Flash-Entwicklung wird eingestellt: Nachtrag und Ausblick

von joerg-pittermann

· 2 min Lesezeit

Weiterer Tod einer proprietären Technologie
Gestern war ein guter Tag für das Internet und insbesondere für die mobile Internetnutzung. Warum? Weil Adobe bekannt gegeben hat, dass sie die Entwicklung vom mobilen Flash-Player einstellen. Flash für mobile Endgeräte wird durch HTML5 ersetzt. Für aktuelle Android- und Playbook-Endgeräte wird es bis auf weiteres noch Sicherheitsupdates und kritische Bugfixes geben. Mit diesen dürren Worten verabschiedet sich Adobe von dem Ziel, Flash von herkömmlichen PCs auf mobile Endgeräte zu übertragen. Und da mobiles Internet die Zukunft ist, wird auch Flash nicht die Zukunft sein.
Die Gründe
Warum beschreitet Adobe einen solch harten Schritt? Weil HTML5 die bessere Technologie ist? Sicherlich. Aber auch, weil es einen Marktteilnehmer gab, der Flash nicht als die fortschrittliche Technologie gesehen hat, sondern als rückschrittlich. Und der mit einem Marktanteil von mehr als 60 Prozent am weltweiten mobilen Internetverkehr an der Spitze steht. Jetzt kann man natürlich behaupten, das Apple und Steve Jobs Adobe mit Flash keine Chance gegeben haben, aber zitieren wir doch Steve mal an dieser Stelle:

„In addition, Flash has not performed well on mobile devices. We have routinely asked Adobe to show us Flash performing well on a mobile device, any mobile device, for a few years now. We have never seen it.“

Das Resultat
Ist jetzt Apple der Gewinner? Nein, denn ab sofort ist jeder ein Gewinner, den der Verzicht auf Flash macht alles besser – egal ob Android-Smartphones oder Tablets (wo der mobile Flash-Player nie wirklich gut funktioniert hat, Symbian oder Windows Phone 7, hier wird das Internet mit HTML5 zu neuem Leben aufblühen und niemand wird mehr hässliche Rechtecke sehen, die rückständige Flashinhalte beinhalteten. Niemand braucht auf Akkulaufzeit zu verzichten, weil Flash so Ressourcenhungrig ist. Und niemand muss unnötige MB von seinem Datentarif verschwenden, weil Flashinhalte doch etwas größer sein können.

Der Ausblick
Mit dem Tod vom mobilen Flash ist auch der Tod vom normalen Flash nicht mehr weit , denn wer entwickelt heute noch Webseiten, die nicht auf mobilen Endgeräten laufen? Und mit dem Tod von Flash kommt auch der Tod von weiteren proprietären Browser-Plugins, die das Surfen im Web zu einem schöneren und besserem Erlebnis machen. So reiht sich ein Stein an den anderen und am Ende hat wieder eine disruptive Technologie wie HTML5 eine ganze Welt durcheinandergebracht und eine Firma wie Adobe in die Knie gezwungen. Ein weitere proprietärer Kandidat der auf das Sterben wartet ist übrigens dem Vernehmen nach Silverlight, den Microsoft als Flash-Mitbewerber auf den Markt gebracht hat. Das alles sind gute Zeichen für ein besseres Internet, das auf möglichst vielen Geräten ohne viel Heckmeck dargestellt werden kann. So wie es das Internet halt schon immer sein wollte und so wie es immer angedacht war. Und so, wie es iOS-User bereits seit 2007 erleben.

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