Facebook plant eigenen App-Store
Das Unternehmen will eindringen in den mobilen Markt
Durch die letzten großen Einkäufe des erfolgreichsten sozialen Netzwerks Facebook war bereits klar, dass der Konzern in diesem Jahr auf einen großen Trend aufspringt: mobile. Bisher gab es eher Herstellerabhängige Stores für Apps, wie zum Beispiel den iOS App-Store oder den Google Play Store. Facebook möchte in diesem Bereich mitmischen und gab bereits für Entwickler bekannt das diese ihre Anwendungen auf den neuen Appstore anpassen sollen. Daher ist davon auszugehen, dass der App Store aus Facebooks Haus in den nächsten Wochen veröffentlicht wird.
Anwendungen innerhalb von Facebook sollten eigentlich allen bekannt sein. Die meisten dürften wenn nicht sogar von Ihnen genervt sein (das passiert spätestens dann wenn mal wieder der ganze Stream voller „xy hat eine Tomate bei farmville gepflanzt“ – Meldungen zu sein scheint.) Doch mit dem zukünftigen Store soll alles anders werden, denn hier setzt man auf Qualität. Nicht jede Anwendung wird zugelassen zu Facebooks neuer Anwendungs-Sammlung. Durch das neue Konzept will Facebook endlich so richtig einsteigen in den Mobilmarkt.
Das Konzept im Detail
Im Store soll es Anwendungen sowohl für iOS und Android als auch weiterhin für den Browser selbst geben. Dadurch garantiert Facebook eine möglichst weite Verbreitung. Natürlich bekommt der Nutzer nur die jeweils passenden Anwendungen für sein Gerät angezeigt. Neu bei Facbeooks Einkaufsladen ist jedoch dass es zukünftig auch kostenpflichtige Apps geben wird, nachdem die Konkurrenz bewiesen hat, dass sich Milliarden mit diesem Geschäftsmodell verdienen lassen. Bei jeder kostenpflichtigen Anwendung bekommt das Unternehmen 30% des Gewinns (eine ähnliche Marge, wie Entwickler sie bei iOS zahlen müssen).
Strenge Kontrolle
Nach Apples Vorbild möchte man im Facebook Store mit besonders qualitativen Anwendungen punkten. Entwickler haben daher strenge Vorgaben für die Anpassung ihrer Apps. Dazu gehört eine leichte Benutzerführung, die Anwendung darf keine Fehler aufweisen und Werbung muss klar gekennzeichnet sein. Entspricht eine App den Anforderungen des Konzerns nicht, so wird sie nicht zugelassen. Weiterhin haben die Bewertungen der Nutzer starken Einfluss auf die Anwendung. Wird eine App besonders schlecht bewertet, wird sie abgestraft in dem sie weniger bis kaum mehr angezeigt wird und könnte eventuell sogar aus dem Store fliegen.
Kritik
Fraglich ist natürlich ob der Nutzer sich die Mühe machen wird und sich in einem weiteren Store langfristig widmet. Zumal Facebook sich ohnehin nicht besonders beliebt gemacht hat bei Datenschützern mit seinen Anwendungen und den zuletzt veröffentlichten OpenGraph Apps, was einen Teil der Nutzer abschrecken könnte sich den neuen Dienst überhaupt anzusehen.
Weiterer Kritikpunkt ist der Teil des Konzepts den Store zu personalisieren. Da Facebook über die meisten Nutzer bereits eine Menge weiß, dürfte das sehr einfach werden. So wird der Store, je nach eigenen Interessen, bei jedem Nutzer unterschiedlich aussehen. Diesen Punkt sehen gerade Datenschützer besonders kritisch, da die Anwendungen noch mehr mit dem sozialen Netzwerk verknüpft sind und so immer mehr Informationen aus dem Nutzerverhalten jedes einzelnen gezogen werden. Solche Techniken sind bei Apple und Android als Spionagesoftware bekannt, bei Facebook wird es vermutlich zum gewollten Standard gehören.
Fazit
Facebook möchte ein Stück abhaben vom rasant wachsenden mobile Markt, immerhin sind mehr als die Hälfte der Nutzer von Facebook über Smartphones oder Tablets unterwegs, nur verdient Facebook bisher nun mal kein Geld daran. Das könnte sich eventuell durch den neuen Store ändern. In jedem Fall ein kluger Schachzug von Facebook, so wird der Wert kurz vor dem Börsengang (erwartet zum 18. Mai) noch mehr gefestigt und Facebook bietet seinen Nutzern ein immer größeres Ökosystem. Ob der Store den erwarteten Erfolg haben wird, hängt natürlich von den Nutzern ab – sollten diese den Store nicht annehmen, werden die Entwickler schnell aufgeben und sich wieder auf die wesentlichen Stores konzentrieren. In Anbetracht der Beliebtheit aktueller Anwendungen innerhalb von Facebook, ist von einem Scheitern jedoch nicht auszugehen.
Bewerten kann jeder Nutzer die Anwendungen aktuell bereits, was Einfluss darauf haben könnte welche Apps zum Start im Store zu haben sein werden. Dazu wird eine Leiste mit Apps zur Bewertung auf der rechten Seite, an jeder möglichen Stelle präsent angezeigt.
Was meint ihr? Freut ihr euch auf den neuen Store und werdet ihr eure Apps künftig durch Facebook beziehen?








