Fröhliche Weihnachten mit einem Apple iMac

von oliver-hofmann

· 5 min Lesezeit

Ein Leidensbericht
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Ich bin seit November in Edinburgh, Schottland, und schreibe dort meine Doktorarbeit im Bereich „Environmental Engineering“. Zu Weihnachten dachte ich „Gönne dir mal was!“, und das Produkt meiner Begierde sollte ein neuer iMac 20 Zoll in der kleinen Ausstattung sein. Bei Cyberport fand ich ein attraktives Angebot, gibt es doch günstig ein Bundle von besagtem iMac samt DVB-T-USB-Stick plus Edu-Rabatt. Der iMac kam, wie ich es von Cyberport gewohnt war, innerhalb von zwei Tagen nach der Bestellung bei mir an. Ich freute mich schon auf dessen Benutzung über Weihnachten, das ich bei meiner Familie zuhause in Franken verbracht habe. Doch die Freude sollte nur kurz währen…

Zunächst einmal zum neuen iMac: Als ich dessen neues Design auf Steve Jobs Keynote sah, wollte er mir nicht so recht gefallen, zu dominant fand ich den „schwarzen Trauerrand“ um das Display herum und auch mit der vom MacBook bekannten Tastatur konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Auf der diesjährigen IFA in Berlin konnte ich dann den neuen Alu-iMac zum ersten Mal aus der Nähe bestaunen. Ich war überrascht, wie sehr er mir dann doch gefiel, vor allem die Alu-Optik gibt dem iMac etwas sehr Hochwertiges. Ende Oktober kam dann ja auch noch Mac OS X 10.5 Leopard heraus, ein Grund mehr, mir den neuen iMac zu bestellen.

Am 22. Dezember kam ich in Deutschland an und als ich zuhause war, packte ich als erstes den auf mich wartenden iMac aus; ein herrliches Gefühl. Als ich den iMac aufgestellt hatte, war allerdings meine Enttäuschung groß – der iMac lief nur mit Mac OS X 10.4 Tiger und nicht mit Leopard. Na toll! Ich dachte eigentlich, alle neuen Apple-Computer kommen mit OS X 10.5 vorinstalliert? Zwar lag dem iMac eine „Drop-in CPU OS X 10.5“-DVD bei, und das Upgrade lies sich ohne Probleme installieren, aber meiner Enttäuschung tat dies keinen Abbruch. Ich wollte einen neuen iMac mit OS X 10.5 und nicht ein altes Produktionsmodell mit Tiger!

Nun gut, die Freude an Leopard nahm mir schnell den ersten Frust, das System mit seinen vielen interessanten Features ist wirklich großartig, vor allem „QuickLook“ hat es mir sehr angetan. Ich kann jetzt jede Datei – sei sie im Finder, auf dem Desktop, in einem E-Mail-Anhang oder sogar im Papierkorb – einfach per Druck auf die Leertaste ansehen, ohne das entsprechende Programm zu öffnen. Der 3D-Look des Docks ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht großartig störend, wie man es vielerorts im Web lesen kann. „Stacks“ sind nett, aber warum müssen die so krumm im Raum gebogen dargestellt werden? Die Gitteransicht ist mir lieber. „Screen Shareing“ via iChat ist ebenfalls fantastisch; so kann ich immer ganz einfach auch aus der Entfernung auf die Rechner meiner Familie zugreifen. Schön wäre es, überließe es Apple dem Anwender, ob er das Dock im 3D- und die Menüleisten im durchsichtigen Look haben möchte. Diese Einstellungsmöglichkeiten werden hoffentlich mit einem Systemupdate nachgeliefert. Etwas überrascht war ich, dass ich in Leopard nicht mehr mit einem Rechtsklick, beispielsweise auf ein Programm oder den Papierkorb im Dock, ein Befehlsmenü bekomme; dazu muss, wie unter Panther, wieder Controll plus Linksklick betätigt werden. Hab ich was übersehen oder ist das ein gewaltiger Rückschritt?

Zurück zum iMac; sehr positiv ist, dass die USB-Ports an der Tastatur endlich vollwertige Anschlüsse sind und nicht zu wenig Strom haben für beispielsweise Digitalkameras oder iPods. Schade, dass der Apfel an der Frontseite nicht mehr leuchtet, wenn der iMac in den Ruhezustand übergeht. Ebenso fehlt mir der Magnet an der Seite, um die Apple-Remote zu befestigen. Das verbaute TN-Panel im iMac ist in der Frontalansicht hell und die Farben sehen sehr kräftig aus, doch ist der Seitenblickwinkel sehr eingeschränkt. Schnell wird das Bild gelb-gräulich; hier hätte ich mir einfach etwas Hochwertigeres gewünscht. Die Tastatur muss man lieben oder einfach hassen. Ich habe mich noch nicht entschieden, irgendwie finde ich die Übernahme des MacBook-Designs für eine Desktop-Tastatur nicht gelungen, so sagenhaft flach sie auch sein mag. Der Alu-Look ist richtig gut geworden, der iMac sieht fantastisch aus. Alles in allem ein sehr gutes Design.

So weit, so gut. Mein iMac scheint aber ein Montagsgerät gewesen zu sein, denn am dritten Tag nach dem Einschalten, an Heiligabend 2007, starb mein iMac einen plötzlichen Tod: Während des Arbeitens verdunkelte sich plötzlich der Bildschirm, wie er das normalerweise kurz vor dem Ruhezustand tut, und dann hängte sich das System komplett auf, nichts ging mehr. Mit einem längeren Drücken des Startknopfes konnte ich den iMac ausschalten. Dann kam es dicke: Ich versuchte, den iMac ganz normal neu zu starten, doch alles, was ich hörte, war nicht der Mac-Startsound, nein, nur ein leichtes Surren des Superdrives und sonst nichts. Nada, niente, nothing, nüscht! Der Bildschirm blieb einfach schwarz. Wäre die Meldung „An den Feiertagen vorübergehend geschlossen“ gekommen, hätte ich noch gelacht, so aber musste ich mich fast übergeben! Drei Tage! Drei miese Tage hat der iMac überstanden, dann ging er kaputt!

Panisch rief ich am 24. Dezember gegen Mittag den Cyberport-Mac-Support an und beschrieb die Symptome. Der gut gemeinte Versuch des Mitarbeiters, den P-RAM zu resetten, habe ich noch versucht, geholfen hat es natürlich nicht, wie auch? Übrig blieb nur der Vorschlag, den iMac an Cyberport einzusenden, um ihn zu überprüfen. Seltsamerweise muss ich auch den DVB-T-Stick mitschicken, dabei hatte ich den noch gar nicht benutzt. Nun wartete ich also auf den Rücksendeaufkleber von Cyberport, um den iMac zurückzusenden. Eigentlich ist mir ja die Lust am iMac gründlich vergangen. Drei Tage! Und ich dachte, Apple Macintoshs leben länger als PCs und sind zuverlässig. Ich habe noch zwei original iMacs G3, ein „Clamshell“ iBook G3 und einen „Stehlampe“ iMac G4 – keiner von denen hatte je einen Hardwarefehler! Nur der neue Macintosh gibt gleich den Geist auf!

Nun, ich hoffe, ich bekomme von Cyberport unkompliziert einfach einen neuen iMac, diesmal aber bitte ein neueres Modell direkt mit Mac OS X 10.5 installiert, so wie es sein sollte. Sollte der selbe iMac „refurbuished“ zurückkommen, werde ich ihn direkt wieder einsenden und vom Kaufvertrag zurücktreten, ein Gerät, das nach drei Tagen den Dienst verweigert, möchte ich repariert nicht mal geschenkt haben! Fazit: Der neue iMac ist wirklich ein wunderbarer Computer, ich wurde wohl leider einfach Opfer eines Produktionsfehlers. Service und Support bei Cyberport waren einwandfrei, sehr enttäuscht war ich lediglich, wohl ein älteres Modell ohne vorinstalliertes Mac OS X 10.5 bekommen zu haben, hier hoffe ich auf Besserung.

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Ghettomaster 02.01.2008, 11:25 Uhr

Von einem "älteren" Modell kann wohl nicht wirklich die Rede sein, da es seit dem Leopard Release ja keine Aktualisierung der iMac Produktlinie gegeben hat. Daher wäre ein iMac auf dem direkt Leopard installiert ist hardwaretechnisch nicht aktueller als deiner. Das ein Mac, wie jeder andere Computer auch, einfach mal so ex geht, passiert halt. Das ist nicht toll, aber vor Fehlern ist niemand gefeit.

Axel 02.01.2008, 11:31 Uhr

Von diesem "Drop In CD statt neues Betriebssystem direkt dabei" hab ich leider schon des öfteren gehört bei Cyberport-Kunden und bei meinem Vater sah es kürzlich erst ganz genauso aus. Wie das bei anderen Vertreibern wie gravis aussieht, weiss ich nicht. Bei Bestellung im Apple Onlinestore ist jedenfalls alles wie es sollte - bis auf den Preis. Hardwaredefekt ist natürlich unschön, besonders in der Weihnachtszeit. Aber andererseites sei froh, dass das ganze noch so früh passiert ist, stell dir vor, es wäre nach einem Jahr aufgetreten und du hast/hättest kein AppleCare.

Sven Kaulfuß 02.01.2008, 11:34 Uhr

@ Oliver: Tja shit happens, manchmal auch beim Computerkauf ;-). Normalerweise sollte dein Fall unter DOA (Dead On Arrival) fallen, sprich du bekommst unkompliziert einen Austauschrechner. Zum „Leopard-Problem“, das liegt leider nicht in unserer Hand. Sprich Apple verwendet keine neuen Modellnummern, mit anderen Worten können wir nicht sagen in welcher Charge, welches OS aufgespielt ist. Das „Problem“ besteht bei jedem OS-Wechsel, ist nur Tiger drauf und es liegt keine Update-CD bei, dann gibt es das Up-do-date-Programm, oder es liegt eine Update-CD bei, wie in deinem Fall. Ob schon ein Leopard aufgespielt ist, können wir wie gesagt nicht garantieren, da es hierfür keine Überprüfungsmöglichkeit gibt. Außer man lässt die Logistikmitarbeiter in die alle Boxen schauen und legt nachher eigene Artikelnummern an und bucht um, bei derzeit 250 iMacs im Lager allerdings keine wirklich praktikable und sich rechnende Lösung, es sei denn wir schlagen die Prozesskosten beim Preis wieder mit drauf ;-).

derJan 02.01.2008, 11:38 Uhr

Der Rechtsklick funktioniert nach wie vor, evtl. muss in den Maus- und Tastatur-Systemeinstellungen die rechte Maustaste wieder mit "Sekundäre Maustaste" belegt werden. Bei der Mighty Mouse muss zusätzlich der Zeigefinger etwas von der Maus gehoben werden damit ein Rechtsklick erkannt wird... Doof, aber man gewöhnt sich dran.

Oliver Hofmann 02.01.2008, 17:30 Uhr

@ghettomaster: mit "älterem Modell" meinte ich ja nicht die Hardware, sondern so wie es Sven beschrieben hat ;) Eine Enttäuschung ist es trotzdem, weil man eben ein "neues" Modell mit Leopard drauf erwartet - schliesslich bekommt man dazu ja auch die Kurzdokumentation in Bookletform mitgeliefert, so war die von Tiger dabei, also irgendwie nutzlos :( @ Sven, dass ihr das nicht kontrollieren könnt verstehe ich, ist halt für mich als Kunde dennoch doof. Wobei, aufgemacht habt ihr die Kiste ja, es lag der DVB-T Stick innenliegend beim iMac ;) Ein DOA (wobei ich hier zunächst an "Dead or Alive" dachte *g*) bei einem Neugerät ist halt schon ein Ding, da ärgert man sich natürlich dicke! Nun ja, ich warte immer noch auf den Rücksendeaufkleber, hoffe der kommt bald, denke die Verzögerung hat mit den Feiertagn zu tun. @ Jan: Danke! :)

Patrick 02.01.2008, 19:01 Uhr

Wenn schon Englisch, dann so: "refurbished". Im Übrigen finde ich es erschreckend, wenn man keine deutschen Begriffe mehr für solche simplen Vorgänge mehr findet. Dass die Hersteller wegen der Globalisierung aus Denglish und extremen Anglizismen keinen Hehl mehr machen, ist schon schlimm genug. Zum Thema DOA kann ich nur wieder die Statistik heranziehen: ca. 5% aller Elektronikprodukte sind defekt bei Auslieferung. Der Kunde, bzw. der Händler haben dann halt den Ärger. Wobei diese Quote überhaupt nicht besorgniserregend ist. Microsoft soll mit seiner Xbox360 um die 30 bis 50% Garantie-Rückläufer (kein DOA) gehabt haben.

Sebastian Blech 03.01.2008, 11:25 Uhr

Dummerweise hat es hier einen Cyberbloccer erwischt :D

Oliver Hofmann 04.01.2008, 15:03 Uhr

hm, 12 Tage spaeter und noch immer kein Brief von Cyberport mit dem Rücksendeaufkleber... :(

Sven Kaulfuß 04.01.2008, 15:04 Uhr

@ Oliver, werde mal nachschauen, ob ich etwas in Erfahrung bringen kann.

Sven Kaulfuß 04.01.2008, 15:11 Uhr

@ Oliver zum Zweiten: Unter deinen zwei Kundennummern finden die Kollegen leider keinen Auftrag, hattest du unter Umständen unter anderen Namen oder so bestellt? Vielleicht kannst du mir per Mail noch mal Infos (Auftragsbestätigung oder Rechnung) zukommen lassen? Danke Dir.

Oliver Hofmann 04.01.2008, 15:36 Uhr

Danke Sven, Email ist raus. Und eigtl hab ich doch nur eine Kundennummer? Die hattest du doch mal fuer mich angelegt (wennichmichrechterinnerntu). ;)

Harry 06.01.2008, 20:25 Uhr

Bin bis jetzt absolut zufrieden mit dem Ding! Funzt sogar immer noch ;-) Nur das Zubehör lässt nen wenig lange auf sich warten... :-(

Oliver Hofmann 18.01.2008, 19:59 Uhr

Hatte ich ja ganz vergessen zu sagen: Nachdem der Rücksendeaufkleber dann endlich mal da war, ging alles ganz flott - innerhalb von einem Tag war der iMac wieder in Dresden und schon am nächsten Tag wurde ein neuer an mich gesendet, toll! Zu meiner großen Freude war es sogar ein Modell mit Leopard! Danke Sven und Danke an das Supportteam! :) Nun muss er nur länger halten als letztes Mal ;)

Jesus Christus 06.03.2009, 19:58 Uhr

Nach vielen Jahren sah Gott wieder einmal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so, wie er es vor langer Zeit schon einmal getan hatte. Er sprach zu Noah: "Noah, bau mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals: 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Ich will eine zweite Sintflut über die Erde bringen. Die Menschen haben nichts dazu gelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei, je ein Männchen und ein Weibchen. In sechs Monaten werde ich den großen Regen schicken." Noah stöhnte auf; musste das denn schon wieder sein? Wieder 40 Tage Regen und 150 unbequeme Tage auf dem Wasser mit all den lästigen Tieren an Bord und ohne Fernsehen! Aber Noah war gehorsam und versprach, alles genau so zu tun, wie Gott ihm aufgetragen hatte. Nach sechs Monaten zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Noah saß in seinem Vorgarten und weinte, denn da war keine Arche. "Noah", rief der Herr, "Noah, wo ist die Arche?" Noah blickte zum Himmel und sprach: "Herr, sei mir gnädig." Gott fragte abermals: "Wo ist die Arche, Noah?? Da trocknete Noah seine Tränen und sprach: "Herr, was hast du mir angetan? Als Erstes beantragte ich beim Landkreis eine Baugenehmigung. Die dachten zuerst, ich wollte einen extravaganten Schafstall bauen. Die kamen mit der ausgefallenen Bauform nicht zurecht, denn an einen Schiffbau wollten sie nicht glauben. Auch deine Maßangaben stifteten Verwirrung, weil niemand mehr weiß, wie lang eine Elle ist. Also musste mein Architekt einen neuen Plan entwerfen. Die Baugenehmigung wurde zunächst abgelehnt, weil eine Werft in einem Wohngebiet planungsrechtlich unzulässig sei. Nachdem ich dann endlich ein passendes Gewerbegrundstück gefunden hatte, gab es nur noch Probleme. Im Moment geht es z.B. um die Frage, ob die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank benötige. Auf einen Hinweis, ich hätte im Ernstfall rundherum genug Löschwasser, glaubten die Beamten, ich wollte mich über sie lustig machen. Als ich ihnen erklärte, das Wasser käme noch in großen Mengen, und zwar viel mehr als ich zum Löschen benötigte, brachte mir das den Besuch eines Arztes vom Landeskrankenhaus ein. Er wollte von mir wissen, was ein Schiffbau auf dem Trockenen, fernab von jedem Gewässer, solle. Die Bezirksregierung teilte mir daraufhin telefonisch mit, ich könnte ja gern ein Schiff bauen, müsste aber selbst zusehen, wie es zum nächsten größeren Fluss käme. Mit dem Bau eines Sperrwerks könnte ich nicht rechnen, nachdem der Ministerpräsident zurückgetreten sei. Dann rief mich noch ein anderer Beamter dieser Behörde an, der mir erklärte, sie seien inzwischen ein kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen und darum wolle er mich darauf hinweisen, dass ich bei der EU in Brüssel eine Werftbeihilfe beantragen könne; allerdings müsste der Antrag achtfach in den drei Amtssprachen eingereicht werden. Inzwischen ist beim Verwaltungsgericht ein vorläufiges Rechtsschutzverfahren meines Nachbarn anhängig, der einen Großhandel für Tierfutter betreibt. Der hält das Vorhaben für einen großen Werbegag - mein Schiffbau sei nur darauf angelegt, ihm Kunden abspenstig zu machen. Ich habe ihm schon zwei Mal erklärt, dass ich gar nichts verkaufen wolle. Er hört mir gar nicht zu und das Verwaltungsgericht hat offenbar auch viel Zeit. Die Suche nach dem Zedernholz habe ich eingestellt. Libanesische Zedern dürfen nicht mehr eingeführt werden. Als ich deshalb hier im Wald Bauholz beschaffen wollte, wurde mir das Fällen von Bäumen - unter Hinweis auf das Landeswaldgesetz verweigert. Dies schädige den Naturhaushalt und das Klima. Außerdem sollte ich erst eine Ersatzaufforstung nachweisen. Mein Einwand, in Kürze werde es gar keine Natur mehr geben und das Pflanzen von Bäumen an anderer Stelle sei deshalb völlig sinnlos, brachte mir den zweiten Besuch des Arztes vom Landeskrankenhaus ein. Die angeheuerten Zimmerleute versprachen mir schließlich, für das notwendige Holz selbst zu sorgen. Sie wählten jedoch erst einmal einen Betriebsrat. Der wollte mit mir zunächst einen Tarifvertrag für den Holzschiffbau auf dem flachen Lande ohne Wasserkontakt aushandeln. Weil wir uns aber nicht einig wurden, kam es zu einer Urabstimmung und zum Streik. Herr, weißt du eigentlich, was Handwerker heute verlangen? Wie soll ich denn das bezahlen? Weil die Zeit drängte, fing ich schon einmal an, Tiere einzusammeln. Am Anfang ging das noch ganz gut, vor allem die beiden Ameisen sind noch immer wohlauf. Aber seit ich zwei Tiger und zwei Schafe von der Notwendigkeit ihres gemeinsamen und friedlichen Aufenthaltes bei mir überzeugt hatte, meldete sich der örtliche Tierschutzverein und rügte die artwidrige Haltung. Und mein Nachbar klagt auch schon wieder, weil er auch die Eröffnung eines Zoos für geschäftsschädigend hält.

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