Google I/O Keynote Tag 1 – Android 4.1 Jelly Bean

von patrick-meyhofer

· 5 min Lesezeit

Jelly Bean 4.1 – die neue Android-Version
Heute war es endlich soweit: Die Google I/O begann um kurz nach 18:30 Uhr deutscher Zeit im Moscone Center, San Francisco. Vic Gundotra, Senior Vice President of Social Business, betrat die Bühne und begrüßte die 6.000 Besucher im Kongresszentrum sowie über eine Million Zuschauer, die das Event live über YouTube auf der offiziellen Seite verfolgten.
Zunächst präsentierte man einige aktuelle Statistiken über den Erfolg von Android im letzten Jahr. Gab es 2011 noch 100 Millionen Android-Geräte mit täglich 400.000 neuen Aktivierungen, konnte man diese Zahl erheblich steigern. Bis zum heutigen Tag sind 400 Millionen Android-Geräte im Umlauf und jeden Tag werden eine Million neue Geräte aktiviert, was ca. zwölf Geräten pro Sekunde entspricht. Dies spricht für das starke Wachstum von Android, was auch die bisherigen Marktanteile widerspiegeln, gut erkennbar zum Beispiel in der Studie von Gartner.

Android Jelly Bean 4.1

Die Keynote begann mit der Vorstellung der neuen Android-Version Jelly Bean. Wie Screenshots bereits angedeutet hatten, hat Google die Versionsnummer auf 4.1 festgelegt. Der Grund ist relativ klar: Die Verbesserungen sind sinnvoll, aber nicht so revolutionär, dass sie einen großen Sprung auf Version 5 gerechtfertigt hätten. Zudem basiert Jelly Bean direkt auf der Vorgängerversion Ice Cream Sandwich Version 4.0.

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Als erste Verbesserung der nächsten Android-Version wurde „Project Butter“ vorgestellt. Dessen Ziel soll sein, das gesamte Android-Erlebnis deutlich flüssiger und performanter ablaufen zu lassen. Das Ganze soll mit 60 Frames pro Sekunde funktionieren, zusätzlich wird Jelly Bean voraussehen, wo der Finger des Nutzers sein wird. Google zeigte ein paar mit einer Highspeed-Kamera aufgenommene Demos, die die Unterschiede zwischen ICS und Jelly Bean darstellten. Man sah deutlich die verbesserte Performance des Systems selbst, aber auch bei den Apps.

Die nächste nützliche Funktion sind Verbesserungen des Homescreens mit anpassbaren Widgets. Diese passen sich jetzt automatisch an die verfügbare Größe des Bildschirms an, App-Symbole werden automatisch verschoben. Das sollte man sich in einer Demo anschauen, es lässt sich nur schwer mit Worten beschreiben. Definitiv aber eine nützliche Funktion.

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Google bietet nun auch Spracherkennung in einer Offline-Variante an. Der Vorteil ist leicht ersichtlich: Auch ohne aktive Datenverbindung im Zug oder im Ausland kann man nun E-Mails, SMS & Co. direkt diktieren. Bisher benötigte man hier eine Datenverbindung, da die Erkennung zunächst an die Google-Server geschickt wurde. Derzeit gibt es sie leider nur in englischer Sprache, Google kündigte aber an, dass weitere Sprachen folgen werden.
Wer die vielen Tastaturlösungen unter Android, zum Beispiel SwiftKey, Swype usw. kennt, der weiß, dass die Standard-Android-Tastatur zwar gut ist, aber immer noch verbessert werden kann. Daher hat man jetzt auch der Tastatur eine Vorhersagefunktion spendiert.

Google denkt aber auch an Menschen mit Behinderungen und verbessert seine Barrierefreiheit. Es gibt jetzt einen Gesten-Modus für Sehbehinderte, der die Braille-Schrift für Ein- und Ausgabe mitbringt.
Zudem wurde die Kamera-App sinnvoll verbessert. Nachdem man ein Foto geschossen hat, kann man sich direkt per Wisch nach rechts das Ergebnis anschauen, ohne in die Galerie wechseln zu müssen. Das hat einen guten Eindruck hinterlassen.

Elgato Game Capture HD“

Nach meiner Einschätzung eine der besten Funktionen sind die neuen Benachrichtungsmöglichkeiten, die bisher schon gut in Android umgesetzt waren. Mit Jelly Bean wurden diese aber sozusagen aufgebohrt. Man kann nun aus der Benachrichtigung über verpasste Anrufe direkt zurückrufen, einkommende Mails von den einzelnen Absendern besser sehen und muss auch nicht mehr die Gmail-App dafür öffnen. Auch können jetzt Fotos direkt in der Benachrichtungsleiste angezeigt werden, nicht nur reiner Text.

Als Google vor wenigen Tagen die offizielle I/O App veröffentlichte, konnte man bereits am Screenshot ahnen, dass auch die Google-Suche ein Update erfahren würde. Genauso ist es auch gekommen: Wir dürfen uns über eine verbesserte Voice-Suche freuen. Im demonstrierten Beispiel wurde auf Fragen direkt mit einigen Kerninformationen geantwortet, dank Knowledge Graph von Google. Man kann beispielsweise fragen, wer das Staatsoberhaupt Deutschlands ist, wie viele Einwohner Deutschland hat usw. Das funktionierte in den Beispielen sehr gut und kann in diesem Punkt anscheinend durchaus “Siri” von Apple Konkurrenz machen. Ist man mit dem ersten Ergebnis nicht zufrieden, wischt man es einfach weg und bekommt die normale Suchmaske von Google geliefert.

Des Weiteren kündigte man Google Now an. Wie der Name erahnen lässt, will Google hier Ergebnisse in Echtzeit präsentieren. Beispiel gefällig? Google teilt dem Nutzer mit, dass auf seiner Route Stau ist und schlägt eine verkehrsoptimierte Route vor (das kennen wir bereits aus Google Maps), erzählt, wann der nächste Bus/Flug kommt und wie lange er zum Ziel fährt, damit man es noch rechtzeitig zum Termin schafft. Hier befürchte ich, dass dies noch nicht so perfekt mit dem deutschen Nahverkehrsnetz funktioniert, maximal wohl erst einmal in den Ballungszentren. Wer ein Lieblingsteam in der Bundesliga hat, der kann sich mit Google Now automatisch in Echtzeit über die aktuellen Ergebnisse informieren.

Natürlich eine der brennendsten Fragen, nachdem man die Verbesserungen gesehen hat: Wann ist Jelly Bean auf unseren Geräten verfügbar? Google macht hier nur Angaben zu den Nexus-Geräten, die von ihnen offiziell mit Updates beliefert werden. Man verkündete die Auslieferung für Mitte Juli.

Insgesamt eine gelungene Vorstellung, auch wenn sicher nichts Revolutionäres dabei war. Nun wird es hoffentlich leichter sein, Jelly Bean schnell auf Geräten zu bekommen, die kein Nexus besitzen. Man sollte sich bei Gelegenheit noch einmal das aufgezeichnete Video der Keynote anschauen, sobald es bei YouTube veröffentlicht wird. Dort sieht man gelungene Praxisbeispiele.

Play Store
Google präsentierte zudem Neuerungen im hauseigenen Play Store und begann auch hier zunächst mit ein paar aktuellen Zahlen. Aktuell befinden sich 600.000 verschiedene Apps und Spiele im Store. 20 Milliarden Apps wurden bisher aus dem Play Store heruntergeladen und auf Android-Geräten installiert.

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Als nächstes wurde die Möglichkeit angekündigt, App-Verschlüsselungen anzuwenden. Interessanter war aber das Smart App Updates Feature. Hierdurch wird sichergestellt, dass nur die Teile einer App (APK) neu aus dem Play Store geladen werden müssen, die sich verändert haben. Dadurch spart man Traffic und Zeit, insbesondere bei langsamen mobilen Verbindungen. Positiv für Entwickler ist, dass das Ganze automatisch durch den Play Store realisiert wird, ohne dass in der App-Programmierung etwas unternommen werden muss. Die Funktion soll ab Gingerbread 2.3 funktionieren.

Dazu kommt noch, dass man auch TV-Serien und Magazine nun käuflich erwerben kann. Ihr ahnt es vermutlich bereits: Aufgrund der Rechtesituation in Deutschland wird dieses bei uns erst einmal nicht kommen, wir müssen uns hier weiterhin mit Büchern begnügen.

Bildquellen:Google I/O Eröffnungs-Keynote

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