Erfahrungsbericht: iPad vs. Macbook Air – Teil 1 von 5
Kleiner, leichter, effizienter …was ist der perfekte Mobilrechner?
iPad oder kleines Macbook Air? Welcher dieser Kandidaten erfüllt am besten die Vorrausetzungen für ein kleines, leichtes und vor allem effizientes Rechnersystem für Unterwegs. In einem mehrteiligen Erfahrungsbericht gehe ich der Frage nach, wie viel Computer braucht der Mensch für die tägliche, mobile Nutzung. Muss es zwangsläufig ein ausgewachsener Rechenknecht sein, oder erfüllt auch eine Touchscreen-Flunder die gestellten Aufgaben nach Wunsch? Dem ersten teil widme ich zunächst den diversen Vorgedanken zum Test um den Sachverhalt und den Test-Ansatz nachvollziehbar zu erklären.
Vorgedanken
In den letzten Jahren hatte sich meine persönliche Leistungsspirale mit schnellen Prozessoren, professionellen Grafikkarten und guten, hochauflösenden Displays in Notebooks nur nach oben gedreht – bis hin zu Dell-Notebooks bei denen sich ein MacBook Pro mit 15 Zoll im direkten Vergleich als Schnäppchen herausstellt. Rendern mit Nvidia Quadro FX, rechnen mit Core 2 Duo, viele Programme mit hohem Speicherplatzbedarf und viel Rechnerzeit – eine interessante Zeit, die drei Notebooks dennoch einen würdigen Hitzetod bescherte. Trotzdem reduzierten sich die Größe und das Gewicht der jeweiligen Notebooks konsequent weiter, was indes mit steigenden Neuanschaffungskosten verbunden war.
In den letzten 12 Monaten sanken vermehrt meine persönlichen Ansprüche an die Leistung und den Anschaffungspreis eines Mobilrechners, jetzt ist selbst ein „zahmes“ MacBook Pro mit 2.4 GHz die meiste Zeit vollkommen unausgelastet und dreht ganz still und leise seine Lüfterrunden. Auch mein preiswertes PC-Schnäppchen von HP, der 625, dreht inzwischen fernab von meinen Ohren seinen Lüfter – die Belastung ist nicht wirklich messbar und der Strombedarf dürfte dank des zugeklappten Display bei nur wenigen Watt liegen. Mit dieser Situation könnte man durchaus glücklich sein, aber jedes Jahr verlangt eine neue Herausforderung. Deshalb suche ich weiter nach einer für mich perfekten Lösung; die Effizienz, Leistung, geringes Gewicht und Größe konsequent kombiniert und mir die Möglichkeit gibt, mein geliebtes MacBook Pro in den Ruhestand zu versetzen. Da der Markt der Tablets und hochwertiger Subnotebooks in meine vorgegebene Richtung zielt, sollte es doch ein Leichtes sein, den ultimativen Showdown zwischen einem Notebook im Kleinformat (kein schwachbrüstiges Netbook!) und einem Tablet-Rechner abzubilden? Allerdings mit der Einschränkung, dass es der Hersteller mit dem angebissenen Apfel sein sollte, denn bei Qualität und Bedienbarkeit möchte ich persönlich keinerlei Abstriche machen oder Kompromisse eingehen.
Im Gespräch mit Sven haben wir uns dann schnell auf die Testkandidaten einigen können: Ein MacBook Air, dessen Testbericht ich Euch eh noch schuldig bin und ein iPad der ersten Generation sollten es sein. Das iPad besaß ich schon mal und wurde anfänglich damit nicht glücklich, dies lag ursprünglich an dem fehlenden Sofa innerhalb meiner Behausung und an der zunächst älteren iOS Version, die Multitasking vermissen ließ. Jetzt bekommt es zusammen mit der aktuellen iOS-Version nochmals eine faire Chance, zumal es ja auch keinen wirklich ernsthaften Vertreter in der Tablet-Riege gibt, außer dem iPad 2 – dem echten „iPad-Killer“. Zum Zeitpunkt des Tests war das iPad 2 zwar bereits vorgestellt, aber bis heute nicht wirklich lieferbar. Das originale iPad ist hingegen vielerorts als Restposten nach wie vor preisgünstig zu beziehen und empfiehlt sich daher auch aktuell noch als Alternative – auf das iPad 2 werde ich somit in meinem Erfahrungsbericht nicht näher eingehen.
Mit dem Doppeltest möchte ich mir vor allem die Frage beantworten, ob ich ein Gerät ohne echte Hardware-Tastatur als alleinige Rechner-Lösung zukünftig nutzen kann und will. Im Smartphone-Bereich hat das iPhone diese Fragestellung mir bereits souverän beantwortet – ob dies auch dem iPad gelingen mag, wird der mehrteilige Bericht zeigen. Zum Glück verfüge ich aber über eine Rückfall-Option – eine Hardware-Tastatur zum anstecken. Mit dem MacBook Air bewegen wir uns hingegen auf den vertrauten Pfaden eines Notebooks, sehr wohl aber mit minimalen Abmaßen und geringem Gewicht. Allerdings muss ich auf den Vorteil eines Touchscreens verzichten. Somit haben wir nun unsere beiden Testkandidaten und an Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten wird es in den kommenden Tagen und Wochen nicht mangeln: Einsatz im Hotel, Flugzeug, Bahn, zu hause oder unterwegs im Auto. Alle Eventualitäten werden bedacht und am Ende wird ein Sieger feststehen. Der Verlierer wird eingepackt und zurückgeschickt. Wobei, sollte das iPad gewinnen, dann wird wohl auch dieses die Heimreise antreten müssen, schließlich würde ich mich dann mit dem iPad 2 für den Nachfolger entscheiden wollen.
Benutzerprofil
Während der Wartezeit auf die beiden Technik-Wunder habe ich mich mit einem guten Freund über das Thema unterhalten und wir sind gemeinsam auf die Idee gekommen, Benutzerprofile für die verschiedenen Ausprägungen des PCs zu erstellen. Auch wenn ich persönlich kein ausgewiesener Fan von Netbooks bin, habe ich mir mit der Unterstützung des Freunds vorgenommen, objektiv zu bleiben. Im Folgenden nun die Überlegungen zu Smartphones, Tablets, Netbooks, Notebooks und E-Book Readern – teilweise sollen und werden diese Benutzerprofile bekanntlich auch vom Macbook und nicht zu vergessen vom iPad abgedeckt.
Benutzerprofil „Smartphone“
Die Anzahl der Menschen die kein Smartphone haben, wird von Monat zu Monat kleiner. Zu sehr überwiegen die Vorteile, die man durch ein Smartphone hat. Egal ob Internet, E-Mail, Facebook, Google Maps, Shopping oder Location-Apps – mit einem Smartphone ist vieles einfacher und schneller zu erledigen. Dies auch vor allem Unterwegs. Natürlich sollte man beachten, das man dafür einen Datentarif benötigt – aber das ist ja zum Glück heute auch kein teures Unterfangen mehr.
Benutzerprofil „Tablets“
Egal ob als Nachschlagewerk, Spielkonsole oder Surf-Tablet für Unterwegs und auf der Couch, hierfür ist das Tablet die richtige Wahl. Auch Arbeiten mit Listen und Formularen ist möglich, werden hier nicht zu viele Dateneingaben abgefordert. Für hochwertige Tätigkeiten ist jedoch der Einsatz eines Notebooks bzw. des Desktop-Computers mit großen Displays und hoher Kompatibilität notwendig. Auch müssen Tablets schnell und vernünftig funktionieren und dürfen nicht träge reagieren.
Benutzerprofil „Netbooks“
Ein Netbook kann niemals einen vollwertigen PC ersetzen, genauso wenig wie ein Tablet dies könnte. Das Netbook ist für gelegentliches Surfen und das Schreiben von kleineren Texten oder das Bearbeiten von kleinen Tabellen oder Powerpoint-Präsentation gut geeignet. Auf der Habenseite steht ein geringes Investitionsvolumen und ein (im Vergleich zum Notebook) geringer Platzbedarf. Einschränkungen ergeben sich aber in der Rechenleistung und der Bedienbarkeit.
Benutzerprofil „Notebook“
Das Notebook ist die vollwertige Alternative unter den genannten Geräten. Hier stehen meistens genug Rechenpower und Bildschirmgröße zur Verfügung, um alle rechnenintensiven Aufgaben schnell zu erledigen. Das Notebook ist ein Universalgerät und muss daher bezüglich Kosten und Gewicht Einbußen hinnehmen. Der Produktivitätsfaktor ist in Gänze gesehen am höchsten.
Benutzerprofil „E-Book Reader“
Der E-Book Reader ist ein Spezialfall in den genannten Kategorien. Es steckt in der Mitte zwischen dem klassischen Buch und dem Tablet fest und kann nur dort auf Grund von seiner Spezialisierung gewinnen. Für das Internet, Apps und Co ist der E-Book Reader aktuell auf Grund seines schwarz-weißen E-Ink-Displays nicht wirklich geeignet, der Vorteil ist aber die perfekte und ermüdungsfreie Darstellung von Text und Grafiken auf dem Display. Hier kann das Tablet auch mit einem farbihen und leuchtenden Display nicht mithalten. Weiterhin interessant ist die Möglichkeit Inhalte zu durchsuchen, PDFs darzustellen und auf kleinstem Raum viele Bücher mitzunehmen – meine gesamte Bibliothek auf einem E-Book Reader hätte schon seinen Reiz.
Im Test wird sich herausstellen, ob und wie das MacBook oder das iPad Teile dieser Benutzerprofile entsprechen kann. Der nächste Teil des Berichts erscheint in Bälde.






