Kurz erklärt: DVB-T2
Ja wann kommt es denn?
Halten wir fest: Letztendlich hat die digitale Dividende den Weg für LTE fei und die Schließung der weißen Flecken möglich gemacht. Ohne das terrestrische Fernsehsignal DVB-T wäre dies alles so nicht geschehen. Auch konnte DVB-T gleichzeitig das altbewährte Analogfernsehen aus seiner Nische zwischen den Kabel– und Satelliten-Angeboten herausholen. Eigentlich ein positives Resümee, dennoch war die DVB-T-Einführung von Anfang an mit einem Makel belegt, der natürlich gerne von den Verantwortlichen unter den Tisch gekehrt wurde: DVB-T war bereits damals schon veraltet.
DVB-T: Ein alter Hut
Dies zeigt sich in der Technik: Die Kompression der Videosignale wurde mit MPEG-2 anstatt mit dem effizienteren Standard MPEG-4 vorgenommen. Doch nicht genug, zusätzlich war bzw. ist die Fehlerkorrektur bei DVB-T eher schlecht als recht. Will heißen, in kritischen Empfangslagen ist das Fernsehbild schneller „verpixelt“ oder auch schon mal komplett weg. Vorteil der alten Technologie war hingegen die schnelle und billigere Verfügbarkeit der notwendigen Hardware. Somit konnte sich der neue Standard wesentlich schneller und besser durchsetzen. Weitere Nachteile sind, neben den oben erwähnten technischen Einschränkungen, die Beschränkung der Bildübertragung in SD-Qualität (Standard-PAL) und eine oftmals zu geringe Anzahl von Sendern (anhängig vom Sendegebiet). Doch wie seit Jahren bekannt sein dürfte, verliert über die Zeit jedes elektronische Gerät an Wert, genauso wie die Produktion immer billiger wird und somit den Weg für neue Technologien öffnet. So verwundert es nicht, dass in den nächsten Jahren der neue Standard für digitales, terrestrisches Fernsehen eingeführt werden soll: DVB-T2!
Nachfolger: DVB-T2
Die Vorteile von DVB-T2 gegenüber seinem Vorgänger sind schnell aufgezählt: Bessere Bildqualität (HD möglich), stabileres Signal und mehr Sender. Allerdings heißt das auch, dass heutige DVB-T Geräte zukünftig nutzlos sind und ihren Wert komplett verlieren werden. Denn leider ist DVB-T2 nicht abwärtskompatibel zu DVB-T. Ältere Geräte können die neuen Signale also nicht verarbeiten, dagegen ist es möglich, dass zukünftige DVB-T2-Receiver die alten DVB-T-Übertragungen darstellen können. Eine Parallelausstrahlung von beiden Signalen wird es allerdings maximal für eine sehr begrenzte Übergangszeit geben, denn die Kosten dafür sind letztendlich entsprechend hoch.

Wann wird nun DVB-T2 in Deutschland eingeführt?
DVB-T2 wird bereits in einem Pilotprojekt im Hamburger Raum getestet, der Versuch soll bis 2012, sprich nächstes Jahr laufen. Freilich dürfte es noch einige Jahren in Anspruch nehmen, bis der neue Standard tatsächlich marktreife erlangt. Unterm Strich obliegt es der Politik diese Entscheidung zu treffen. Diese muss sich jedoch nicht zuletzt auch die Wünsche der potentiellen Kunden und Wähler anhören. Diese dürften wahrscheinlich zukünftig ein sehr verhaltenes Kaufinteresse an der aktuellen Technik zeigen, wenn unklar ist, wann genau die neue Technologie eingeführt wird. Schließlich möchte man ungern sein Geld auf ein totes Pferd setzen. Auch der Handel dürfte darüber nicht in Freude ausbrechen. Auch bei den Herstellen herrscht Unsicherheit: Niemand würde aktuell DVB-T2-fähige Geräte (teurer) produzieren, wenn niemand sie kauft, aufgrund einer fehlenden, klaren Ansage. So ist die aktuelle Situation doch sehr verzwickt.








