Gemischtwaren: Netzwelt und Co

von joerg-pittermann

· 4 min Lesezeit

Hotspots, Wissen, Suchen, Spazierengehen
Mein Handy ist mein eigener Hotspot Hotspots sind eine praktische Sache – die Werbung verspricht Internet in drei Schritten: 1. Laptop aufklappen 2. Einloggen 3. Surfen. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Zum einen ist der Hotspot nicht immer da wo man ihn braucht und zum anderen ist Hotspot-Surfen noch ganz schön teuer – wenn ich meine Hotspotrechnungen zusammenzähle kommen mir manchmal die Tränen. Wie gut, dass ich jetzt meinen eigenen Hotspot in der Tasche haben kann. Mit einem Symbian S60 Handy mit WLAN (meistens ein Nokia der N- oder E-Serie), der Software JoikuSpot und einem Datentarif auf dem Handy.
Die Software gibt es einmal als Freeware Version und ebenso als Bezahlversion. In beiden Fällen macht sie aus dem Handy einen WLAN-Hotspot, an den sich alle WLAN-fähigen Geräte inkl. dem iPod Touch oder iPhone einklinken können. Einfacher geht es nicht. Und je nach Handy und Mobilfunknetz kann ich aktuell bis zu 7.2 Mbit/s im Download und immerhin 1.45 Mbit/s im Upload abrufen. Und wer jetzt mit einem großen „ABER“ kommt, dass das Handy auch via Bluetooth als Modem dienen kann, dem möchte ich nur die Frage stellen, ob mehrere Geräte das Bluetooth-Signal vom Handy gleichzeitig abgreifen können und ob jedes Gerät, das ins Internet gehen kann auch Bluetooth hat. Ein kleiner Hinweis noch: In der Freeversion wird das WLAN Signal leider nicht verschlüsselt, so dass jeder auf Kosten des Hotspot-Spenders surfen kann. Ansonsten ist das eine super Sache, die auch surfen im Auto oder am Pool im Urlaub extrem vereinfachen kann.

Wegwerf-Mailadressen

Im heutigen Web 2.0 muss man sich häufig anmelden um den Service des Web 2.0-Dienstes in Anspruch zu nehmen. Was aber, wenn man seine E-Mail-Adresse nicht preisgeben möchte oder einfach Angst vor Spam hat, der evtl. einen in Folge der Anmeldung überrollt? Da gibt es natürlich auch eine Web 2.0 Anwendung dafür. Kurzfristige und einmalige E-Mail-Adressen zum Wegwerfen. Mit wegwerfmail.com kann man eine beliebige temporäre E-Mail-Adresse erstellen oder einfach eine temporäre Wunsch E-Mail-Adresse erstellen. Mit dieser kann man sich bei dem Dienst seiner Wahl anmelden, dann die evtl. Aktivierungsemail abrufen und dann getrost die E-Mail-Adresse vergessen. Und das ganz im frohen Gewissen, keinen Spam zu bekommen.

Google Maps

Google Maps hat in seinen Karten ein neues Feature eingefügt, dass sehr interessant ist – und zwar Routenplanung für Fußgänger. Noch ist nicht alles perfekt, einige Wege führen z.B. noch durch Gebäude durch, aber als Navigationstool fürs Spazierengehen ist es sicherlich ein guter Ansatz, der bald noch verfeinert werden kann. Als weitere Ergänzung zu Google Maps, die uns in Europa wohl bald komplett erreichen wird, ist die Google Streetview genannte Funktion. Momentan fahren durch fast alle Westeuropäischen Länder Autos mit einer 360 Grad Kamera auf dem Dach herum, die Fotos werden von Google zusammengefügt, persönliche Informationen unkenntlich gemacht und dann in Google Maps hinterlegt, so dass man sich die Route mit samt der Fotos links und rechts der Strasse anschauen kann. Entlang der 2008er Route der „Tour de Francs“ kann man übrigens schon Streetview bewundern, hier am Beispiel von Paris.

Cuil (ausgesprochen „Cool“)

Cuil ist eine neue Suchmaschine, die sich als Google-Herausforderer platziert. Der Vorteil gegenüber dem Weltmarktführer in Sachen Suchmaschine ist ein angeblich größerer Index, relevantere Suchergebnisse und mehr Datenschutz. Noch ist es etwas zu früh um die Qualität und die Chancen von cuil im Suchmaschinenmarkt zu bewerten, aber für einen ersten Eindruck reicht es wenigstens. Die Anzahl der bisher von cuil erfassten Seiten beläuft sich auf 121.617.892.992, was im Vergleich zum Schwergewicht Google mit über 1.000.000.000.000.000 natürlich nicht soviel ist.

Das Interface von cuil ist nicht ganz so sauber und einfach wie von Google, aber auch gut gestaltet. Die Darstellung der Suchergebnisse kann je nach Gusto in 2 oder 3 Spalten erfolgen und je nach Kontext werden in den Suchergebnissen relevante Zusatzinformationen eingeblendet, die bei der Verfeinerung der Suche helfen dürfen. Cuil legt übrigens – anders als Google – weniger Gewicht auf die Popularität (PageRank) sondern auf die Relevanz der Seite für das Gesuchte. Positiv zu bemerken ist aber auch dass cuil keine persönlich identifizierbare Daten sammelt. Schauen wir mal wie sich cuil im Wettbewerb schlagen kann.

Google Knol

Vor wenigen Tagen hat Google ein neues Projekt an die Öffentlichkeit gebracht, dass aber schon lange angekündigt war – Google Knowledge, kurz Knol , ein Wissensportal. Momentan sind nur wenige Artikel in dem Portal zu finden, außerdem sind diese nur englischsprachig. Knol ist weniger ein Wikipedia Abklatsch, sondern laut Google eine Möglichkeit für Experten ihr Fachwissen einzubringen. So darf nicht a la Wikipedia in jeden Artikel „rumeditiert“ werden, wenn man etwas besser weiß, sondern nur in den Artikeln, die der Autor dafür freigegeben hat. Allerdings darf der User Knol-Artikel kommentieren und inhaltliche Änderungen vorschlagen.

Ob Knol jetzt wirklich einen besseren und erfolgreicheren Ansatz als Wikipedia verfolgen kann, kann man jetzt noch nicht abschätzen. Aber es kann jetzt schon festgehalten werden, dass Google eine weitere Runde in dem weltweiten Kampf um die Informationen eingeläutet hat, die der Welt online zur Verfügung stehen.

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