Die Bildermacher zu Köln
Ein Erlebnisbericht von der photokina 2008
Es begab sich am Morgen des 26. September, dass Kollega Pöschmann und meine Wenigkeit sich aufmachten das heimische Elbflorenz für einen Besuch in die Rheinmetropole Köln zu verlassen. Das Ziel war die zweijährig stattfindende Photokina, das Mekka der fotografischen Obsession schlechthin. Der firmeneigene Golf Variant verrichtete seine Arbeit vorzüglich, im Gegensatz zur Liquidität des Autobahnnetzes vor Köln, ein Stau von 30 Minuten verzögerte die pünktliche Ankunft an den Messehallen. Doch kümmern wir uns weniger um die Verkehrssituation in NRW, als vielmehr um DIE Photomesse des Jahres.
Da mir selber nur wenige Stunden Zeit blieben um einen Rundgang in Angriff zu nehmen, erhebt dieser Kurzbericht alles andere als den Anspruch auf Vollständigkeit. In den ersten Hallen fand man wie gewohnt die großen Schlachtschiffe der Branche. Ob Canon, Nikon oder Olympus, hier zeigt sich was Rang und Namen hat. In den untersten Geschossen hingegen entdeckt man die „Krabbelkiste“, auch Zubehörhersteller genannt, denn wie bei den großen Dickhäutern so ziehen die großen Hersteller in der Fotoindustrie einen ganzen Rattenschwanz an Nischenanbietern mit sich. Dies war das Domizil von Kollega Pöschmann, denn seine Kontakte fanden sich vornehmlich hier. Ich dagegen drängte zu den „Stars“ der Photokina, wie zu erwarten herrschte bei Branchenprimus Canon ein Gewühl von Fotografen bzw. die die es gerne sein wollen. So war es schlicht unmöglich, sich in Ruhe Produktneuheiten wie die neue Canon EOS 5D Mark II anzuschauen. Bei Nikon war es ähnlich voll, zu wenig Platz für zu viele Menschen. Doch lassen wir die zwei „Dauergegner“ beiseite, denn der eigentliche (Werbe)Star war unumstritten die neue Panasonic Lumix G1.
Panasonic schickt sich an, die Welt der Fotografie umzugestalten, zumindest wenn man den Werbeplakaten Glauben schenken darf. Diese waren großflächig über das gesamte Gelände verteilt uns sprachen von der Neuerfindung der Fotografie. Soweit würde ich nun doch nicht gehen, vielmehr geht Panasonic einen logischen Schritt. Die G1 kann man sich am einfachsten als SLR-Kamera ohne Spiegel vorstellen. Im Gegensatz zur DSLR-Konkurrenz verzichtet das Modell auf einen Schwingspiegel und lichtet direkt auf dem Sensor ab. Im Gegensatz zu Bridge-Kameras finden jedoch Wechsel-Objektive des Micro FourThird-Systems Anschluss. Sowohl die G1, als auch die passenden Objektive sind wesentlich kompakter als bisherige Systemkameras aus dem SLR-Bereich. Insofern kann man schon von einer „Neuerfindung“ sprechen, allerdings mit zwei kleinen Fehlern. Einen optischen Sucher gibt es Systembedingt nicht, der verbaute LCD-Sucher löst viel zu gering auf, kein Vergleich zu einem „echten“ Spiegelsucher. Dafür erhält man jedoch einen schwenk- und klappbaren LCD-Monitor. Unverständlichweise kann die G1 im Moment auch noch keine Bewegtbilder ablichten, diese, eigentlich logische Funktion fehlt noch. Jedoch zeigt die G1 wohl in die richtige Richtung, kompakte Kameras mit Wechseloptik – das Problem mit dem Sucher werden in einigen Jahren hochauflösende LCDs sicherlich beheben können.
Insgesamt war die Messe mal wieder ein erfreuliches Spektakel, auch wenn bei mir persönlich der Enthusiasmus der jungen Jahre nicht recht aufkommen mag. Weniger sind es echte Revolutionen, als Evolutionen die die Branche vorantreiben. Die digitale Fotografie kann man halt nur bedingt ein zweites Mal erfinden.
















