Computex in Taiwan 2009

von matthias-schleif

· 2 min Lesezeit

Kleine Messevorausschau
Seit heute läuft die weltgrößte Computermesse Computex in Taipei auf der taiwanesischen Insel und wir wollen es natürlich nicht versäumen, einen kleinen Ausblick auf die kommenden Tage zu werfen. Man kann sich vorstellen, dass es in dem Wust von Notebooks, Handhelds, UMPCs, MP3-Playern etc. kaum möglich ist, alles im Blick zu behalten, weswegen sich der Artikel auf die Entwicklungen im Bereich der Netbooks beschränken soll. Sicher machen sich die Fortschritte und Anpassungen an die Kundenwünsche auch in den Designs und verfügbaren Größen der Modelle bemerkbar, technische Weiterentwicklungen zeigen aber auch in anderer Weise, dass die Kleinen langsam den Kinderschuhen entwachsen.
Neben den weiter verfügbaren Standard-Netbooks im 10 Zoll Format mit Intel Atom N270/280 CPU und 160GB HDD mit vorinstalliertem Windows haben die Hersteller unterschiedliche Entwürfe im Programm. Die kleineren 8,9-Zoll-Systeme scheinen allerdings langsam auszusterben, denn insgesamt geht der Trend eher zu 12, 11,6 bzw. 11,1 Zoll Bildschirmdiagonalen, wie es z.B. Dell mit dem Inspiron Mini 12 oder Samsung mit dem NC20 vorgemacht haben. Aber auch Acer hat erst kürzlich Netbooks im 11,6 Zoll-Format vorgestellt, während ASUS mit ihrem 1101HA kurz vor der Messe ebenfalls ein System in dieser Größe vorlegt.

Diese Entwicklung könnte man als eine Wandlung in Richtung „echtes Notebook“ verstehen, zumal z.B. ASUS ja auch ein Modell mit DVD Laufwerk angekündigt hat, dessen Fehlen einen wesentlichen Unterschied von Note- zu Netbooks darstellt. In die andere Richtung, also eher als ein Entgegenkommen auf die Smartphone-Welt, hat Sony ja mit dem Vaio P einen ziemlichen Flop gelandet, was sicher nicht unerheblich am Preis aber auch am sehr klein geratenen Keyboard gelegen haben dürfte. Zumindest im letzteren Fall sieht man beispielsweise bei diesem auf der Messe gesichteten ECS T800 eine deutliche Verbesserung durch die neuen Chicklet-Tastaturen, die auch auf diesen kleinen Geräten ein halbwegs angenehmes Schreiben ermöglichen sollten.

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Der ECS ist aber auch ein Beispiel für eine andere, von Herstellern offenbar forcierte Entwicklung, nämlich weg von Intel-Hardware und weg von Windows-Software. Ganz so drastisch, wie es sich hier anhören mag, ist es natürlich nicht, denn auch Intel mischt mit ihrem in Zusammenarbeit mit NVidia gebauten ION-System bei Neuentwicklungen noch mit, die den Einsatz von Windows wieder ermöglichen und im Gegensatz zur bisherigen Atom-Plattform auch eine deutliche Performancesteigerung versprechen.

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Dennoch darf man sich sicher auf eine ganze Reihe Systeme freuen, die mit Qualcomm, ARM oder – wie der ECS T800 – mit einer Texas Instruments QMap3 CPU eine deutlich längere Laufzeit, gewisse Stand-by-Features wie den Empfang von E-Mail auch bei ausgeschaltetem System und manchmal auch HD-Wiedergabe wie NVidias Tegra ermöglichen. Dass dabei nicht auf Windows-Betriebssysteme zurückgegriffen werden kann und soll, sondern man z.B. gern auf das Google Android oder sonstige Linux-Derivate setzt, könnte sich zwar zum Pferdefuss entwickeln, denn Kunden erwarten von Notebooks immer noch, dass sie funktionieren wie Notebooks; in dieser Sicht sind Netbooks natürlich nur kleinere Noetbooks und der Kunde erwartet Windows XP. Die Gefahr besteht, dass gerade kleine Systeme mit unbekannter GUI als Spielzeug eingestuft werden, was ich aber nicht hoffe und sich wohl an der Leistungsfähigkeit scheidet.

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Technisch sind die neuen Netbooks top und meine Erfahrungen mit dem Netbook Remix von Ubuntu bestätigen, dass Linux sehr wohl für produktiven Einsatz geeignet ist. Man darf gespannt sein, was die Messe sonst noch so bringt.

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Mario L. 02.06.2009, 17:59 Uhr

Hallo liebe CyberBlogger! Ich will mich an dieser Stelle und zu dieser Gelegenheit mal outen und feststellen, dass ich Windows - Anwender bin und auch bleiben möchte! Ich kann nicht nachvollziehen, warum ich mich dafür schämen soll, diese professionelle und sichere Betriebssystem-Software zu nutzen. Ich kaufe auch mit Absicht meine Hardware mit Windows, egal ob Vista oder beim Netbook XP. Ich bin faul, träge und konzentriere mich lieber auf das was ich mit dem System produktiv tun (möchte) muss. Da passt es mir nicht eine Linux Distribution zu eruieren, um dann festzustellen, das es doch noch eine andere bessere gibt, oder ein Google Android einzusetzen, das ich gleich gar nicht recht verstehe... ihr versteht schon. Und dass ich mir ein Notebook von Lenovo gekauft habe und kein MacBook hat schlicht mit dem Preis-Leistungsverhältnis zu tun. Auch dafür schäme ich mich nicht. Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass es nicht nur Freaks gibt, die möglichst nichts mit Microsoft oder wie wir früher gesagt haben, mit IBM-kompatiblen Systemen zu tun haben möchten, sondern auch Anwender, die ihren Rechner EINFACH zur Arbeit, zum Studium oder für die wöchentliche Suche nach dem Sonntagsbraten benutzen. Ich gönne jedem sein Android oder auch Linus und was es sonst noch gibt, und ich hätte auch gern einen leuchtenden Apfel im Alu-Kleid. Also, es ist nichts Schlimmes dabei, wenn sich Hersteller am Nachfragemarkt orientieren, denn es gibt uns Windows-User noch! :-))

Joerg Pittermann 02.06.2009, 19:34 Uhr

Hallo Mario "Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass es nicht nur Freaks gibt, die möglichst nichts mit Microsoft oder wie wir früher gesagt haben, mit IBM-kompatiblen Systemen zu tun haben möchten, sondern auch Anwender, die ihren Rechner EINFACH zur Arbeit, zum Studium oder für die wöchentliche Suche nach dem Sonntagsbraten benutzen." Genau da macht es bei immer mehr Menschen Klick und sie kaufen sich einen Mac. In den letzten paar Monaten sind im Bekanntenkreis und Freundkreis die Maczahlen rapide nach oben gegangen. Und ich bin auch ein Windows, Mac, Android und somit auch Linux User. ;-)

Mario L. 03.06.2009, 07:19 Uhr

Hallo Joerg, mich würde mal grundsätzlich interessieren, welche besonderen Unterschiede zwischen Windows- und Mac-Systemen bestehen und welche nennenswerten Vorteile ein Mac bietet. Ich kenne das Design von Apple, das mir außerordentlich gut gefällt, und die überlieferte Ansicht, mit dem Apple-Kauf schwächt man die Microsoft-Dominanz, für mehr Wettbewerb und setzt somit Entwicklungsanreize. Mich interessieren aber eben auch die ganz praktischen (ggf.) Vorteile eines Mac. Vielleicht lässt sich dazu mal ein Beitrag gestalten, für uns "ältere" Mittdreißiger. VG Mario

Joerg Pittermann 03.06.2009, 07:31 Uhr

Hallo Mario, ganz grob einfach gesagt sind beim Mac viele Sachen intuitiver, d.h. Apple hat Usecases (Anwendungsfaelle) definiert und diese optimal gestaltet - allerdings kann man ausserhalb dieser Usecaeses nichts wirklich anderes machen. Da ist man quasi dem Willen Apples ausgeliefert. Als normaler Mensch stoesst man an die Anwendungsgrenzen aber kaum. Auch hat Mac die Hardware spezifiziert unter das OSX laeuft - d.h. alles ist aufeinander abgestimmt, es gibt keine ernsthaften Treiberprobleme, alles kommt aus einer Hand. Windows oder Linux ist halt vielfaeltiger in der Anwendung und in der Hardware, ich kann mir meinen PC so zusammenstellen dass er laeuft, aber wenns mal Probleme gibt, ja dann bin ich als einfacher Anwender ueberfragt. Windows oder Linux muss halt auf vielen Produktkombinationen laufen, d.h. die Anwendung ist komplexer und es koennen mehr Probleme auftreten. Wohlgemerkt, die muessen nicht auftreten, aber sie koennen auftreten. Am besten sollte man den Unterschied selber erleben, ein iPhone oder ein iPod Touch ist ein netter und kostenguenstiger Einstieg, wenn man mal ein wenig Apple Luft schnuppern will. :-)

Mario L. 03.06.2009, 08:12 Uhr

Na wunderbar! Danke für die fixe Antwort. Jetzt sehe ich schon mehr durch! Ich denke als normaler Anwender (Text, Tabelle, DB, Internet & Co, Foto usw.) bin ich mit nem Mac gut bzw. besser weil stabiler bedient. Das habe ich verstanden. ...ich schwänzel ja schon einige Zeit um ein MacBook herum...jetzt weiß ich wofür ich sparen kann. ;-) Vielen Dank und VG Mario!

Joerg Pittermann 03.06.2009, 08:20 Uhr

Hallo Mario, kein Thema, viel Spass beim sparen bzw. mit dem MacBook :-)

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