HP behält sein PC-Geschäft

von joerg-pittermann

· 2 min Lesezeit

Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln
Überraschung in der späten Abendstunde in Deutschland: Der US-Konzern Hewlett-Packard – kurz HP – behält sein PC-Geschäft. Diese Aussage kommt von der neuen Konzernchefin Meg Whitman – denn „Zusammen sind wir stärker“ (vergleiche hierzu auch die Berichterstattung auf golem.de). Folgend ein kurzer Rückblick zu den Ereignissen der letzten Wochen und eine kurze, persönliche Einschätzung bezüglich der Zukunft des Traditionsunternehmens.
b>Sommer 2011
Für alle die jetzt nicht wissen warum sich HP zu einer solchen Aussage hinreißen lässt, gibt es an dieser Stelle nochmals einen kleinen Ausflug in die jüngste Firmengeschichte: Im Sommer hatte der damalige HP-Chef Leo Apotheker noch die Losung ausgegeben, das Hardware nicht mehr das Gelbe von Ei sei und nur noch Software zählt – insbesondere Cloudcomputing, sei die Zukunft für HP. Mehr Marge, mehr Möglichkeiten, einfach der bessere Weg. In Folge wurde auch WebOS eingestampft und viele viele WebOS-Produkte für kleines Geld verramscht und die PC Sparte zur Disposition gestellt. Der Aktienkurs von HP rauschte nach unten und am Ende verlor Leo Apotheker seinen Job und Meg Whitman übernahm das Steuer.

Neue Überzeugungen
Mit Whitman kam das Management zu der Überzeugung, dass das PC-Geschäft viel zu eng mit den anderen Sparten des Konzerns verzahnt sei und so zwei einzelne Teile bei weitem nicht so effektiv und sinnvoll zusammengewirkt hätten wie die Einheit aus Hardware und Software. Damit geht jetzt für HP die Zeit der Unsicherheit vorbei. Hier hat Whitman als Chefin ganz klar Farbe zu HP und zu der gemeinsamen Zukunft mit Hardware bekannt. Soweit so gut, aber jetzt muss erstmal die Kundschaft überzeugt werden, dass auch HP-Hardware gekauft werden kann, denn vor Überraschungen ist man bei HP nicht wirklich gefeit, wie die Vergangenheit deutlich gezeigt wird. Kundenvertrauen und Geld ist massiv flöten gegangen und um wieder dafür zu Sorgen, dass die HP-Hardware gekauft wird, muss der Konzern wieder viele Marketing-Dollar in die Hand nehmen. Dies bei einem Geschäft das per se eh sehr geringe Margen aufweist. Wenn überhaupt, denn Businesskunden werden sicherlich nicht mehr so schnell wiederkommen und Privatkunden sind dank iPad und Co wesentlich schwerer zu erreichen. Auch mit dem Ansatz Laptops und PC individuell zu konfigurieren wird HP sich sicherlich nicht einfach tun. Dell ist in diesem Geschäftsfeld schon seit Jahren aktiv und sieht auch nicht sonderlich viel Land.

Was kommt?
Vielleicht war die Entscheidung von Apotheker nicht sonderlich geschickt und die am besten kommunizierte Entscheidung, aber wenigsten hat er den Mut gehabt das Unternehmen nachhaltig zu verändern. Diesen Mut besitzt die Nachfolgerin nicht. Die Aktionärsstruktur und Verwaltungsrat sind bekannte Strukturen doch lieber. Schade, damit hat HP sich die Zukunft erst Recht verbaut. Schauen wir einfach zu wie die Zukunft mit HP umgeht und was sich HP sonst noch für Sperenzchen erlaubt.

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