Samsung 840 EVO SSD mit 500 GB im Test
Was benötigt der moderne PC- und Notebook-Nutzer, um glücklich zu sein? Ein passendes Software-Paket, ein flottes WLAN-Netzwerk und natürlich ein potentes und schnelles System. Für Letzteres ist eine aktuelle SSD unabdingbar, schließlich möchte niemand gern lange auf System- und Programmstarts warten oder beim Kopieren von Daten sein Leben an sich vorbeiziehen sehen.
Als einer der großen Namen unter den SSD-Anbietern hat sich dabei Samsung mit einer Reihe von Spitzenmodellen vor die Konkurrenz geschoben und erhebt nun mit der 840 EVO erneut Anspruch auf den SSD-Thron. Dank sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und einer großen Bandbreite an SSD-Varianten (120, 250, 500, 750, 1.000 GB) wird er diesem Anspruch durchaus gerecht. Ob auch aus technischer Sicht, zeigt der Praxistest, der sich der Samsung 840 EVO mit 500 GB Kapazität widmet.
Samsung 840 EVO mit 500 GB
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Hohe Speicherkapazität, hohe Geschwindigkeit
- Variantenreichtum für zahlreiche Einsatzgebiete
- Beiliegende "Magician"-Software
- Leichte und schlanke Bauweise
- Hätte ein Quäntchen mehr Innovation erwartet
Kaufempfehlung: Upgraden zum günstigen Preis
Für mich ist die Samsung 840 EVO ein überaus interessantes Stück Hardware, denn ich nutze in meinem Notebook bereits eine Samsung-SSD der 830er-Serie aus dem Jahr 2011. An sich gibt es an der Platte nichts auszusetzen, allerdings sind 128 GB für einen Betriebssystemträger einfach zu wenig.
Warum also nicht einen Blick auf die neue 840er werfen? Dabei überzeugt die vorliegende 500-GB-Variante als erstes beim Preis: Kosteten mich seinerzeit 128 GB stolze 150 Euro – also 1,17 Euro pro Gigabyte –, präsentiert sich die EVO als annähernd halb so teures Upgrade mit gerade einmal 60 Cent pro Gigabyte.
Von diesem Standpunkt ist die getestete Samsung-SSD schon einmal eine klare Kaufempfehlung, die auch mehr als ausreichend Ressourcen für den Einsatz als Systemplatte bietet. Aber genug der Vorrede, befreien wir das gute Stück endlich aus seinem Karton.
EVO-Basic-Paket mit SSD und Software
SSDs zeigen sich verpackungs- und zubehörtechnisch gern von der spartanischen Seite. Dabei bildet die Samsung-SSD eine glänzende Ausnahme, denn je nach Variante erhält der Käufer auch ein Einbau-Kit für Notebook oder PC dazu. Serienmäßig liegt der SSD zudem die „Magician“-Software bei, die einen einfachen Betriebssystemumzug und Software-seitige Speed-Optimierungen verspricht.
Die mir vorliegende Variante bezeichnet Samsung schlicht als „Basic“ und entsprechend basic verläuft auch das Unboxing. Im etwas mehr als CD-großen Karton begrüßt mich die silbergraue SSD, gelagert in einem Plastik-Tray. Ebenfalls dabei sind die Software-CD, ein „Installation Guide“ und ein „Warranty Sheet“ sowie zwei neckische „Samsung SSD Activated“-Aufkleber.
Alles in allem also recht unspektakulär, aber das Augenmerk liegt bei solcher Hardware eben doch auf der SSD und nicht auf Schnickschnack drumherum. Auf das Notebook-Kit kann ich außerdem gern verzichten, da mein Notebook bereits für den Einbau gerüstet ist.
Optisch gibt sich die 840 EVO eher schlicht mit ihrem silbergrauen Metallgehäuse. Rein subjektiv sagt mir das neue Design weniger zu als das der 830er-Serie, aber da eine SSD ja dann am besten ist, wenn man sie so gut wie nie zu Gesicht bekommt, kann ich das verschmerzen.
Test-Umgebung: Die Hardware-Umgebung für den Test
Für den SSD-Test muss mein Asus-N75SF-Notebook herhalten, das seit einem Jahr und sieben Monaten mit der Samsung 830 SSD seinen Highspeed-Dienst verrichtet. Hinzu kommt das folgende Hardware-Ensemble:
- Prozessor: Intel Core i7-2670QM Quadcore mit 2,2 GHz
- Arbeitsspeicher: 2x 4 GB DDR3-RAM
- Grafikkarte: NVIDIA GeForce GT 555M mit 2 GB RAM
- Festplattenanschluss: SATA II
- Test-Betriebssystem: Windows 7 Ultimate
Wer ein Notebook oder Ultrabook mit SATA III nutzt oder auf Windows 8 setzt, kann die nachfolgenden Zeitwerte gut und gern noch einmal halbieren und kommt so bei realistischen Zeiten für die Samsung 840 EVO und sein System heraus.
Zeit-Test: Test 1: Der gefühlte Speed-Vorteil
Zunächst teste ich Boot- und Ladezeiten mit der Stoppuhr im Anschlag. Hier bietet sich zuallererst natürlich ein Systemstart-Test an. Als Vergleichswert messe ich die mittlere Boot-Dauer mit meiner 830er-SSD, die inzwischen mit Daten und Programmen zu gut 84 Prozent gefüllt ist. Ich bin überrascht, denn aus den anfänglichen 25 Sekunden Startzeit sind inzwischen stattliche 35 Sekunden geworden.
Dem setzt die 840 EVO im nur mit dem Betriebssystem befüllten Zustand gut 23 bis 24 Sekunden entgegen. Die Zeitersparnis ist spürbar und schmälert sich auch im Test mit zu 80 Prozent gefüllter SSD nicht. 24 Sekunden sind im Schnitt drin.
Beim Start üblicher Programme wie Office, PowerPoint oder dem VLC-Player liefern sich beide SSDs ein Kopf-an-Kopf-Rennen und sind mit ca. 1 Sekunde Ladezeit gut aufgestellt. Beim Start von Photoshop nebst 1,8 GB großer Datei variieren die Werte hingegen: Von der internen SATA-II-HDD benötigen Datei und Programm gut 33 Sekunden, von externer USB-3.0-Platte noch 30 Sekunden und von Samsungs 830er-SSD immerhin noch 19 Sekunden.
Die 840 EVO hingegen ist mit 16 Sekunden durchschnittlicher Ladezeit ungeschlagen und zeigt sich somit in allen Zeittests sowohl als würdiger Nachfolger als auch als lohnendes Upgrade.
Benchmark-Test: Test 2: Benchmark-Werte im Vergleich
Für die Benchmark-Tests habe ich „AS SSD“, „CrystalDeskMark“ sowie das Benchmarking der beiliegenden „Magician“-Software bemüht. Überraschenderweise schneiden die 830er-SSD und die neue EVO im sequenziellen Schreiben und Lesen recht ähnlich ab. „AS SSD“ und „CrystalDeskMark“ attestieren der 830er sogar die leicht besseren Werte beim Schreiben.
Nur Samsungs eigenes Benchmarking weist der EVO mit 545/522 MB pro Sekunde (lesen/schreiben) die besseren Werte zu.
Deutlich hervor sticht die Samsung 840 EVO hingegen beim Schreiben von 4K-Daten mit 32 bzw. 64 simultanen Anfragen. Hier beweist die EVO Klasse und meistert alle Anfragen mit 300 bis 380 MB pro Sekunde.
Interessante Werte liefert die Samsung-SSD auch beim etwas unüblichen Anschluss via USB. Der entsprechende Adapter liegt zwar nicht meiner Basic-Variante, dafür aber der Notebook-Variante der SSD bei. So verbunden, kann die EVO zwar nicht an die SATA-Werte heranreichen, toppt aber dennoch deutlich jede externe Festplatte, die via USB 3.0 Anschluss findet.
Somit wird deutlich: Auch wenn sich die 840 EVO nicht überragend deutlich von der Vorgängerserie absetzen kann, stellt sie dennoch den höherwertigen und schnelleren Flash-Boliden dar.
Die „Magician“-Software als Zusatz-Turbo
Die „Magician“-Software ist kein Novum in Samsungs SSD-Universum. Grundlegende Einstellung und ein SSD-Management waren bereits in den Vorgängerversionen gang und gäbe. Neben dem oben erwähnten Benchmark bietet „Magician“ im EVO-Bundle die Möglichkeit, die SSD selbst und auch die Systemeinstellungen zu optimieren, um noch ein paar Sekündchen mehr herauszuholen.
Neu hingegen ist die RAPID-Option für alle 840-EVO- und -Pro-Modelle, mit der sich Schreib- und Leseraten noch deutlich steigern lassen. Durch das „Real-Time Accelerated Processing of I/O Data“ (RAPID) reserviert die Software bis zu 1 GB Arbeitsspeicher fürs SSD-Caching. So werden Schreibzugriffe zunächst im Arbeitsspeicher gepuffert, wandern dann zum TurboWrite-Cache, zum SSD-Cache-Chip und schlussendlich auf den vorgesehenen TLC-Bereich der SSD.
Das Ergebnis ist beachtlich und bringt vor allem beim sequenziellen Schreiben Vorteile: So attestieren die Benchmarks der RAPID-geboosteten EVO-SSD bis zu 1.083 MB pro Sekunde Schreibleistung. Beim Kopieren auf die SSD ist dieser Speed deutlich spürbar und der oben erwähnte Photoshop-Start mit PSD-Datei geht auch noch einmal ca. 3 Sekunden schneller vonstatten. Boot-Prozesse profitieren von derlei Optimierungen hingegen nur marginal.
Fazit: Rundum empfehlenswertes SSD-Paket
840 EVO, schon der Name schindet Eindruck. Doch auch die Technik hinter der Samsung-SSD muss sich nicht verstecken. Nach dem etwas verhaltenen Unboxing-Start, der mich ob des meinem Geschmack wenig entsprechenden Designs nicht vom Hocker gehauen hat, kann ich über die 500-GB-SSD nur Gutes verkünden.
Wer noch keine SSD besitzt und sich in die Flash-Speicherwelt wagen möchte, macht mit der EVO nichts falsch. Hier erhält man viel Speicher zu einem überaus angemessenen Preis. Einbau und Einrichtung verlaufen absolut reibungslos und lassen keine Kritik zu.
Hinsichtlich der Geschwindigkeitswerte hatte ich zwar noch ein kleines bisschen mehr erwartet, dennoch liegt sie spürbar und nachweislich über dem Niveau der Vorgängerserie und rechtfertigt auch dadurch das Speicher-Update.
Mehr noch begründet die „Magician“-Software die Anschaffung, da sie neben altbekannten Funktionen das neue RAPID-Feature bietet und die SSD vor allem beim Datenschreiben um ein beachtliches Stück beschleunigt. Spätestens an diesem Punkt steht fest, dass die Samsung 840 EVO SSD mit 500 GB Kapazität, die im Webshop von Cyberport derzeit für günstige 296,90 Euro zu haben ist, nichts weniger als eine klare Kaufempfehlung sein kann.














