Ein Kuchen für den Androiden
Android Cupcake näher beleuchtet
Bildquelle Cupcake: Flickr, Autor Pamela; veröffentlicht unter der Creative Commons Namensnennung 2.0 Lizenz.
Android ist das Betriebssystem für Smartphones und andere Endgeräte, welches Google entwickelt hat. Wie alles bei Google wird auch das Betriebssystem weiterentwickelt, aktuell liegt es in der Version 1.5 (auch Cupcake genannt) vor. Was hat sich alles so getan gegenüber den früheren Versionen von Android? Bei Cupcake ist nicht alles neu, aber vieles, viele Kleinigkeiten. Der Browser ist jetzt wesentlich angenehmer zu bedienen, das Surfen läuft deutlich flüssiger dank eines besseren Renderings. Aber auch die Multimediaseite ist nicht vernachlässigt worden. So wird bei einem ankommenden Anruf beispielsweise die Musik sanft ausgeblendet und nach dem Ende des Gespräches wird sie sanft wieder eingeblendet, das ist schon schön. Es kann nach Medieninhalten gesucht werden, es gibt es sogar eine Schnittstelle für Third-Party-Apps, die dann auch auf die Medieninhalte des Smartphones zugreifen können.
Die Kamera hat an Funktionalität gewonnen, endlich kann man auch ohne Third-Party-Apps Videos aufzeichnen, zudem hat sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit der aufgenommenen Bilder und Videos deutlich verbessert. Eine weitere wichtige Neuigkeit ist das Onscreen Keyboard, welches bei Bedarf eingeblendet werden kann. Damit wird Android hoffähig für reine Touchscreengeräte. Aber schauen wir uns im Folgenden zwei Details genauer an:
Browser
Wie schon oben erwähnt, ist viel Arbeit der Entwickler in den Browser geflossen. In der alten Version war das Surfen schon recht angenehm, aber es hat dann doch an einigen Stellen gehakt, das iPhone mit dem Safari war eindeutig besser, weil einfach ein flüssigeres Arbeiten möglich war. Mit Android 1.5 Cupcake wird nun endlich richtig smooth, sanft durch den Browser gescrollt. Es können verschiedene Fenster aufgemacht werden, zwischen denen der Nutzer einfach und schnell hin- und herwechselt und mit einer Lupenfunktion kann man zudem gezielt einzelne Elemente der Webseite vergrößern. Multitouch ist wohl aus lizenzrechtlichen Gründen in der Basisversion nicht realisiert worden, allerdings wird es wie in der alten Version wahrscheinlich schnell Hacks geben, die Multitouchfunktionalität hinzufügen. Wir werden es sehen.
Leider ist eine Integration von Bookmarkdiensten wie Foxmarks oder Google Bookmarks (noch) nicht in den Browser implementiert, sonst hätte mein Surferlebnis noch besser ausfallen können. Allgemein arbeitet der Browser aber schnell und zügig – leider immer noch nicht mit Flashseiten. Man merkt aber, dass Google sich wieder in Reichweite von Apple befindet. Ich bin gespannt, wie sich der Browser weiterentwickelt, mit dem Browser Chrome hat Google ja gezeigt, was alles möglich ist und wie ein vernünftiger Javascript-Engine die Performance beim Surfen beschleunigen kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass noch einige Ressourcen vom Desktop-Produkt in die mobile Version fließen werden.
Tastatur
Beim Cupcake gibt es endlich eine Onscreen Tastatur, die sich gut bedienen lässt. Nach jedem Tastendruck gibt es ein kleines haptisches Feedback, so versucht Google den fehlenden Tastenhub der Onscreen Tastatur zu ersetzen. Hier hat es bisher die verschiedensten Ansätze gegeben, so hat RIM mit dem Blackberry Storm ein klickbares Display geschaffen, das aber in der Praxis nicht so gut zu bedienen war. Beim Cupcake macht das Tippen Spaß, sowohl im vertikalen als auch horizontalen Modus sind die Tasten groß genug, um schnell und sicher zu schreiben. Wie immer benötigt man natürlich ein bisschen Einarbeitungszeit, wenn man zu viel schreiben muss, wünscht man sich manchmal schon eine echte Tastatur.
Da wird es sicherlich bald Third-Party-Hardwarelösungen geben. Die Software schlägt während des Tippens Worte vor, diese werden aber nicht im Text eingeblendet sonder in einer Leiste oberhalb des Keyboards, so dass man manuell auswählen kann, was man haben möchte. Diese Lösung ist angenehmer als das Einblenden oder das Übernehmen des Vorschlages im Text, ich habe den Eindruck dass ich so schneller und sicherer schreiben kann. Alles im allen ist die Tastatur wirklich gelungen.
Changelog
Hier gibt es das offizielle, aber unvollständige Changelog von Android 1.1 bis Android 1.5.
Fazit
Für das Fazit trenne ich einfach mal zwischen Gerät und Software:
Mit dem Cupcake Update ist die Software endlich erwachsen geworden und damit auf jeden Fall massentauglich. Hatte die alte Version noch die eine oder andere Macke, die man normalen Usern nicht unbedingt zumuten wollte, so kann man jetzt jedem den Schritt zu der leichten und gut zu bedienenden Software empfehlen. Die Grundfunktionen sind gegeben und dank eines inzwischen reichhaltige gefüllten Appstores findet der Nutzer auch weitere Programme, mit denen der Nutzwert des Smartphones noch weiter erhöht werden kann.
Das Magic ist ein schickes Smartphone, was dem iPhone nicht mehr unbedingt nachsteht. HTC hat aus dem G1 gelernt und mit dem guten Display, dem Trackball und dem stärkeren Akku eine gute Grundlage für Android geschaffen. Einzig der fehlende 3.5-mm-Anschluss für Kopfhörer wäre noch zu bemängeln. Aber wie immer im Leben kann man eben nicht alles auf einmal haben.








