im Landscape Format zu verfassen und die Musik wie im iPod Nano mit dem Feature Shake to Shuffle zu hören. Die Kategorie nice-to-have Feature wird mit Spotlight, der Systemübergreifenden Desktop-Suche und Bluetooth Peering, welches z.B. Multiplayer Spiele ermöglicht , besetzt.
Innovativ ist Apple bei den Apps geworden. Dank einer Vielzahl von neuen Schnittstellen zu dem iPhone und iPod touch und einer Menge an neuen Freiheiten für den Entwickler wird es künftig eine Menge mehr an neuartigen und innovativen Apps geben, die aus dem iPhone und iPod touch mehr machen.
Als Bespiel für eine neue Schnittstelle sei die Nutzung von Google Maps innerhalb von Drittanbieter-Anwendungen aufgeführt. Auch erlaubt Apple in Zukunft auch Navigationssoftware auf dem iPhone – was vor wenigen Wochen noch verboten war. Allerdings darf hier nicht die Google Maps Schnittstelle genutzt werden, der Anbieter muss sein eigenes Kartenmaterial mitbringen. Die Zahl der neuen Schnittstellen bei der iPhone OS 3.0 Software hat Apple auf über 1000 beziffert.
Auch bietet der App Store verschiedene Bezahl-Modelle an. Bisher gab es entweder kostenfreie oder kostenpflichtige Apps. Jetzt kann innerhalb der kostenpflichtigen App ein sogenanntes Upselling Feature genutzt werden. Es können weitere Levels für ein Game geordert werden, eine weitere Stadt in einer Fremdenführer App oder einfach ein Abo, dass dann den Zugriff auf z.B. eine E-Zeitschrift für die nächsten 6 Monate erlaubt.
Auch erlaubt Apple den Developern, über eine Schnittstelle auf Hardware zuzugreifen, hier werden so wie beim Zubehör in Zukunft eigene Eco-Systeme an App-spezifischer Hardware entstehen, z.B. ein Spielecontroller oder ein Blutzuckermessgerät, dass die Daten via Bluetooth an eine iPhone App funken kann. In der App werden die Daten ausgewertet und dem Nutzer weitere Informationen mitgeteilt.
Hier zeigt Apple ganz klar auf, dass die Apps in Zukunft entscheiden, wie sich der Kunde für welches Smartphone entscheiden wird – und dass der Hersteller eines Smartphones auch noch lange Zugriff auf die Kreditkarte des Kunden haben wird. Bisherige Geschäftsmodelle, wie sie Nokia oder Samsung verfolgen, dem Kunden nur das Endgerät zu verkaufen, sind damit „old-school“. Apple legt hier mal wieder die Messlatte ein bisschen höher.
Keine neue Hardware
Die neue Firmware wird wohl im Sommer kostenfrei für alle iPhone zur Verfügung stehen, sogar für das erste iPhone, hier werden aber nicht alle Features funktionieren – da die Hardware für MMS und Stereo-Bluetooth fehlt. Auch kann gegen einen kleinen Obolus von $ 10 die Firmware von iPod-touch-Kunden erworben werden – als Bonus gibt es die Freischaltung von Bluetooth in dem iPod touch der zweiten Generation.
Für Entwickler steht jetzt bereits schon die Beta Version der neuen Firmware zur Verfügung, zusammen mit einem neuen SDK, damit sie auch Zeit haben, sich in die vielen Möglichkeiten und Neuerungen einzuarbeiten und zum offiziellen Marktstart für einen prallgefüllten App Store zu sorgen. Wer sich die (eher langweile) Keynote auch anschauen möchte, der kann dies hier tun.
[Zahlen, Daten und Fakten via gdgt.com]








