Bluetooth-Guide
Ohne Kabel geht’s besser
Bluetooth – damit kann man kabellos Handys mit Headsets verbinden, Bilder von Handy zu Handy oder an den Computer übertragen, das Handy mit der Freisprecheinrichtung im Auto verbinden und noch viel mehr. Allerdings ist manchmal Bluetooth auch nicht Bluetooth und Manches mal klappt die Verbindung nicht so, wie gewünscht. Im Folgenden wird Bluetooth genauer unter die Lupe genommen. Bluetooth (Blauzahn) ist ein Industriestandard, welcher auf Basis der IEEE 802.15.1 Spezifikationen in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts von der schwedischen Firma Ericsson entwickelt worden ist. Bluetooth bildet hierbei die Schnittstelle über die mobile Kleingeräte mit Computer und Peripheriegeräten kabellos über geringe Entfernungen (meistens unter 10 m) kommunizieren können. Die Bluetooth-Schnittstelle hat sich in den letzten Jahren auf Grund der einfachen Idee – ohne Kabel Daten auszutauschen – durchgesetzt und findet sich inzwischen in mehr und mehr Geräten, nicht nur im Handy, sondern auch in Headsets, Autos, Druckern, Computern, Lautsprechern und und und.
Vielen Benutzern erscheint Bluetooth manchmal etwas eigenwillig, weil Bluetooth nicht immer das macht, was der Benutzer gerade damit machen möchte. Der Grund für diese angebliche Eigenwilligkeit liegt in den sogenannten Bluetooth-Profilen. Leider kann man technisch nicht jede Kabelverbindung gleich darstellen – jedes Kabel hat andere Spezifikationen, andere Normen und andere Ausprägungen, wie die Daten oder Sprache durch das Kabel fließen.
Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das Problem:
Soll ein Weihnachtsfoto vom Handy auf den Computer übertragen werden, dann will der stolze Benutzer, dass das Bild auch korrekt am Computer ankommt – jedes Pixel muss an seinem korrekten Platz sein. Das heißt für die Übertragung, dass kein Fehler auftreten darf, und wenn ein Fehler auftritt, muss der Fehler korrigiert werden, damit das Foto auf korrekt auf dem Computer dargestellt wird und nicht auf einmal der Tannenbaum gelb anstatt grün ist. Ob das Übertragen eines Bildes dann 30 Sekunden oder 35 Sekunden dauert, ist unerheblich.
Anders ist es beim Telefonieren, hier ist es wichtig dass die Sprache sofort vom Handy auf den Kopfhörer ins Ohr übertragen wird – und wenn man ein gesprochener Buchstabe in einem gesprochenen Wort nicht übertragen wird, dann hört man halt ein kurzes Knacksen, aber dann wieder den Rest des Wortes. Hier ist eine Fehlerkorrektur nicht möglich, weil man ja nicht 5 Sekunden länger warten will, nur weil ein Buchstabe von einem Wort verloren gegangen ist und das Wort noch mal gesagt werden muss. Da würde es bei mehreren Fehlern zu einem Zeitverzug kommen, der ein Gespräch am Handy unmöglich macht.
Um mit diesen Anforderungen an die Übertragung besser umzugehen, wurden verschiedene Profile für Bluetooth geschaffen – also verschiedene Unterprotokolle von Bluetooth. Damit kam es dann zu dem angeblichen eigenwilligen Verhalten von Bluetooth, denn entgegen der langläufigen Meinung ist nicht Bluetooth gleich Bluetooth. Nur wenn das Sender- und das Empfängergerät beide das gleich Bluetooth-Protokoll haben, dann ist eine korrekte Übertragung möglich.
Im Groben lassen sich folgende Profile für folgende Anwendungsbereiche unterteilen:
Handy & Headset/Multimediagerät:
Hier braucht das Handy das Headset-Profile oder das Handsfree-Profile. Möchte man auch mit dem Handy Musik auf dem Bluetooth-Stereoheadset oder über ein Multimediagerät (z.B. Lautsprecher) hören, so braucht das Handy auch ein Advanced Audio Distribution Profile (A2DP)
Handy & Auto:
Bluetooth-Freisprecheinrichtungen unterstützen das Handsfree Profile, manche auch das Headset Profile. Möchte man auch auf die Daten des Handys zugreifen ohne das Handy in die Hand zu nehmen braucht die Bluetooth-Freisprecheinrichtung als auch das Handy das Sim Access Profile (SAP)
Handy & PC:
Um das Handy drahtlos mit den Kontaktdaten am PC abzugleichen wurde das Synchronisation Profile geschaffen, oft wird die Kommunikation aber auch über das Serial Port Profile und das Object Push Profile abgewickelt. Die meiste Bluetooth-Software auf PC, Mac und Linux hat die nötigen Profile.
Handy & Handy:
Um Bilder, Musik oder Visitenkarten von Handy zu Handy auszutauschen, brauchen beide Handys ein Object Push Profile, Serial Port Profile oder ein File Transfer Protokoll.
Handy & Notebook:
Das (UMTS) Handy kann auch als Bluetooth-Modem zusammen mit dem Notebook genutzt werden, um ins Internet zu kommen. Hier ist das Dial Networking Profile notwendig.
Handy & Drucker:
Um die schönsten Schnappschüsse vom Handy auch auszudrucken, braucht das Handy und der Drucker das Basic Imaging Profile.
Handys & GPS:
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Navigationslösungen für das Handy, aber nicht jedes Handy hat auch GPS eingebaut. Also kann man praktischer Weise Bluetooth-GPS-Empfänger zusammen mit dem Handy koppeln, um dann zu navigieren. Hier wird das Serial Port Profile benötigt.
Des Weiteren gibt es noch viele weitere Anwendungsbereiche und Profile, aber mit der obigen Aufzählung sollten die meisten Punkte erfasst sein.
Ein weiteres Thema ist die Sicherheit bei Bluetooth-Übertragungen. Beim verkoppeln (pairing) von zwei Bluetooth-Geräten wird ein Passwort festgelegt, mit deren Hilfe die Daten verschlüsselt übertragen werden. Wie jede Übertragung ist natürlich auch bei dieser keine absolute Sicherheit gegeben, es besteht die Möglichkeit dass die Bluetooth-Übertragung abgefangen wird. Auch gibt es immer wieder fehlerhaft programmierte Bluetooth-Schnittstellen, die es dritten Personen möglich machen, auf das Handy zuzugreifen und dort Daten auszuspähen. Deshalb gilt immer: Das Bluetooth nur dann nutzen, wenn man es braucht.
Fazit:
Mit Bluetooth ist vieles leichter, schneller und angenehmer geworden, und der Kurzstreckenfunk wird ständig weiterentwickelt, um mit den Anforderungen und Wünschen der Anwender und Hersteller Schritt zu halten.








