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#erstmalverstehen: Was ist Cloud Gaming?



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Ihr möchtet anspruchsvolle Spiele wie „Far Cry 5“ zocken, habt aber nicht den neuesten und leistungsstärksten PC? Gut, dass das Thema Cloud Gaming immer weiter entwickelt wird, denn damit könnt ihr auch ohne gute Hardware anspruchsvolle Games spielen. Wie das genau funktioniert, erklären wir euch jetzt.

Was ist Cloud Gaming?

Bei Cloud Gaming schließt ihr ein Abo ab, installiert eine App oder ein Client-Programm auf Smartphone, Rechner oder Konsole und schon kann es losgehen. Ihr gebt über Maus, Tastatur oder Controller wie sonst auch die Steuerbefehle ein, die via Internet an einen virtuellen sehr leistungsstarken Rechner übertragen werden. Das eigene Notebook oder die eigene Konsole dient dann nur noch dazu, das vom virtuellen PC berechnete Signal auf dem Bildschirm darzustellen. Ihr empfangt das Bild eures Spiels also eigentlich als Videostream aus dem Internet.

Auf dem virtuellen Rechner könnt ihr installieren und spielen, was ihr wollt, ohne selbst die nötige Hardware für ein ruckelfreies Gaming-Erlebnis zuhause zu haben. Alle anspruchsvollen Arbeiten erledigt das Rechenzentrum für euch. Um das zu gewährleisten, sind dort auch immer aktuelle Betriebssystem-Updates und die neuesten Treiber installiert.

Bei Cloud Gaming wird nicht die eigene PC-Leistung, sondern die eines Rechenzentrums genutzt.
Bei Cloud Gaming wird nicht die eigene PC-Leistung, sondern die eines Rechenzentrums genutzt.

Was brauche ich selbst für Cloud Gaming?

Um aber ein gutes Bild und keine langen Ladezeiten zu haben, ist es wichtig, über eine ausreichend schnelle Internetverbindung zu verfügen. Als Faustregel gilt zehn Megabit pro Sekunde (MBit/s) für ruckelfreies Spielen in HD-Auflösung, 20 bis 50 MBit/s für das Zocken in Full HD und mindestens 50 MBit/s für detailreiches Gaming in 4K. Wenn man den derzeitigen Breitbandausbau in Deutschland oder Österreich betrachtet, ist Cloud Gaming zwar in vielen Gebieten möglich, für eine Massennutzung ist das Netz aber noch nicht bereit.

Wenn die Internetverbindung mal nicht so gut sein sollte, soll es laut Cloud-Gaming-Anbietern aber nicht gleich zu Verzögerungen beziehungsweise Ruckeln kommen, sondern lediglich die Bildqualität verringert werden.

Und welche Hardware benötigt ihr? Das ist eigentlich ganz einfach: Einen simplen Rechner, einen Monitor beziehungsweise Fernseher und die nötige Peripherie. Dazu gehören Maus und Tastatur oder wahlweise ein Gamepad oder Controller. Der Rechner selbst muss lediglich mit besagter Technik sowie dem Internet verbunden sein. Dabei ist es besser, den Rechner direkt per LAN-Kabel an den Router anzuschließen oder WLAN-ac, also ein 5-Gigahertz-Netzwerk, zu nutzen.

Aber sogar ganz ohne eigenen Rechner funktioniert das Ganze: Manche Cloud-Gaming-Anbieter stellen eine Streaming-Box bereit, an die ihr euren Monitor sowie die Peripherie anschließt und das Spiel dann via WLAN oder Ethernet streamen könnt.

Dann wäre da nur noch das Cloud-Gaming-Abo, das ihr abschließen müsst, um schnell zocken zu können. Aber welche Anbieter gibt es überhaupt?

Teure Hardware mit den neuesten Prozessoren und Grafikkarten ist für Cloud Gaming nicht notwendig.
Teure Hardware mit den neuesten Prozessoren und Grafikkarten ist für Cloud Gaming nicht notwendig.

Welche Cloud-Gaming-Anbieter gibt es & wie viel kostet es?

Die Anzahl an Gaming-Anbietern wächst und wächst. Darunter gibt es so einige bekannte Namen wie Nvidia mit dem Dienst GeForce Now, der sich aktuell aber noch in der Beta-Phase befindet, oder Microsoft mit dem Xbox Game Pass. Auch PlayStation Now von Sony ist so ein Cloud-Gaming-Dienst. Damit könnt ihr beispielsweise auch mit einem einfachen Windows-Notebook mit Internetverbindung sowie einem Controller die anspruchsvollsten PlayStation-Spiele zocken. Ein Abonnement mit 500 Spielen in petto kostet 14,99 Euro monatlich.

Aber auch unbekanntere Marken wie Liquidsky bieten Spiele-Streaming an. Der Dienst des New Yorker Unternehmens läuft auf Windows- und Android-Geräten und bietet je nach nötigem Cloud-Speicherplatz und Gaming-Stunden verschiedene Abonnements an. Das mittlere Paket mit 750 Gigabyte Speicher und 1.440 Stunden Gaming pro Jahr (das entspricht rund vier Stunden pro Tag) kostet dort 24,99 Euro pro Monat.

Sowohl Sony für die PlayStation als auch Microsoft für die Xbox bieten Cloud Gaming an.
Sowohl Sony für die PlayStation als auch Microsoft für die Xbox bieten Cloud Gaming an.

Welche Vor- & Nachteile hat Cloud Gaming?

Die Vorteile von Cloud Gaming liegen auf der Hand. Zum einen sind keine leistungsstarken Gaming-PCs oder –Notebooks mehr nötig, um topaktuelle Spiele flüssig zu spielen. Hier müsst ihr aber bedenken, dass stattdessen natürlich die Abo-Kosten hinzukommen, die sich pro Jahr auf rund 300 Euro belaufen. Den Speicherplatz für die Spiele und Spielstände müsst ihr dafür nicht mehr selbst zur Verfügung haben, sondern greift auf Cloud-Speicher zu. Neben eurer Ausstattung minimieren sich auch die Ladezeiten bei der Installation sowie im Spiel selbst.

Ihr wollt heute über die Konsole zocken und morgen auf eurem Notebook weiterspielen? Auch hier ist Cloud Gaming definitiv im Vorteil: Eure Spiele und Spielstände sind immer auf allen Geräten, auf denen ihr das Programm oder die App installiert habt zugänglich.

Was bisher gegen Cloud Gaming spricht ist, dass ihr immer eine gute Internetverbindung benötigt. Und wie bereits oben erwähnt, ist der Breitbandausbau hierzulande noch nicht für eine Massennutzung bereit. Außerdem habt ihr auch nur die Spieleauswahl zur Verfügung, die der Cloud-Gaming-Dienst anbietet.

Macht Cloud Gaming den PC oder Konsole überflüssig?

Cloud Gaming wird den PC-Gamer, der gerne an seiner Gaming-Maschine herumbastelt, wohl wenig überzeugen können. Obwohl es sich für alle, die ihre Grafikkarte sehr oft tauschen, um immer perfekt ausgerüstet zu sein und aktuelle Spieletitel zocken zu können, wahrscheinlich noch am ehesten lohnen würde. Genauso lohnt sich ein Cloud-Gaming-Abo für Gelegenheitsspieler, die gerne mal ein Spiel spielen, aber sonst eigentlich nicht viel Hardware benötigen.

Ob sich so ein virtueller Rechner auch für euch lohnt und ob ihr damit günstiger kommt als die eigene Hardware-Aufrüstung anzuschaffen, müsst ihr einfach einmal selbst ausrechnen. Beachtet dabei aber immer, dass ihr nur eine begrenzte Auswahl an Spieletiteln zur Wahl habt und ohne schnelle Internetverbindung der Spielspaß teilweise auf der Strecke bleibt.

Dass Konsolen aussterben, ist auch unwahrscheinlich. Dank PlayStation Now oder Xbox Game Pass werden künftige Konsolen-Generationen und Cloud Gaming eher voneinander profitieren.

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