IFA-Nachlese: Nur Android-Phones und galaktische Tablets

von matthias-schleif

· 3 min Lesezeit

Aber was macht eigentlich Microsoft?
In den allermeisten Berichten von der gerade abgelaufenen 50. Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin standen der Einmarsch der 3D-Technik ins Wohnzimmer, die Android-Devices zum Telefonieren und Surfen sowie die zahlreichen iPad-Konkurrenten à la Samsung Galaxy im Vordergrund. Auf den Einzug der 3D-Technik wird man aber wohl noch etwas warten müssen, nicht zuletzt dank fehlender Inhalte. An Smartphones habe ich persönlich kein sonderliches Interesse und ein iPad oder einen entsprechenden Klon werd ich vorläufig auch nicht in Betracht ziehen, weswegen ich mich gefragt habe: was macht eigentlich Microsoft derweil? Sicher, Windows 7 hat wieder für Riesenumsätze gesorgt, aber dabei handelt es sich ja hauptsächlich um die OEM-Versionen, die MS Geschäftsbasis bilden. Der 7er-Version für Smartphones wird jedoch allgemein nicht besonders viel Potential zugetraut (siehe auch Ansgars Artikel) und die ganzen Officeprodukte, der Internet Explorer (dann in Version 9) und Windows-Live, etc. werden lediglich weitergeführt. Dennoch hat man den Eindruck, dass der Softwareriese trotz der offensichtlichen Probleme ruhig bleibt und das liegt vielleicht daran, dass man sich in Wirklichkeit schon ganz massiv einem anderen Thema widmet: dem Cloudcomputing mit Windows-Azure!
Schon auf der CES im Januar hielt Steve Ballmer eine engagierte Rede zu den weiteren Planungen, wozu damals auch noch das von MS und HP gemeinsam entworfene „Slate“ gehörte. Davon war zwar zwischenzeitlich keine Rede mehr, aber den Focus aufs Cloudcomputing bestätigte Ballmer (siehe Video) gegenüber seinen Partnern auf der diesjährigen WPC (World Partners Conference) nachdrücklich. All die neuen Systeme, seien es nun Smartphones, Net- oder Notebooks oder das nun doch wieder aus der Versenkung geholte Slate, sollen natürlich mit dem Cloudsystem Azure, was übrigens in etwa „Äscher“ gesprochen wird, „reibungslos“ zusammenarbeiten.

Eigentlich ist der geneigte IT’ler – ähnlich wie beim Phone7 – auch bei diesem wolkigen Thema völlig zu Recht erst einmal misstrauisch, denn im Allgemeinen wird „Cloud“ ja lediglich mit „Virtualisierung“ gleichgesetzt, was alles andere als eine Neuigkeit ist. Microsoft geht aber einen etwas anderen Weg. Mit dem reinen Online-Server-Betriebssystems „Azure“ will man vor allem kleine Firmen ködern, deren Serverkapazitäten und IT-Abteilungen häufig überdimensioniert sind und bietet diesen im Prinzip die komplette Auslagerung der IT an. Die Firmen sollen über den Umweg der Cloud nur noch für tatsächliche Nutzungszeiten und -umfang der Azure-Kapazitäten zahlen müssen, was in etwa der Idee von „better place“ entspricht, die Austauschakkus für Elektroautos anbieten wollen, bei denen eben nur die nachgeladene Kapazität berechnet wird (kein Akkukauf bei Autokauf nötig!).

Wie dem auch sei planen die Redmonder also einen Rundum-Sorglos-Dienst für Unternehmen, die natürlich auch die Unternehmenssoftware zeit- und volumenbasiert beziehen können sollen. Ob diese dann von einem Server in Frankfurt oder – nach Absprache mit dem Unternehmen – näher am Firmenstandort Kiel, also z.B. in Hamburg, gestartet werden, damit hat das Unternehmen nichts mehr am Hut. Es zahlt lediglich dafür. Dasselbe gilt für die Art und Weise, auf die Services zur Verfügung gestellt werden. Sicherheitssoftware, Backuplösungen, SQL-Datenbanken und der ganze Sermon, für den man bereits in mittelgrossen Firmen eine ausgewachsene IT benötigt, können auf verteilten Servern liegen, ohne daß der Kunde davon etwas merkt oder wissen muss. So können nicht nur gezielt Leistungsmengen und Fähigkeiten eingekauft werden, sondern es wird nebenbei noch die Verantwortung für das Funktionieren und die Datensicherheit „outgesourced“.

Auch wenn ich noch nicht alle Möglichkeiten durchschaut habe, die auf der Azure-Website so gepriesen werden, so kann ich mir nun gut vorstellen, wie durch einen solchen Cloud-Service Firmen ihre Effizienz steigern und Kosten senken können. Um jedoch das entsprechende Vertrauen der Chefs zu bekommen, das man bei solch sensiblen Daten für die Akzeptanz des Produkts zwingend benötigt, sollten SOLCHE Probleme allerdings baldigst der Vergangenheit angehören.
Schafft Microsoft das, haben sie meiner Meinung nach einen Riesenmarkt vor sich.

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