Die Probleme rund um Android 4.0 – Ice Cream Sandwich

von melanie-rindke

· 3 min Lesezeit

Das lange Warten aufs Update
Im Oktober 2011 kündigte Android sein neustes Betriebssystem „Ice Cream Sandwich“ an welches die bisherigen Versionen für Tablets und Smartphones vereinen soll. Doch heute, fast fünf Monate später, findet sich das neue System kaum auf irgendwelchen Geräten. Um genau zu sein ist das neue Betriebssystem laut Hersteller erst auf 0,6% aller Geräte zu finden. Während also viele noch auf ein Update für ihr Gerät warten, werden die ersten Details zu Android 5.0 alias „Jelly Bean“, welches bereits in diesem Jahr erscheinen soll, bekannt.
Wodurch entsteht die lange Wartezeit?

  • Neue Bedienungselemente: eine Änderung die Ice Cream Sandwich mit sich bringt sind neue Bedienungselemente. In der unteren Leiste befinden sich drei Buttons die zur Bedienung von ICS nötig sind. Ein Button dient dazu einen Schritt zurück zugehen, der nächste befördert den Nutzer zum Startbildschirm und der Letzte gibt einem einen Überblick darüber welche Apps im Multitasking- Modus geöffnet sind. Doch hier versteckt sich ein Problem: die Leiste deckt in vielen Apps den unteren Bereich ab. Dadurch müssen die Entwickler einige Apps zuerst an ICS anpassen.
  • Große Anpassungen nötig: durch die zahlreichen Änderungen, die tief im System verankert sind, müssen seitens der Hersteller sehr viele Änderungen in ihren eignen Apps und Benutzeroberflächen vorgenommen werden, welche aufgrund der teilweise großen Produktpaletten viel Zeit in Anspruch nehmen.
  • Instabil: viele Entwickler beklagen sich über eine Instabilität von ICS, im Zusammenhang mit ihren Apps. Einige Apps neigen dazu abzustürzen. Manche Hersteller bekommen die auffällig kurze Akku- Laufzeit nicht in den Griff und Google selbst scheint sich auch nicht gerade mit Ruhm zu bekleckern wenn es um das ausliefern der Neusten Updates (4.0.3.) geht.
  • NFC: die angekündigte Near Field Communication- Technologie, ist in Europa noch nicht verfügbar und diejenigen die es später nutzen wollen (z.B. für Googles Konzept zum bargeldlosen Bezahlen) benötigen ein Smartphone mit NFC- Chip.
  • Face Unlock- Feature: die Funktion mit der Google in seinen Werbespots wirbt und von der sich alle begeistert zeigen hat ein Problem bei der Erkennung von dunkleren Hauttypen. Die Software erkennt Menschen mit dunklerer Hautfarbe nur sehr schwer. Dies liegt an den jeweiligen Lichtverhältnissen und bereitet vielen Kameras Probleme (z.B. Kinect der Xbox).
  • Steuerung für Menschen mit Sehbehinderung: die neue Android Version bietet eine Möglichkeit zur Steuerung für Menschen mit Sehschwäche. Nach Aktivierung der Funktion lässt sich das Smartphone anders bedienen als gewohnt. Der Finger ist dabei eine Art Mauszeiger und das Gerät gibt ein Feedback darüber über welches Icon man grade streicht. Diese Funktion erfordert ebenfalls Anpassungen. In diesem Video seht ihr das Feature in Aktion:
  • Google leitet Schritte ein um schnellere Updates zu garantieren
    Ich hatte euch ja hier im Blog schon davon berichtet: das Holo- Theme wird in Zukunft Pflicht sein und die Entwickler haben endlich einen Design- Guide an die Hand bekommen, durch die sich Apps leichter entwickeln und anpassen lassen. Zudem wird man sich laut aktuellem Blogeintrag von Adroid Developers vom Menü- Button auf Android- Smartphones verabschieden müssen. Durch diese Maßnahmen sind in Zukunft weniger Anpassungen nötig und Updates werden seitens der Hersteller schneller ausgeliefert.

    Besonders bedauerlich finde ich die lange Wartezeit in Anbetracht dessen wie toll Android 4.0 ist. Während bei den Vorgängerversionen durchaus potenzial zu erkennen war aber kein echtes „Habenwill“- Gefühl aufgekommen ist, konnte ich mich durch einen CustomROM (bitte nicht nachmachen wenn ihr eure Garantie nicht verlieren wollt) auf meinem HP Touchpad davon überzeugen, dass Android mit Ice Cream Sandwich nun endlich ein rundes System liefert (zwar noch mit ein paar Kinderkrankheiten die in Zukunft aber sicher behoben werden), das wenn es weitere Verbreitung findet, durchaus die Chance hat iOS etwas mehr vom Markt zu drängen. Wenn ihr wissen möchtet was euch genau mit ICS erwartet könnt ihr diesen Bericht aus dem Cyberbloc noch mal durchlesen.

    Am schnellsten an ein Gerät mit ICS kommt man wohl, in dem man ein neues Gerät kauft das bereits mit ICS ausgeliefert wird (Galaxy Nexus). Für alle anderen bleibt es ohne hin fraglich ob sie mit einem Update beglückt werden. HTC will laut Facebook- Eintrag trotz riesiger Produktpalette bisher nur die Sensation- und Evo- Reihe (ab Frühjahr) updaten. Vorbildlich zeigt sich hingegen Sony Ericsson welche so ziemlich alle Geräte die 2011 erschienen sind mit einem Update versehen will. Den Anfang machen dabei das Arc S, Neo V und das Ray, welche Anfang April mit einem Update rechnen dürfen.

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