Fröhliche Weihnachten mit einem Apple iMac
Ein Leidensbericht
Ich bin seit November in Edinburgh, Schottland, und schreibe dort meine Doktorarbeit im Bereich „Environmental Engineering“. Zu Weihnachten dachte ich „Gönne dir mal was!“, und das Produkt meiner Begierde sollte ein neuer iMac 20 Zoll in der kleinen Ausstattung sein. Bei Cyberport fand ich ein attraktives Angebot, gibt es doch günstig ein Bundle von besagtem iMac samt DVB-T-USB-Stick plus Edu-Rabatt. Der iMac kam, wie ich es von Cyberport gewohnt war, innerhalb von zwei Tagen nach der Bestellung bei mir an. Ich freute mich schon auf dessen Benutzung über Weihnachten, das ich bei meiner Familie zuhause in Franken verbracht habe. Doch die Freude sollte nur kurz währen…
Zunächst einmal zum neuen iMac: Als ich dessen neues Design auf Steve Jobs Keynote sah, wollte er mir nicht so recht gefallen, zu dominant fand ich den „schwarzen Trauerrand“ um das Display herum und auch mit der vom MacBook bekannten Tastatur konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Auf der diesjährigen IFA in Berlin konnte ich dann den neuen Alu-iMac zum ersten Mal aus der Nähe bestaunen. Ich war überrascht, wie sehr er mir dann doch gefiel, vor allem die Alu-Optik gibt dem iMac etwas sehr Hochwertiges. Ende Oktober kam dann ja auch noch Mac OS X 10.5 Leopard heraus, ein Grund mehr, mir den neuen iMac zu bestellen.
Am 22. Dezember kam ich in Deutschland an und als ich zuhause war, packte ich als erstes den auf mich wartenden iMac aus; ein herrliches Gefühl. Als ich den iMac aufgestellt hatte, war allerdings meine Enttäuschung groß – der iMac lief nur mit Mac OS X 10.4 Tiger und nicht mit Leopard. Na toll! Ich dachte eigentlich, alle neuen Apple-Computer kommen mit OS X 10.5 vorinstalliert? Zwar lag dem iMac eine „Drop-in CPU OS X 10.5“-DVD bei, und das Upgrade lies sich ohne Probleme installieren, aber meiner Enttäuschung tat dies keinen Abbruch. Ich wollte einen neuen iMac mit OS X 10.5 und nicht ein altes Produktionsmodell mit Tiger!
Nun gut, die Freude an Leopard nahm mir schnell den ersten Frust, das System mit seinen vielen interessanten Features ist wirklich großartig, vor allem „QuickLook“ hat es mir sehr angetan. Ich kann jetzt jede Datei – sei sie im Finder, auf dem Desktop, in einem E-Mail-Anhang oder sogar im Papierkorb – einfach per Druck auf die Leertaste ansehen, ohne das entsprechende Programm zu öffnen. Der 3D-Look des Docks ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht großartig störend, wie man es vielerorts im Web lesen kann. „Stacks“ sind nett, aber warum müssen die so krumm im Raum gebogen dargestellt werden? Die Gitteransicht ist mir lieber. „Screen Shareing“ via iChat ist ebenfalls fantastisch; so kann ich immer ganz einfach auch aus der Entfernung auf die Rechner meiner Familie zugreifen. Schön wäre es, überließe es Apple dem Anwender, ob er das Dock im 3D- und die Menüleisten im durchsichtigen Look haben möchte. Diese Einstellungsmöglichkeiten werden hoffentlich mit einem Systemupdate nachgeliefert. Etwas überrascht war ich, dass ich in Leopard nicht mehr mit einem Rechtsklick, beispielsweise auf ein Programm oder den Papierkorb im Dock, ein Befehlsmenü bekomme; dazu muss, wie unter Panther, wieder Controll plus Linksklick betätigt werden. Hab ich was übersehen oder ist das ein gewaltiger Rückschritt?
Zurück zum iMac; sehr positiv ist, dass die USB-Ports an der Tastatur endlich vollwertige Anschlüsse sind und nicht zu wenig Strom haben für beispielsweise Digitalkameras oder iPods. Schade, dass der Apfel an der Frontseite nicht mehr leuchtet, wenn der iMac in den Ruhezustand übergeht. Ebenso fehlt mir der Magnet an der Seite, um die Apple-Remote zu befestigen. Das verbaute TN-Panel im iMac ist in der Frontalansicht hell und die Farben sehen sehr kräftig aus, doch ist der Seitenblickwinkel sehr eingeschränkt. Schnell wird das Bild gelb-gräulich; hier hätte ich mir einfach etwas Hochwertigeres gewünscht. Die Tastatur muss man lieben oder einfach hassen. Ich habe mich noch nicht entschieden, irgendwie finde ich die Übernahme des MacBook-Designs für eine Desktop-Tastatur nicht gelungen, so sagenhaft flach sie auch sein mag. Der Alu-Look ist richtig gut geworden, der iMac sieht fantastisch aus. Alles in allem ein sehr gutes Design.
So weit, so gut. Mein iMac scheint aber ein Montagsgerät gewesen zu sein, denn am dritten Tag nach dem Einschalten, an Heiligabend 2007, starb mein iMac einen plötzlichen Tod: Während des Arbeitens verdunkelte sich plötzlich der Bildschirm, wie er das normalerweise kurz vor dem Ruhezustand tut, und dann hängte sich das System komplett auf, nichts ging mehr. Mit einem längeren Drücken des Startknopfes konnte ich den iMac ausschalten. Dann kam es dicke: Ich versuchte, den iMac ganz normal neu zu starten, doch alles, was ich hörte, war nicht der Mac-Startsound, nein, nur ein leichtes Surren des Superdrives und sonst nichts. Nada, niente, nothing, nüscht! Der Bildschirm blieb einfach schwarz. Wäre die Meldung „An den Feiertagen vorübergehend geschlossen“ gekommen, hätte ich noch gelacht, so aber musste ich mich fast übergeben! Drei Tage! Drei miese Tage hat der iMac überstanden, dann ging er kaputt!
Panisch rief ich am 24. Dezember gegen Mittag den Cyberport-Mac-Support an und beschrieb die Symptome. Der gut gemeinte Versuch des Mitarbeiters, den P-RAM zu resetten, habe ich noch versucht, geholfen hat es natürlich nicht, wie auch? Übrig blieb nur der Vorschlag, den iMac an Cyberport einzusenden, um ihn zu überprüfen. Seltsamerweise muss ich auch den DVB-T-Stick mitschicken, dabei hatte ich den noch gar nicht benutzt. Nun wartete ich also auf den Rücksendeaufkleber von Cyberport, um den iMac zurückzusenden. Eigentlich ist mir ja die Lust am iMac gründlich vergangen. Drei Tage! Und ich dachte, Apple Macintoshs leben länger als PCs und sind zuverlässig. Ich habe noch zwei original iMacs G3, ein „Clamshell“ iBook G3 und einen „Stehlampe“ iMac G4 – keiner von denen hatte je einen Hardwarefehler! Nur der neue Macintosh gibt gleich den Geist auf!
Nun, ich hoffe, ich bekomme von Cyberport unkompliziert einfach einen neuen iMac, diesmal aber bitte ein neueres Modell direkt mit Mac OS X 10.5 installiert, so wie es sein sollte. Sollte der selbe iMac „refurbuished“ zurückkommen, werde ich ihn direkt wieder einsenden und vom Kaufvertrag zurücktreten, ein Gerät, das nach drei Tagen den Dienst verweigert, möchte ich repariert nicht mal geschenkt haben! Fazit: Der neue iMac ist wirklich ein wunderbarer Computer, ich wurde wohl leider einfach Opfer eines Produktionsfehlers. Service und Support bei Cyberport waren einwandfrei, sehr enttäuscht war ich lediglich, wohl ein älteres Modell ohne vorinstalliertes Mac OS X 10.5 bekommen zu haben, hier hoffe ich auf Besserung.








