Das perfekte Schwarz- Weiß-Bild

von melanie-rindke

· 6 min Lesezeit

Tipps & Tricks zur Gestaltung monochromer Fotos
Vielleicht sind die ein oder anderen von euch noch auf der Suche nach einem schönen selbst gemachten Weihnachtsgeschenk. Wie wäre es mit einem schönen Schwarz- Weiß-Bild in einem edlen Bilderrahmen? Doch Schwarz- Weiß-Bild, ist nicht gleich Schwarz-Weiß-Bild. Viele Fotos wirken in Graustufen einfach nur matt und langweilig. Daher habe ich heute ein paar Basics für euch um ein paar optimalere Ergebnisse bei der Schwarz- Weiß-Gestaltung eurer Bilder zu erzielen.
Geschichte
Eigentlich ist ein Schwarz-Weiß-Bild so gesehen ein Rückschritt, denn früher war es eben noch nicht möglich Farbe dauerhaft auf Bildern zu „speichern“. Die ersten Schwarz–Weiß-Bilder wurden 1826 geschossen und benötigten acht Stunden Belichtungszeit. Wahnsinn. Die erste praxistaugliche Fotografie (immer noch Schwarz-Weiß), gab es um 1830. Erst etwa 1930, also rund 100 Jahre später, wurde die Farbfotografie praxistauglich, zuvor waren nahezu alle Bilder Schwarz- Weiß. Trotzdem ist es heute manchmal für uns erstrebenswert, Schwarz-Weiß-Bilder zu erstellen, denn diese haben durchaus ihre Vorzüge, die ich euch im Folgenden ein wenig näher bringen werde (zumindest versuche ich es).

Wirkung von Schwarz-Weiß-Bildern
Schwarz-Weiß-Bilder können edel und glamourös wirken und sicher auch ein wenig melancholisch. Sie bewirken, dass der Betrachter nicht von Farben abgelenkt ist und sich rein auf die Stimmung und das Motiv konzentriert. Bilder werden ruhiger und sinnlicher ohne Farbe und wenn man sich dieser Wirkung bewusst ist, kann man dies gezielt als Werkzeug bei seiner Fotogestaltung einsetzen.

Meine Fotos in Schwarz- Weiß umgewandelt“

Was macht ein gutes Schwarz-Weiß-Bild aus?
Ein gutes Schwarz-Weiß-Foto muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Erfüllt es diese nicht wirkt es oft langweilig. Ein gutes Schwarz-Weiß-Bild besticht durch starke Kontraste, starke Konturen und ein Motiv, das für sich schon alleine eine starke Aussagekraft hat und somit ohne Farbe (und die dadurch verstärkenden Emotionen), überhaupt funktionieren kann. Das heißt, ihr habt am Besten ein Foto, mit starken Strukturen/Mustern oder Linien, und ein Objekt dass für sich allein stehen kann.

Schon bei der Aufnahme beachten
Wie oben erwähnt ist die Schwarz-Weiß-Gestaltung von Bildern ein Werkzeug. Um dieses Werkzeug optimal nutzen zu können kann man schon bei der Bildaufnahme einiges beachten. Die Spannung bei Schwarz-Weiß-Bildern entsteht durch Licht und Schatten, so muss man sein Auge vielleicht ein bisschen umschulen und statt auf Farben, auf starke Kontraste, bzw. Licht- und Schattenspiele achten. Hier bieten sich zum Beispiel die sonst so ungeliebten Gegenlicht Situationen an. Unter den genannten Kriterien lohnt sich unter Umständen auch ein Blick ins Archiv, Fotos die als falsch belichtet eingeschätzt wurden, bilden vielleicht eine perfekte Ausgangsituation für ein spannendes Schwarz-Weiß-Bild.

Nachbearbeitung am Computer
Alle die mit einer Spiegelreflex Kamera arbeiten, können zuerst das Rohformat entwickeln. Dabei kann mit den Belichtungswerten und Kontrast noch viel aus einem Bild rausgeholt werden bevor es in die Weiterverarbeitung geht. Danach muss natürlich die Farbe aus dem Bild entfernt werden. In den gängigen Grafikprogrammen findet man dafür Funktionen wie „Graustufen- Modus“, „Farbe entfernen“, „Farbton- & Sättigung“, „Schwarz-Weiß“. Da kennt ihr euch in euren Grafikprogrammen sicher besser aus. In Photoshop nutze ich die Funktion Schwarz- Weiß über die Füllebene.

Nun kann es je nach Bild natürlich sein, dass das Bild trotzdem noch matt wirkt, also gibt es über Tonwertkorrekturen, Gradationskurven, Helligkeit & Kontrast Ebenen, die Möglichkeit noch etwas Dramatik ins Bild zu bringen. Dabei beachtet werden sollte, dass Details die möglicherweise in den hellen Bereichen liegen nicht verloren gehen. Also nicht übertreiben sondern vorsichtig mit den Funktionen ans Ziel heran tasten.

Grundsätzlich kann man nachdem man die Farbe entfernt hat ganz gut mit der Tonwertkorrektur erste Ergebnisse erzielen. Dort sieht man eine Art Gebirge und bestimmte Regler. Die Regler schiebt man nun an die beiden jeweiligen Enden des Gebirges, dadurch wird die hellste Stelle im Bild weiß und die dunkelste Schwarz statt Grau. Danach können weitere Optimierungen durch „Helligkeit & Kontrast“, „Gradationskurven“, usw. vorgenommen werden. Bei ursprünglich sehr bunten Bildern könnte es außerdem noch helfen eine Korrektur über „selektive Farbkorrektur“ zu bearbeiten, dies muss jedoch mit viel Fingerspitzengefühl probiert werden. Wenn ihr die Einstellungen benutzt, werdet ihr schnell ein Gefühl dafür entwickeln welche Einstellung für euer Bild in Zukunft die optimalste ist.

Schritt für Schritt“

Schwarz-Weiß-Bild mit Farbtupfer (Color- Key)
Einen besonderen Pepp könnt ihr euren Bildern natürlich noch verleihen in dem ihr einen Teil der Farbe im Bild lasst, diese Methode nennt sich Color- Key. Um das gewünschte Ziel zu erreichen, eignen sich natürlich mehrere Wege doch ich denke dieser ist für den Anfang einer der einfachsten:

1. Zuerst kopiert ihr euer Ausgangsbild.
2. Danach schneidet ihr das Objekt, das bunt bleiben soll aus. In Photoshop würde ich dafür das Pfadwerkzeug benutzen (mit dem Pfadwerkzeug Punkte um das Objekt zeichnen, Auswahl erstellen, Auswahl umkehren, Hintergrund entfernen).
3. Dann entzieht ihr der untersten Ebene die Farbe und bearbeitet sie so wie oben beschrieben um ein optimales Schwarz-Weiß-Ergebnis zu erzielen – fertig.

Monochrome Bilder
Eine weitere Möglichkeit ist, die Bilder mit einem Farbstich zu versehen (z.B. Sepia). Da wir jedoch im digitalen Zeitalter leben, ist jeder denkbare Farbstich möglich denn wir uns vorstellen können. Dazu wählt ihr zum Beispiel die Funktion „Farbton/Sättigung“ in Photoshop aus, setzt ein Häkchen bei „Färben“ und könnt so im Handumdrehen ein monochromes Bild in eurer Lieblingsfarbe erstellen. Wenn ihr es etwas extremer mögt, erstellt ihr eine Füllebene in einer knalligen Farbe (z.B. Rot) und stellt danach den Füllmodus auf „Farbe“. Wenn ihr diese Technik zum Beispiel mit unterschiedlichen Farben anwendete (z.B. ein mal Grün, dann Blau, Rot, Gelb), natürlich nicht alle zusammen sondern jedes mal neu, dann könnt ihr eine witzige Collage mit unterschiedlichen Farbtönen erstellen. Ähnlich wie Andy Warhol, nur ohne Comiceffekt. Bei diesen genannten Effekten und Tricks handelt es sich aber eher um Spaß-Effekte. Vielleicht könnt ihr trotzdem was hübsches daraus zaubern.

Monochrome Bilder mit Farbtuper“

Mir ist klar, dass ich euch mit meinem Beitrag nun nicht DAS Patent Rezept für gute Schwarz-Weiß-Fotos an die Hand gegeben habe aber das kann ich auch gar nicht, denn ob sich aus einem Bild ein gutes Schwarz-Weiß-Foto machen lässt oder nicht, kommt ganz allein aufs Foto und euren persönlichen Geschmack an. Des weiteren habe ich auch keine Ausbildung im Fotografie Bereich oder ähnliches, hier handelt es sich lediglich um Tipps für Hobby Fotografen, die einfach ein bisschen mehr aus ihrem Bild holen wollen. Ich hoffe aber, dass ich euch einen Anreiz gegeben habe, das Ganze einfach mal auszuprobieren, denn es macht wirklich Spaß, die erstaunliche Wirkung seiner Fotos zu sehen, wenn man diese in Schwarz-Weiß umwandelt und mit ein paar Tricks optimiert. Ich wette, bei dem ein oder anderen Bild werdet ihr erstaunt sein! Ich persönlich habe durch das rum probieren auf jeden Fall richtig Lust bekommen, Fotos extra nur zu schießen um diese in Schwarz-Weiß umzuwandeln, obwohl ich der Schwarz-Weiß-Technik bisher wenig Beachtung geschenkt habe.

Links
Natürlich handelt es sich bei meinem Beitrag mehr oder weniger um Anfängertipps. Für alle die tiefer ins Thema einsteigen möchten, gibt es noch viele weitere Techniken um wirklich optimale Ergebnisse zu erzielen:

  • Schneiderkreuznach
  • Kleine Fotoschule
  • Webmasterpro

    Inspiration
    Wenn ihr euch noch nicht wirklich ein Gefühl für ein passendes Schwarz- Weiß Motiv habt, hilft vielleicht ein Blick in entsprechende Fotosammlungen, ich bin mir sicher dort findet ihr reichlich Inspiration:

  • Flickr
  • 500px
  • Heise.de
  • Fotocommunity

    Für all diejenigen die noch nicht über die passende Ausrüstung verfügen, hat der Cyberport Shop sicher was zu bieten, denn aus Fotos die mit einer DSLR entstanden sind kann man im Nachhinein einfach viel mehr rausholen.

    Falls ihr Fragen zu einer bestimmten Technik habt, beantworte ich euch diese natürlich gerne!

    Info: Bei den gezeigten Fotos handelt es sich um meine eigenen Fotos (geschossen mit einer Olympus e-520).

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