Amazon Appstore in Deutschland verfügbar
Neue Konkurrenz für den Google Play Store?
Das hat ja lange gedauert, Amazon! Aber besser spät als nie … So können seit gestern endlich auch die deutschen Android-Nutzer den Amazon Appstore auf ihren Smartphones installieren. Im Gegensatz zum Google Play Store bietet der Appstore von Amazon durchaus einige Vorteile; aber nicht alles, was glänzt, ist Gold. So hat auch dieser Store noch die eine oder andere Schwäche.
Fangen wir mit der Installation an. Am einfachsten ist es, wenn ihr direkt von eurem Smartphone diesen Link besucht. Es gibt aber auch noch zahlreiche andere Möglichleiten, den Appstore zu installieren. So könnt ihr euch den besagten Link auch an eure Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse senden lassen. Weitere Informationen dazu findet ihr auf der offiziellen Seite.
Nachdem ihr die Datei heruntergeladen habt, könnt ihr sie öffnen und installieren. Hierzu müsst ihr zunächst in den Einstellungen die Installation von „unbekannten Quellen“ erlauben. Das bedeutet, dass ihr auch Anwendungen auf eurem Smartphone installieren könnt, die nicht über den Google Play Store heruntergeladen wurden.
Läuft auf eurem Smartphone bereits eine Version von Android 4.0, findet ihr diese Einstellung unter: Einstellungen –> Sicherheit. Sollte noch eine ältere Version auf eurem Smartphone laufen, findet ihr den Punkt unter: Einstellungen -> Anwendungen.
Habt ihr dort ein Häkchen gesetzt, könnt ihr die Installation nun durchführen. Nachdem die Anwendung auf eurem Smartphone installiert ist, könnt ihr euch mit eurem normalen Amazon-Konto einloggen. Nun seid ihr offiziell im Amazon Appstore angemeldet und könnt Apps herunterladen.
Vorteile des Amazon Appstore
Ein Vorteil des Amazon Appstore sind die zeitexklusiven Apps. So gibt es zurzeit beispielsweise das Spiel „Jetpack Joyride“ nur über den Amazon Appstore zum Download. Bereits auf dem iPhone war dieses Spiel ein Riesenerfolg, nun kommen auch Android-Nutzer in den Genuss des Spiels. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis das Spiel auch im Google Play Store landet, momentan gibt es die App allerdings nur für Nutzer des Amazon Appstore.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es jeden Tag eine eigentlich kostenpflichtige App kostenlos zum Download gibt. Heute gibt es zum Beispiel die werbefreie Version der „Angry Birds“ kostenlos zum Download. Ein täglicher Blick in den Appstore lohnt sich also durchaus.

Beim letzten Punkt herrscht zurzeit noch Unklarheit. Normalerweise würde ich als Vorteil anführen, dass ihr endlich auch Apps ohne Kreditkarte oder Mobilfunkrechnung kaufen könnt. Es gibt nämlich die Möglichkeit, Apps einfach über das bei Amazon hinterlegte Bankkonto zu bezahlen, also über das Lastschriftverfahren. Das trifft für viele Nutzer zu, aber leider aus irgendeinem Grund nicht für alle. So gibt es im Internet Berichte von Nutzern, die zwingend ihre Kreditkartendaten bei Amazon hinterlegen mussten, um kostenpflichtige Apps im Amazon Appstore zu erwerben. Woran genau das liegt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Ihr solltet es einfach versuchen; vielleicht könnt ihr, genau wie ich, auch ohne Kreditkartendaten kostenpflichtige Apps kaufen.
Nachteile des Amazon Appstore
Leider bringt der Amazon Appstore auch zwei Nachteile mit sich. Das erste, worauf ich eingehen möchte, ist die derzeitige Performance. Diese ist leider mehr schlecht als recht. Der Start des Appstore dauert relativ lange und auch innerhalb der Anwendung muss man sich mit unzufriedenstellenden Ladezeiten herumplagen. Hierbei handelt es sich wohl „nur“ um Software-Probleme, weshalb ich zuversichtlich bin, dass sich die Performance in den nächsten Wochen verbessern dürfte.
Der zweite Nachteil bezieht sich nicht direkt auf den Appstore von Amazon, sondern generell auf Appstores von Drittanbietern. Natürlich ist es auf den ersten Blick von großem Vorteil, wenn man die Qual der Wahl hat. Allerdings wird die Verwaltung von Apps mit jedem weiteren installierten Appstore immer unübersichtlicher.
Die eine App hat man im Google Play Store gekauft, eine weitere im Amazon Appstore und eine dritte in einem wieder anderen Store. Wenn man sich jetzt ein neues Android-Smartphone anschafft, darf mal als erstes drei oder mehr Appstores installieren und muss sich durch die Listen der „gekauften Apps“ wühlen, um zu schauen, wo nun welche App liegt. Bei zwei Appstores mag das noch kein Problem sein, aber wie gesagt steigt die Komplexität mit jedem weiteren installierten Appstore.
Fazit
Im Großen und Ganzen freue ich mich über den Amazon Appstore. Wenn sich die Performance in den nächsten Wochen verbessert, hat Google hier einen großen Konkurrenten bekommen. Da Konkurrenz bekanntlich das Geschäft belebt, begrüße ich diesen Schritt sehr. Vielleicht ist Google ja nun endlich gezwungen, das Bezahlmodell seines Play Store zu verbessern. Jeder, der bislang Schwierigkeiten mit den begrenzten Bezahlmöglichkeiten im Google Play Store hatte, sollte sich Amazons eigenen Appstore unbedingt einmal ansehen.








