Überblick: Cloud-Ansätze von Google, Apple, Amazon und Co
Cloud ist nicht gleich Cloud
Die Cloud ist ein Begriff, welcher just in diesen Tagen immer präsenter für uns Anwender wird. Doch was ist die Cloud überhaupt? Laut Wikipedia beschreibt die Cloud den Ansatz „abstrahierte IT-Infrastrukturen […] dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen“. Welche Bedeutung kommt dieser theoretischen Definition nun in der Praxis zu? In den letzten Wochen und Monaten haben wir verschiedene Anbieter und Ansätze gesehen, die die Cloud, sprich den Begriff der Cloud nach ihren eigenen Maßstäben auslegen und letztlich anbieten. Zeit für einen kurzen Vergleich bzw. Überblick.
Google: Browser is King
Ein alter Hase in der Cloud ist Google. Für Google ist die Cloud schlicht das Internet, der Nutzer steuert die Cloud über den Browser an, im Browser selber gibt es verschiedene Oberfläche über die der Nutzer in Kontakt mit seinen Daten in der Cloud kommt und diese dort bearbeiten oder nutzen kann. Klassische Beispiele sind Google Mail, Google Docs, Picasa oder bald in Zukunft auch in Deutschland Google Music. Am Ende der Cloud steht für Google nur noch der Browser, der verschiedene Standardanwendungen und Softwareinstallationen ersetzt. Für Google und für den Kunden hat diese Ausprägung der Cloud meist nur Vorteile. Google definiert einen Standard, nachdem die Nutzeroberflächen für die Cloud gestaltet werden müssen, Updates können zentral eingesteuert werden und die Komplexität allgemein für Google sinkt – und damit auch die Kosten.
Für den Nutzer ist eine browserbasierte Cloud auch einfach – ein Tool, eine Software für alles, keine wirklich komplexen Updates mehr, keine Konfigurationsschwierigkeiten wie mit anderen Betriebsystemen und da der Browser geringe Systemanforderungen hat, am Ende des Tages auch günstigere Hardware. Allerdings braucht der Nutzer quasi immer eine Datenanbindung, eine Verbindung zum Internet. Mal eben was lokal ablegen oder speichern, dies geht nicht, wenn man wirklich an Daten kommen möchte und keine Internetverbindung hat, hat man halt Pech gehabt. Weiterer Kritikpunkt: Heutige Internetverbindungen sind immer noch relativ langsam, insbesondere beim für Kunden so wichtigen Upload.
Kurzum: In einer idealen Welt voller (mobiler) Breitbandanschlüsse ist das Google Modell sicherlich perfekt, aber in einer solchen Utpoie leben wir halt (noch) nicht.
Apple: „Synchronschwimmen“
Apple hat eine andere Vision von der Cloud. Diese basiert darauf, dass der Nutzer in seiner gewohnten Umgebung weiterarbeiten kann: Er hat seine Hardware, sein Betriebssystem, seine Apps und seine sonstigen Anwendungen. Im Hintergrund werden diese bearbeiteten Daten automatisch bei bestehender Internetverbindung in die Cloud gebracht, ohne das der Nutzer einen Finger krumm machen muss. Hier ist die Cloud der Diener des Nutzers und nicht der Nutzer der Diener der Cloud. Sind die Daten einmal in der „iCloud“, dann werden sie durch Apple automatisch auch an weitere Geräte in der iCloud geschickt bzw. bereitgestellt, beginne ich einen Text in Pages auf dem iMac zuhause und wechsle ich dann auf Pages auf dem iPhone, so finde ich dieselben Daten dort wieder bzw. die gleiche Stelle an der ich aufgehört habe zu schreiben. Gleiches gilt dann wieder für den Wechsel aufs iPad – alles wird über die Cloud reibungslos synchronisiert.
Amazon und Co: Festplatte im Netz
Und dann gibt es noch einen dritten Ansatz in der Cloud, der von Nutzern sicherlich häufig genutzt wird, denn Dienste wie Dropbox oder Amazon S3 haben einen enormen Zulauf. Genutzt werden sie als schnöder Platz für ein Backup. Hier stellt der User gewünscht Dateien bereit, die dann über eine Internetverbindung in die Cloud geladen werden und von dort aus wieder abgerufen. Diese Version der Cloud muss bzw. kann der Nutzer in seine bestehende Infrastruktur einbinden, es ist aber nicht die Version, die sich nahtlos in alle angeschlossenen Dienste integrieren lässt, hier kommt es immer noch zu Brüchen im Vergleich zu den komplexeren Cloud-Versionen die Google oder Apple anbietet.
Bilanz
Was lernen wir? Cloud ist nicht Cloud, auch wenn die Technik dahinter grundlegend gleich ist, der Weg dorthin ist unterschiedlich gestaltet. Hier muss der Nutzer entscheiden, welchen Weg er in die Zukunft gehen möchte.
Bildquelle: Flickr, Autor: akakumo, veröffentlicht unter CC BY-SA 2.0.








