Geschichten erzählen auf moderne Art und Weise

von anne-meissner

· 3 min Lesezeit

Lasset uns kuratieren! Der neue Trend im World Wide Web
Nach Pinterest macht sich nun ein neuer Trend im sozialen Web breit. Kuratieren nennt sich er sich und befasst sich mit dem Sammeln von unterschiedlichen Inhalten aus sozialen Netzen um daraus eine eigene Geschichte zu entwickeln. Momentan sieht es so aus als ob sich Storify.com als Vorreiter in diesem Bereich durchsetzt. Schafft Storify es Geschichten lebhafter zu gestalten? Und vor allem: wie sieht die rechtliche Basis eines solchen Portals aus?
Über Storify
Storify ist ein Startup-Unternehmen aus San Francisco welches seine Beta Version bereits im Jahr 2010 veröffentlichte. Storify hebt sich von seiner Konkurrenz durch sein ansprechendes Erscheinungsbild und seine einfache Bedienung ab und scheint sich daher als das Kurartier-Portal durchzusetzen.

Das Prinzip
Während Nachrichten in sozialen Netzwerken eher durcheinander erscheinen und auf verschiedenen Plattformen, kann man diese auf Storify nach eigenem Ermessen sortieren, filtern und zusammensetzen. Das Ganze wirkt ein wenig wie das erstellen von Collagen im modernen Web.

Die Praxis
Zur Anmeldung kann man seinen Facebook- oder Twitter-Account verwenden oder einen eigenen Storify-Account erstellen. Die Geschichten lassen sich auch ohne Account erstellen, jedoch stehen einem dann einigen Funktionen nicht zur Verfügung (z.B. das Speichern).
Storify ermöglicht es dem Nutzer durch verschiedene Quellen (z.B. mit Tweets, öffentlichen Facebook-Meldungen, Youtube-Videos, uvm.) die Geschichten zu erstellen. Die individuellen Geschichten lassen sich dann speichern, in soziale Netzwerke teilen und auf Webseiten einbetten.
So lassen sich zum Beispiel unterschiedliche Meldungen von verschiedenen Personen zu einer Geschichte zusammenfügen. Natürlich hat man selbst auch die Möglichkeit zwischen den Nachrichten eigene Kommentare hinzuzufügen.
Möchte man eine Geschichte erstellen, gibt man seinen gewünschten Suchbegriff in die rechte Leiste ein und kann dann auswählen aus welchem Netzwerk man die Informationen zu seiner Nachrichten-Collage hinzufügen möchte (z.B. Tweets oder Fotos aus Instagram). Die Nachrichten lassen sich ganz einfach per Drag & Drop in den Zeitstrahl einfügen und sortieren.

Neben der Möglichkeit Geschichten zu erstellen, lassen sich natürlich auch Geschichten anderer Mitglieder betrachten. Gibt man einen deutschen Begriff ein findet man schnell zahlreiche Geschichten. Leider fehlt aber die Möglichkeit generell die Nachrichten nach Sprache zu sortieren.

Apps – Storify im mobilen Einsatz
Storify lässt es sich natürlich nicht nehmen und möchte sein Angebot auch mobil verfügbar machen. Momentan gibt es jedoch nur die iPad App die es den Nutzern ermöglicht Geschichten per Fingertipp zu erstellen oder Geschichten im Netzwerk zu lesen. Die App lässt sich gratis aus dem App-Store laden.

Für WordPress-Nutzer gibt es ein Storify-Plugin mit dem sich Tweets und Statusmeldungen endlich einbinden lassen. Twitter, Facebook, usw. selbst bieten diese Möglichkeit leider nicht und man kann entsprechende Meldungen sonst nur per Link im Artikel verknüpfen.

Der rechtliche Aspekt
Ohne Frage kann Storify für eine gewisse Zielgruppe einen Mehrwert darstellen. Das System ist zudem wirklich gut gemacht und Geschichten lassen sich mit einer Leichtigkeit erstellen die zum Nutzen anregt. Wäre da nicht irgendwo der rechtliche Aspekt. Wie war das noch mit dem Urheberrecht? Sollte man wirklich Inhalte anderer verwenden und zu einem Teil des eigenen Werkes machen?
Kurz gefasst begibt man sich bei der Verwendung solcher Portale (z.B. auch Pinterest) definitiv in eine Grauzone. Diese Diskussion tritt immer öfter auf sodass es wohl auf kurz oder lang dazu kommen wird, dass das Urheberrecht auf unsere Ansprüche angepasst wird. Solange kann man entsprechende Portale nicht bedingungslos ohne schlechtes Gewissen nutzen. Wer mehr wissen möchte findet hier weitere Informationen.

Storify Screenshots“

Fazit
Die Nutzung macht Spaß und geht ähnlich leicht von der Hand wie Pinterest. Jedoch ist die Nutzung nicht komplett unbedenklich und daher sollte jeder für sich das Risiko abwägen dass er dort eingeht.
Dennoch: auch wenn man selbst das „Risiko“ nicht eingehen möchte fremde Inhalte für seine eigenen Geschichten zu verwenden, lohnt sich ein Blick auf Storify. Fast mehr Spaß macht nämlich das Lesen der Geschichten auf Storify die andere Mitglieder erstellt haben. Auch Zeitungen (z.B. die BILD oder die RheinZeitung) setzen teilweise schon auf Storify und daher ist anzunehmen, dass der Trend sich weiter ausbreiten wird.

Was haltet ihr von dem Prinzip? Habt ihr es vielleicht schon ausprobiert oder würdet andere Portale in dem Bereich empfehlen?

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