Gemischtwaren: Netzwelten

von joerg-pittermann

· 3 min Lesezeit

iTunes, Verhaltenskodex, App Store
In der Neuankündigung des iPod shuffle hat Apple noch eine kleine Neuerung versteckt: iTunes 8.1. Die neueste Version von iTunes wird bereits zum Download bereitgestellt und bietet neben der Unterstützung des neuen iPod shuffle 3G auch eine Verbesserung der Geschwindigkeit beim Laden großer Medienbibliotheken, bei der iTunes Store Nutzung und beim Synchronisieren von iPods und iPhones. So lautet auf jeden Fall die Ankündigung von Apple. Und das stimmt, iTunes ist nun wirklich schneller. Nötig war auf jeden Fall die Geschwindigkeitserhöhung, insbesondere bei der Nutzung des iTunes Store, selbst bei einer 10-Mbit-Anbindung war sie schrecklich langsam. Und da machte das Stöbern und Einkaufen keine wirklichen Spaß – was sich sicherlich auch schon das eine oder andere mal positiv auf meine Kreditkarte ausgewirkt hat – sprich Apple hat kein Geld von mir bekommen. Jetzt unter Apple.de zum Download erhältlich.
Google bietet in Zukunft Werbung an. Soweit nichts neues, denn dass ist das Geschäftsmodell von Google. Die Werbung orientiert sich aber nicht mehr an dem Inhalt der angezeigten Webseite oder Websuche, sondern – jetzt wird es interessant – an dem Online-Verhalten des Nutzers. Hat der Nutzer Webseiten mit Angelzubehör besucht, so werden in den folgenden Google-Adsense-Anzeigen auch Anglerzubehör-Angebote eingeblendet. Dazu kann man ganz Web 2.0-mässig im Ad Preference Manager von Google selber Interessen hinzufügen, oder aber entfernen. Momentan ist mein Interesse laut Google gleich null – und dass obwohl ich im Schnitt die Google-Suche knapp 900 mal im Monat nutze. Gucken wir mal, wie sich meine Interessen in den Augen von Google in Zukunft ausfallen. Positiv muss erwähnt werden, dass Google dem User selber die Wahl lässt, welche Interessen für Google interessant sein können oder nicht. Auf der anderen Seite ist dies nur die erfolgreiche Umsetzung der goldenen 6A Regel (Alle anfallenden Arbeiten auf andere abschieben) – also ganz nach dem Geschmack von Web 2.0 und User-Generated Content. Natürlich wird es auch wieder Menschen geben, die Google als Datenkrake schimpfen, aber so ist nun mal der Lauf der Dinge.

Soziale Netzwerke sind die reinen Datenmüllhalden – alles was dort veröffentlicht wird ist mehr oder weniger offen zugänglich und früher oder später über eine Suchmaschine wieder auffindbar. Die Nutzer sind sich entweder dieses Problems nicht bewusst oder aber sind schlicht und ergreifend überfordert, wenn es darum geht die Privatsphäre in einem sozialen Netzwerk zu wahren. Natürlich könnte jetzt behauptet werden, dass der mündige Bürger selber wissen solle, was er tut – aber das ist manchmal doch etwas kurzgegriffen, da auch Jugendliche und Kinder in den verschiedenen sozialen Netzwerken wie SchülerVZ unterwegs sind. Auch deshalb haben die Plattformen StudiVZ, SchülerVZ , Lokalisten dieser Tage gemeinsam einen Verhaltenskodex unterschrieben, den die drei Netzwerke unter Führung der Freiwilligen Multimedia-Diensteanbieter (FSM) ausgearbeitet haben. Zu den Maßnahmen gehören unter anderen, dass die Privatsphäre bereits in der Standardeinstellung stärker geschützt wird, dass Cyber-Bullying verhindert wird und die Profile von unter 16 jährigen nicht in Suchmaschinen veröffentlicht werden. Grundsätzlich ist dies sicherlich ein lobenswerter Schritt in die richtige Richtung, aber trotzdem muss das Bewusstsein der Menschen wachsen, dass mit dem Internet neue Türen und Möglichkeiten aufgestoßen werden.

Und die Zahl der Apps im Apple Apps Store wächst weiter. Anfang März hat die Zahl der veröffentlichten Apps bei 25.000 gelegen und jetzt durchstoßen wir schon die 27.000er Grenze, so 148apps. Ende März können dann schon die 30.000 angepeilt werden. In wieweit die Wirtschaftskrise den Boom abschwächt ist noch nicht abzusehen, da fehlen noch die Zahlen von Apple. Dass die Zahl der Apps aber unaufhaltsam steigt ist auch logisch, denn einfacher können Entwickler nicht Geld verdienen. Bereitstellung der Apps, User-Reviews, Bezahlvorgang – all dass wird von Apple gemanaged. Und es zahlt sich für beide Seiten aus. Die Vereinbarung zwischen Apple und den Developern lautet. Die Devoloper bekommen 70% des Kaufpreise von Apple ausgezahlt, Apple behält 30% für als Gebühr für die Dienstleistungen.

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