Einfach, günstig und sicher: Backup in der Cloud

von joerg-pittermann

· 3 min Lesezeit

Die Alternative zum physikalischen Speicher…
Warum sollte man Daten sichern? Was soll man sichern? Wann und vor allem wie? Diese Fragen hat sich sicherlich schon mal ein jeder Computerbesitzer gestellt. Im folgenden Artikel möchte ich diese Probleme gerne beantworten und erkläre eine effektive Möglichkeit der Sicherung, die so sicherlich noch etwas unbekannt ist. Warum man Daten sichern sollte, liegt klar auf der Hand. Der Computer oder die Festplatte könnte kaputt gehen, die Software kann ebenso Fehlfunktionen hervorrufen – und plötzlich braucht man am besten gleich „gestern“ ganz dringend das eine Dokument mit dem man weiterarbeiten möchte.
Was soll man sichern? Fotos und E-Mails mit Erinnerungswert, wichtige Dokumente und Schriftstücke, Spielstände oder die Internet-Bookmarks und Favoriten. Sicherlich gibt es noch eine ganze Menge mehr an persönlichen Daten, die es sich lohnt zu sichern.

Wann soll man sichern? Immer ist natürlich die beste Antwort, zumindest aber regelmäßig und eigentlich dann, wenn man glaubt man braucht es nicht – ist der Computer einmal defekt oder hat die Festplatte einen Hardwarefehler ist es meist schon zu spät.

Und wie soll gesichert werden? Auf der Hand als naheliegende Lösung liegen die externe Festplatte, der USB-Stick oder die gebrannte CD oder DVD. Alles schön und gut, aber wirkliche Sicherheit gibt es nicht, denn wenn die Sicherheitskopie im selben Raum oder Gebäude ist wie der gesicherte Computer, dann kann im schlimmsten Falle die Festplatte samt Computer verloren gehen, in welcher Form auch immer bspw. durch Wohnungsbrand oder Diebstahl. Die Daten sind weg, auch die mühsam erstellte Sicherheitskopie.

Deshalb sollte man bevorzugt die Daten an einer dritten Stelle ablegen – und zwar eben nicht an derselben Stelle wie das Original und die Kopie. Bspw. könnte man natürlich die Festplatte oder CD außer Haus geben und z.B. in einem Bankschließfach, einem Tresor oder bei Freunden in der Schreibtischschublade deponieren. Aber es gibt noch einen wesentlich besseren und komfortableren Weg: Das Online-Backup in der Cloud! Verschiedenste Dienste sind denkbar, wie z.B. die kostenfreie Dropbox – oder halt eine eigene Cloud-Lösung. In diesem Zusammenhang möchte ich passend den Amazon S3 (Simple Storage Service) vorstellen – eine in meinen Augen gelungene Möglichkeit Daten sicher in der Cloud abzulegen um wieder darauf zuzugreifen. Amazon als Online-Anbieter hat Serverfarmen mit denen der weltweite Webshop stabil, schnell und zuverlässig läuft. Vor ca. fünf Jahren ist Amazon auf die Idee gekommen, die genutzte Software und Hardware auch den Kunden selbst anbieten zu können. Das Produkt was aus dieser Überlegung entstand wurde schließlich zu Amazon Web Services (AWS) (Link). Die Kunden können somit einfach nach Bedarf Rechenleistung und Speicherplatz kaufen, fast beliebig performant und skalierbar. Die Verfügbarkeit gibt Amazon mit über 99,9% an.

Die Idee ist, dem Kunden genau die Leistung zur Verfügung zu stellen, wenn sie sie brauchen. Wenn z.B. der eigene Webserver vor lauter Anfragen in die Knie geht und man diesen kurzfristig entlasten will – oder wenn ein Startup Rechenleistung braucht und nicht direkt einen eigenen Server kaufen kann oder möchte – Möglichkeiten gibt es derer viele. Amazon berechnet den Kunden lediglich die Dienstleistungen, die auch tatsächlich genutzt werden. Aktuell muss man hierfür 0,15 Dollar pro gespeicherten Gigabyte und Monat entlohnen, zusätzliche Kosten werden noch für den Datentransfer und Request-Anfragen (get oder put) in Rechnung gestellt. Damit ist das Preismodell sehr transparent gehalten. Laut Amazon wird der Dienst auch gut und gerne in Anspruch genommen, im Oktober 2007 wurden 10 Milliarden Objekte in Amazon S3 gespeichert, knapp 30 Milliarden Objekte gerade mal 12 Monate später und mehr als 102 Milliarden Objekte im Frühling dieses Jahres. Kostengünstig ist die Lösung des Online-Backup auch – bei ca. 1 GB gespeicherte Daten und 12 GB Traffic-Volumen komme ich selbst auf derzeit knapp 3 Dollar im Monat. Für diesen Preis habe ich die Gewissheit, dass meine Daten sicher gespeichert sind und das ich jederzeit auch auf meine Daten zugreifen kann.

Apropos, wenn gewünscht, kann ich auch gern mal ein kleines Tutorial mit den ersten Schritten zur Nutzung von Amazon S3 zusammenschreiben – Anfragen und Anregungen gerne hierzu per Kommentar im Artikel.

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Sina 15.09.2010, 07:53 Uhr

Ich überlege seit längerem mir eine externe Festplatte zuzulegen, aber das werde ich jetzt nochmal gründlich überdenken. Ich finde die Idee "Amazon S3" wirklich sehr gut. Fragt sich nur ob meine Dateien dort wirklich sicher sind und von niemandem außer mir eingesehen werden können??? Wenn das alles gewährleistet ist, würde ich Amazon S3 gern ausprobieren. Von daher...Ja, unbedingt ein Tutorial online stellen!

Christian 15.09.2010, 09:31 Uhr

Es sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es Dienste gibt, die sich auf das Onlinebackup von Daten spezialisiert haben. Der Vorteil von diesen ist, dass es einen dedizierten Backupclient gibt, der inkrementelle Backups erledigt (minimierung der übertragenen Datenmenge) und das Backup automatisiert (kein Vergessen des Backups). Zusätzlich werden die Daten von dem Client vor der Übertragung verschlüsselt. Mein Anbieter verlangt 5 US$ pro Monat, dafür ist dann auch alles inclusive, also Datenübetragung, Speicherplatz, Restore usw., alles unbegrenzt. Habe momentan 40 GB gespeichert (viele Fotos darunter) und musste auch schon ein Restore ausprobieren. Verlief alles problemlos. Auf die Daten kann man übrigens sowohl über den Backupclient als auch als Download über ein Webinterface zugreifen. IMHO die bessere Lösung, da das Backup automatisiert abläuft. Verschiede Anbieter werden regelmößig in den großen Computerzeitschriften getestet, ich habe mich für Mozy entschieden.

tseter 15.09.2010, 11:21 Uhr

"Fragt sich nur ob meine Dateien dort wirklich sicher sind und von niemandem außer mir eingesehen werden können???" wirklich sicher ist nichts, wo immer mitarbeiter auf server zugreifen können: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,717606,00.html

Damian 18.09.2010, 12:11 Uhr

Es gibt noch eine Vielzahl von Anbietern, die ähnliches anbieten. Eine Liste mit Preisen findet man auf meiner Website im Artikel: http://www.mynews-blog.de/online-festplatte-zusammenfassunganbieter/ Allerdings muss man dabei beachten, dass die eigenen Daten nicht auf der eigenen Festpolatte liegen - dort gibt es Leute die definitiv Zugriff drauf haben! Theoretisch! Ich für meinen Zweck nutze dazu das Freeware-Tool Truecrypt. Ich habe dazu eine Root-Server gemietet, mit 120GB Festplattenspeicher. Dort habe ich ein verschlüsselten Container erstellt. Und dann ein FTP-Prog eingerichtet, dass dorthin überträgt, falls ich es will. Zuvor muss ich den container immer entschlüsseln, das ist jedoch bei weitem sicherer, da so niemand an den Inhalt des Container kommen kann bzw. wenn sich da jmd umschaut findet er nur den geschlossenen Container! Sicher ist sicher in unserer Internet-Welt!

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