Google Music ist da oder auch nicht
Start des Online-Musikdienstes. Angriff auf Apple & Amazon.
Gestern Abend 23 Uhr in Mountain View, CA war es an der Zeit, dass Google zum großen Schlag gegen Apple ausholte. Drei der vier Giganten im Musikbusiness sind mit an Bord und steuern mit aggressiven Preisen und kostenlosen Leckererbissen als Munition auf Cupertino zu. Neutral wie sonst immer die Eidgenossen, werden wir Deutsche mal wieder außen vor gelassen. Während Apple für seinen neuen Wunderdienst mit dem Namen iTunes Match $25 pro Jahr verlangt, bleibt Google Music (vorerst) weiter kostenlos. Dass es Warner Music nicht bis zum Auslaufen des neuen Musik-Giganten an Bord schaffte, sollten Universal, EMI und Sony Music samt deren Künstler nur in die Karten spielen.
Viel wichtiger für die Musikliebhaber in den USA, dem einzigen Land, in dem Google Music bereits jetzt offiziell verfügbar ist, dürften die kostenlosen musikalischen Leckerbissen großer Bands wie den Rolling Stones (sechs bislang unveröffentlichte Live-Konzerte), Coldplay (fünf Live-Aufnahmen) und Sängerinnen wir Shakira (Studioalbum) sein. Auch an die Newcomer und die unabhängigen Musiker wurde gedacht. Für deren Aufstieg im Musikbusiness dient der Dienst „Artist Hub“, über den eine eigene Künstler-Webseite erstellt, Musik hochgeladen und den Millionen von Android-Kunden zugänglich gemacht werden kann.
In der Google-Music-Cloud steht jedem User Platz für 20.000 Songs zur Verfügung. Automatisch auf den Abspielgeräten gespeichert werden die zuletzt gehörten Lieder, damit man sie auch offline genießen kann. Das Erstellen von Listen für den Offline-Genuß wird ebenfalls möglich sein. Jeden gekauften Song, die übrigens als 320-kbit-MP3s zur Verfügung gestellt werden, kann ich meinen Freunden bei Google+ empfehlen, die diesen ein Mal auch kostenlos anhören können. Aktuell stehen ca. 13 Millionen Musikstück zum Download zur Verfügung, sodass für eine gute Auswahl auf jeden Fall gesorgt ist. Die Preise von 99 Cent bis $1,29 sind human. Bezahlt werden die gekauften Songs entweder per Kreditkarte oder Google Checkout. Als Big-Player unter den amerikanischen Mobilfunkanbietern wird es für T-Mobile-Kunden in den USA möglich sein, gekaufte Musik direkt mit ihrer Telefonrechnung zu bezahlen. Laut T-Mobile-Aussagen sind inzwischen drei von vier verkauften Geräte Smartphones, wovon 90 Prozent mit Android ausgestattet sind. Andere Bezahlmöglichkeiten gibt es (noch) nicht.
Während der einjährigen Betaphase von Google Music hätten laut Google-Manager Jamie Rosenberg im Schnitt 2,5 Stunden pro Tag Musik über ihren Computer oder ihr Smartphone gehört und in etwa 100 Millionen kostenlose Songs abgerufen. Ähnlich wie iTunes in den USA, wird auch Google Music regelmäßig kostenlose Lieder von noch unbekannten Musikern anbieten. Inwieweit Google hier wirklich Apple und Amazon angreifen kann, wird sich zeigen. Meiner Meinung nach wird Google Music eher zum Problem von Amazon. iOS-User werden zum Großteil weiter intensiv bei iTunes zuschlagen, für Android-User wird es kaum noch einen Grund geben, nicht Google Music zu nutzen. Ein Welt für sich, ähnlich der iTunes-Welt bei Apple, baut sich nun auch Google auf, sodass es nicht verwundert, dass man einen Musik-Shop gleich in den Online-Softwaremarkt Google Marketplace integriert. Musik und Apps in einem Store – wir Nutzer lieben die Bequemlichkeit.
Die Veranstaltung von gestern Abend könnt ihr euch im Android-YouTube-Kanal noch einmal in Ruhe anschauen.
Bilderquellen: Stadt-Bremerhaven.de und Android Community












