3D-Technik kurz erklärt

von joerg-pittermann

· 2 min Lesezeit

Wie geht das eigentlich?
3D ist momentan in aller Munde – egal ob Kino, Fernseher, Spielekonsole oder Mobilfunk. Mit 3D erhofft man sich neue und alte Kunden, die hierfür gerne bereit sind ihr Geld auszugeben. James Cameron hatte Ende 2009 mit dem Kassenschlager „Avatar“ den Startschuss gegeben und die Menschen für ein neues Zeitalter mobilisiert. Aber was steckt eigentlich dahinter, wie wird 3D aufgenommen, wie wird 3D wiedergegeben? Es folgt eine Kurzerklärung zum leichten Verständnis.
Beim 3D-Film wird im Endeffekt eine Filmszene mit zwei Kameras aufgenommen, genauer mit zwei Objektiven, die einen ähnlichen Abstand haben wie unsere Augen. Beide Augen nehmen das Abbild unterschiedlich wahr, daraus entsteht dann das räumliche Empfinden, der 3D Effekt. Die Kamera mit den zwei Objektiven macht nichts anderes, es werden zwei unterschiedliche Abbilde aufgenommen aus denen wir durch die Technik beim anschauen den 3D Effekt wahrnehmen können. Beim Anschauen von 3D gibt es aktuell drei Möglichkeiten, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Kino
Aus dem Kino kennt man die 3D-Brille, dies ist die einfachste und billigste Möglichkeit den 3D-Effekt herzustellen. Bei den Filmprojektoren sorgen zwei Polarisationsfilter, die um jeweils 90 Grad gedreht sind dafür, dass das Licht eine feste Schwingungsrichtung bekommt. Das Licht trifft auf eine besondere Silberleinwand, die die unterschiedlichen Schwingungsrichtigen des Bilds nicht verfälscht. Der Kinozuschauer nimmt mit der 3D-Brille (welche ebenfalls die Polarisationsfilter enthält) den 3D-Effekt war. Hier ist allerdings kritisch zu betrachten, dass der Zuschauer genau den Kopf horizontal halten muss, neigt man den Kopf leicht zur Seite trifft das Licht nicht mehr im richtigen Winkel auf das Auge und dem Zuschauer entgeht der Effekt. Dieses Problem kann durch die Real-D-Technik gemindert werden, hier sorgt ein zirkulierender Filter vor einem Projekt für den 3D-Effekt.

Wohnzimmer
Im Wohnzimmer kommt meist die aktive Shutter-Technologie zum Einsatz – der Projektor oder Fernseher verdoppelte die Frequenz und sendet abwechselnd für das linke und das rechte Auge das Bild, die Brille ist darauf abgestimmt und mittels LCD Technik wird das jeweils linke oder rechte Auge abgedeckt. Hier spielt dann der Blickwinkel und die Kopfhaltung keine so große Rolle. In der Anschaffung sind aber die Shutterbrillen die teuerste Alternative. Alternativ gibt es aber auch schon Geräte, die ein „passives“ 3D-Erlebnis ermöglichen – genau wie im Kino. Vorteil: Günstigere Brillen; Nachteil: Es kann nicht die volle Auflösung genutzt werden.

Handheld
Nintendo, inzwischen auch HTC und LG werben für 3D ohne Brille, dies gelingt gewissermaßen bei kleinen Displays und eingeschränkten Blickwinkeln auch hinreichend gut. Wie funktioniert es technisch? Die zwei Bilder der Stereoaufnahme werden gestaucht und dann wieder zu einem einzigen Bild zusammengesetzt. Beim Zusammensetzen werden abwechselnd spaltenweise Pixel die mit dem rechten Auge zu sehen sein sollen und Pixel die mit dem linken Auge zu sehen sein sollen dargestellt. Oberhalb des 3D-Displays ist zusätzlich noch eine Parallaxbarriere aus schwarzen Streifen installiert, hierdurch sieht das Auge nur den entsprechenden Pixelstreifen, die schwarz überdeckten Pixel werden aber nicht wahrgenommen. Durch diese Barriere ist zwar dann der 3D-Effekt gegeben, aber eben nur Blickwinkelabhängig, meist hat eine zweite Person wenig Freude, wenn sie von der Seite auf das Display schaut.

Alle drei Möglichkeiten stellen momentan das betriebswirtschaftliche Optimum in Sachen 3D dar und sind jeweils auf die Situation optimiert –Kino, Fernsehen daheim und das Smartphone oder die Spielekonsole. Aber man kann sich sicher sein, dass wir dort noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt sind. In ein paar Jahren werden wir über die damalige Technik nur müde lächeln.

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