Akkulaufzeit von Smartphones verbessern
Zehn Tipps für eine bessere Akkulaufzeit
Vorbei sind die Zeiten, in denen unsere Handys die ganze Woche über nur einmal an die Steckdose mussten. Unsere Displays sind größer und heller geworden. Sie bieten Auflösungen, von denen wir vor einigen Jahren selbst im Computerbereich nur träumen konnten. Auch die verbauten CPUs machen teilweise schon richtigen Computern Konkurrenz. So ist eine Dual-Core-CPU im Smartphone bereits zum Standard geworden und selbst die ersten Quad-Core-CPUs sind in unseren treuen Begleitern zu finden. Das klingt alles schön und gut… jedoch benötigen auch all diese tollen Features Strom und genau das führt zu einer schlechteren Akkulaufzeit.
Es gibt jedoch ein paar Möglichkeiten die Akkulaufzeit eurer Smartphones zu verlängern. In diesem Artikel beziehe ich mich in erster Linie auf Android-Smartphones, die meisten der Tipps dürften aber auch ohne Weiteres am iPhone, Windows Phone oder Blackberry umzusetzen sein. Das Display hat wahrscheinlich den größten Stromhunger bei unseren Smartphones. Deshalb fangen wir auch damit an:
Display: Helligkeit und Timeout
Je heller euer Bildschirm leuchtet, desto besser kommen die Farben zur Geltung und ihr könnt umso besser auf eurem Bildschirm sehen.
Die Kehrseite: Je heller euer Bildschirm leuchtet… umso mehr Energie benötigt er. Es ist also ratsam das Display nicht immer auf der höchsten Helligkeitsstufe laufen zu lassen. Reduziert die Helligkeit einfach mal auf die Hälfte. Ihr werdet sehen, dass ihr euch nach sehr kurzer Zeit daran gewöhnen werdet. Noch besser ist es, wenn ihr die Displayhelligkeit automatisch von eurem Smartphone regulieren lasst. Ist es draußen hell und euer Bildschirm blendet, so wird das Display automatisch heller um dem entgegen zu wirken. Ist es eher dunkel, so dunkelt sich euer Display ebenfalls ab, da es trotzdem noch gut zu lesen ist. Wenn euer Akku fast leer ist empfiehlt es sich die Helligkeit auf ein Minimum herunterzusetzen um zu verhindern, dass sich euer Smartphone komplett ausschaltet.
Neben der Helligkeit eures Displays ist es ausschlaggebend wie lange es denn so leuchtet. So könnt ihr in den Energieeinstellungen angeben, dass sich euer Bildschirm beispielsweise nach 15 Sekunden ausschaltet (insofern keine Aktionen auf ihm ausgeführt werden). So ist sichergestellt, dass euer Display nicht unnütz eingeschaltet ist. Hier gilt: Ein geringeres Bildschirm-Timeout verlängert eure Akkulaufzeit.
Wlan
Wlan sollte nur aktiviert sein, wenn ihr euch in einem Wlan-Netz befindet und ihr auch aktiv etwas im Internet sucht. Wenn ihr durch die Stadt lauft und euer Wlan ist trotzdem aktiviert, so wird es permanent die umliegenden Wlan-Netze scannen und somit Energie verbrauchen.
Ihr müsst übrigens nicht immer umständlich extra in die Einstellungen gehen, um das Wlan zu aktivieren bzw. zu deaktivieren. Mittlerweile kann man das oftmals auch über die Benachrichtigungsleiste in Android regeln. Sollte das nicht der Fall sein, könnt ihr aber auf jeden Fall ein Energiesteuerungs-Widget auf einen eurer Homescreens legen. Gleiches gilt für Bluetooth, GPS, Synchronisation, Displayhelligkeit & Co. Alternativ empfehle ich die App „Power Widget Lite“.
Bluetooth
Auch Bluetooth solltet ihr nur aktivieren, wenn ihr es wirklich benötigt. Sei es zum übertragen einer Datei oder für die Freisprechanlage im Auto. Ist Bluetooth unnütz aktiviert, so wird es Energie verbrauchen.
GPS
GPS kann ebenfalls ein ganz schöner Energieverschwender sein. Wer sein Smartphone schon einmal als Navi verwendet hat weiß das. Wenn ihr also euer Smartphone zur Navigation benötigt, so kommt ihr nicht drumherum GPS einzuschalten. Ansonsten sollte GPS aber immer deaktiviert sein. Gerade wenn ihr euch viel in Gebäuden aufhaltet, versucht euer Smartphone permanent eine GPS-Verbindung aufzubauen. Das ist in Gebäuden aber oftmals problematisch und die vielen Versuche die Verbindung aufzubauen ziehen noch mehr am Akku, als eine permanente GPS Verbindung. Auch hier: GPS nur bei Bedarf einschalten.
Mobiles Internet
Wer das Optimum herausholen will, der kann natürlich auch das komplette Internet an seinem Smartphone abdrehen. So ist natürlich auch das mobile Internet ein kleiner Stromfresser. Wer es ganz ausstellt, wird also seine Akkulaufzeit durchaus verbessern können. Alternativ besteht die Möglichkeit das mobile Internet selber zu „drosseln“. Das könnt ihr entweder über die Interneteinstellungen oder über eine separate App realisieren. Da kommt mir die Android App „2G-3G OnOff“ in den Kopf. Diese App legt ein kleines Widget auf euren Homescreen und ermöglicht es mit 2 „Clicks“ zwischen dem 2G und 3G Modus zu wechseln. Der 2G Modus benötigt erheblich weniger Energie als der 3G Modus. Dafür bietet der 3G Modus das schnellere Internet. Wenn ihr unterwegs seid und aktiv im Internet surfen wollt, so solltet ihr trotzdem den 3G Modus aktivieren. Der 2G Modus benötigt theoretisch zwar weniger Energie…dadurch das ihr länger warten müsst bis sich eine Internetseite aufgebaut hat (und in der Zeit ebenfalls euer Display eingeschaltet ist und Strom benötigt) ist es aber nicht effektiv. Zum aktiven Surfen also lieber den 3G Modus verwenden. Wenn es nur um kleine Aktualisierungen geht (z. B. Emails oder der Facebook Status) die im Hintergrund laufen, so könnt ihr in aller Regel mit dem 2G Modus an Akkulaufzeit gewinnen.
Synchronisation
Damit wären wir beim nächsten Punkt… der Synchronisation. Ich habe einige Dienste auf meinem Smartphone installiert, die sich täglich mehrmals aktualisieren. So wird täglich mehrmals nach dem neuen Wetter geschaut, der Kalender synchronisiert, Twitter-Updates werden heruntergeladen und und und. Jede Synchronisierung benötigt sowohl Rechenpower als auch eine Internetverbindung. Im Ideal-Fall habt ihr sämtliche Synchronisierungen deaktiviert. Ihr könnt jedoch auch in vielen Apps angeben, wie häufig diese sich aktualisieren soll. Überlegt euch gut wie oft es wirklich nötig ist. Reicht es nicht eigentlich, wenn das Wetter einmal am Tag aktualisiert wird? Je weniger Synchronisierungen am Tag stattfinden, desto besser wird es um eure Akkulaufzeit stehen.
Live-Wallpaper
Android bietet die Möglichkeit bewegte Hintergrundbilder auf seine Homescreens zu legen. Das sieht oftmals wirklich toll aus… benötigt jedoch auch ein wenig Rechenleistung. Wer alles ausreizen will, sollte auch hier lieber zu normalen Hintergrundbildern greifen. Allerdings benötigen Live-Wallpaper nicht annähernd so viel Energie, wie die anderen Punkte. Ihr könnt hier also eigentlich auch ein Auge zu drücken.
Energiesparmodus
Mittlerweile bieten viele aktuelle Smartphones einen Energiesparmodus. Der Energiesparmodus kann euch ebenfalls helfen, die Akkulaufzeit eures Smartphones drastisch zu verlängern. So könnt ihr einstellen, dass ab einem gewissen Akkustand (zum Beispiel ab 20% Akku) alle oben erwähnten Punkte in Kraft treten. Das heißt im Klartext: Ihr nutzt euer Smartphone den ganzen Tag über ganz normal und sobald euer Akku kurz davor ist in die Knie zugehen, regelt es automatisch die Helligkeit herunter und deaktiviert Wlan, GPS & Co.
Energiespar-Apps
Wer noch keinen Energiesparmodus hat oder wem dieser nicht genügt, der sollte einen Blick auf Energiespar-Apps werfen. Da kommt mir beispielsweise die App „Juice Defender“ in den Kopf. Diese App funktioniert im Prinzip genauso wie der Energiesparmodus in manchen Smartphones. Sie besitzt aber ein paar zusätzliche Funktionen. So könnt ihr zum Beispiel festlegen, dass ab einer bestimmten Uhrzeit euer Wlan, GPS & Co deaktiviert wird, oder je nach Standort euer Wlan automatisch eingeschaltet bzw. ausgeschaltet wird.
Flugzeugmodus
Wenn ihr weder Wlan noch eine Mobilfunkverbindung benötigt, so könnt ihr den Flugzeugmodus aktivieren. Einige Menschen machen dies zum Beispiel über Nacht. Im Flugzeugmodus wird auch enorm viel Energie gespeichert – bedenkt aber, dass ihr dann nicht erreichbar seid.
CPU-Taktung
Diesen Punkt solltet ihr nur lesen, wenn ihr euch mit der Materie relativ gut auskennt. So könnt ihr, wenn euer Android Smartphone gerootet ist, euren CPU-Takt herunterschrauben. Moderne Smartphones takten die CPU jedoch in der Regel selber herunter, wenn diese nicht wirklich genutzt wird. Man kann diese Werte jedoch optimieren. Das Ganze kann man zum Beispiel mit der App „SetCPU“ realisieren. Ihr benötigt jedoch einiges an Know-how und wie gesagt Root-Rechte.
Also: Hier kann zwar Energie gespart werden — es ist jedoch nur fortgeschrittenen Benutzern zu empfehlen. Außerdem verliert ihr mit dem rooten eures Smartphones die Gewährleistung.
Wer diese 10 bzw. 11 Tipps beherzigt wird die Laufzeit seines Smartphones erheblich verlängern können. Seht es aber nicht zuuu eng… schließlich habt ihr viel Geld für euer Smartphone ausgegeben und wollt es nicht nur als Briefbeschwerer nutzen.
Wem das alles immer noch nicht genug ist, dem kann ich entweder einen Ersatzakku (sofern der Akku herauszunehmen ist) oder aber eines von vielen verschiedenen externen Akkupacks empfehlen. Wer länger unterwegs ist, wird mit einem Akkupack die Laufzeit seines Smartphones ganz enorm steigern können.
Noch besser ist es, wenn ihr direkt beim Kauf auf eine gute Akkuleistung achtet. So gibt es eben Smartphones die generell mehr Akkulaufzeit bieten können wie andere. Ab nächsten Monat gibt es bei uns das Motorola Razr Maxx zu kaufen. Dieses Smartphone kommt mit einem riesigen 3300 mAh Hochleistungsakku daher. Mehr dazu gibt es wahrscheinlich in einem späteren Test.
Trotzdem vergesst nicht, dass heutige Smartphones kleine Computer sind. Die Geräte können nun mal wesentlich mehr als die altbekannten Handys und benötigen deshalb auch einiges mehr an Energie.
Seid ihr denn zufrieden mit eurer Akkulaufzeit ?


















