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#erstmalverstehen: Was bringen die Bluetooth-Codecs aptX (HD) & LDAC?



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Zugeordnete Tags #erstmalverstehen | Kopfhörer | Bluetooth

Die Klinkenbuchse ist bei Smartphones immer seltener vorzufinden. Stattdessen heißt es jetzt: Bluetooth-Kopfhörer oder Bluetooth-Boxen nutzen, um Musik zu hören. Damit bei der kabellosen Übertragung die Soundqualität aber nicht leidet, gibt es die Codecs aptX, aptXHD und LDAC.

In diesem Artikel erfahrt ihr, wie die Codecs funktionieren, ob man überhaupt einen Unterschied hört und wie ihr damit selbst beste Musikqualität genießen könnt.

Klinkenanschlüsse sucht man bei vielen Smartphone-Flaggschiffen vergeblich - hier wird auf Bluetooth-Übertragung gesetzt.
Klinkenanschlüsse sucht man bei vielen Smartphone-Flaggschiffen vergeblich - hier wird auf Bluetooth-Übertragung gesetzt.

Das steckt hinter aptX, aptX HD und LDAC

AptX wurde eigentlich schon vor über 25 Jahren entwickelt – damals noch zum Zweck der Sprachverbesserung beim Telefonieren. Vor einigen Jahren wurde dieser Codec wegen des größer werdenden Einsatzgebietes von Bluetooth wiederentdeckt und weiterentwickelt.

Aber was ist ein Codec überhaupt? Ein Codec ist dafür da, dass Daten kodiert und dekodiert werden. Schritt für Schritt heißt das, Audio, Bild- oder Textdaten werden zuerst so kodiert, also verschlüsselt, dass die Datenmenge kleiner wird. Diese Komprimierung ist meist verlustbehaftet, dafür können die Daten aber überhaupt erst kabellos übertragen werden – beispielsweise über Bluetooth. Beim Empfänger angekommen, müssen diese kodierten Daten dann wieder dekodiert, also entschlüsselt werden, um überhaupt gelesen und abgespielt werden zu können. Dabei entsteht wieder eine größere Datenmenge.

Der Codec aptX ist deswegen so gut für die Bluetooth-Übertragung eines Audiosignals geeignet, weil er beim Komprimieren weniger Daten verliert und die Qualität hoch bleibt. Beim Codec aptX HD ist der Datenverlust sogar noch geringer, da er eine doppelt so hohe Samplingtiefe aufweist. Das heißt, es kann ein doppelt so genauer Wert für einen Ton übertragen werden. Die Abtastrate, die beschreibt, wie viele Werte des Audiosignals pro Sekunde übertragen werden, ist bei beiden Codecs gleich (siehe Tabelle unten). Sie liegt bei 48 Werten pro Sekunde. Während aptX und aptX HD von Qualcomm entwickelt wurden, stammt der Codec LDAC von Sony. Dieser ist ähnlich verlustfrei wie aptX HD.

So lassen sich aptX & LDAC nutzen

Um die Bluetooth-Codecs nutzen zu können, müssen beide zu koppelnden Geräte, also zum Beispiel Smartphone und Kopfhörer, den jeweiligen Standard unterstützen. Smartphones und Tablets mit Android 8.0 oder höher unterstützen aptX, aptX HD und LDAC fast immer. iPhones haben diese Codecs bis dato nicht integriert. Den LDAC-Codec könnt ihr derzeit lediglich mit manchen Sony-Kopfhörern oder -Lautsprechern verwenden.

Bei Kopfhörern, Lautsprechern und Co. müsst ihr euch vorher informieren und zum Beispiel auf das aptX-Symbol achten oder im Datenblatt nachlesen. Wenn die beiden Bluetooth-Geräte dann gekoppelt sind und Musik abgespielt wird, wird automatisch der beste Codec verwendet. Ihr müsst also keine speziellen Einstellungen vornehmen.

LDAC wird derzeit nur von Sony-Kopfhörern & allen Smartphones mit Android 8 unterstützt.
LDAC wird derzeit nur von Sony-Kopfhörern & allen Smartphones mit Android 8 unterstützt.

Ist der Unterschied hörbar?

Die Codecs bringen euch allerdings nur etwas, wenn die Musik, die gesendet wird, auch eine hohe Qualität hat. Bei der kostenfreien Version von Spotify werden beispielsweise nur maximal 160 Kilobit pro Sekunde gestreamt. Hier wäre der Unterschied also überhaupt nicht hörbar.

Wenn ihr aber Musik mit höherer Qualität streamt oder auf eurem Smartphone gespeichert habt, ist beispielsweise der Unterschied zwischen AAC und aptX für den audiophilen Anwender tatsächlich hörbar. Er klingt etwas ausgewogener, voller und mit mehr Details in den Höhen und Tiefen.

Am besten, ihr probiert einfach erst einmal aus, ob aptX oder LDAC bei euren Kopfhörern oder eurem Audio-System für euch einen Unterschied macht. Denn vor allem, wenn ihr Musikliebhaber seid, können euch diese Codecs einen viel besseren Musikkonsum ermöglichen.

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4 Kommentare

  1. D. Friede schrieb am
    Bewertung:

    "Smartphones und Tablets mit Android 8.0 oder höher unterstützen grundsätzlich aptX, aptX HD und LDAC"
    Diese Aussage ist einfach nur eine falsche Behauptung!
    Das HUAWEI MediaPad M5 8.4 läuft mit der Android-Version 8.0.0 und hat weder aptX HD noch LDAC.

    • Johanna Leierseder schrieb am
      Bewertung:

      Hallo D. Friede, das stimmt so nicht. Das Huawei MediaPad M5 unterstützt aptX und aptX HD. Beste Grüße, Johanna

  2. D. Friede schrieb am
    Bewertung:

    Hallo Johanna, wenn Sie recherchieren, werden Sie erkennen, das AptX HD mal vorhanden war, aber vor ca. 3 Monaten mit einem Update entfernt wurde. Damit hat das HUAWEI MediPad 5 8.4 mit Android 8.0, welches grundsätzlich aptX, aptX HD und LDAC unterstützen sollte, weder AptX HD noch LDAC. Selbst HUAWEI gibt AptX HD auf seiner Internetseite nicht mehr an. Bitte schauen Sie unter dem Punkt Konnektivität.

    https://consumer.huawei.com/de/tablets/mediapad-m5/tech-specs/

    Hier ein paar Aufnahmen aus den Entwickleroptionen, siehe 25.08. und 30.09.

    https://www.android-hilfe.de/forum/huawei-mediapad-m5-8-4.3286/bluetooth-aptx-vorhanden.885206.html

    Ich besitze dieses Tablet und ärgere mich, dass mein SONY WH-1000XM3 nur noch mit AptX koppelt, weil das Tablet keine besseren Codecs mehr hat.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. Friede

    • Johanna Leierseder schrieb am
      Bewertung:

      Hallo D.Friede,
      vielen Dank für das Feedback! Das ist ja wirklich sehr schade, dass Huawei auf einmal kein aptX HD mehr unterstützt – vor allem, wenn man einen solch guten Kopfhörer besitzt. ;) Vielleicht kannst du dich ja direkt an Huawei wenden, diesen Wunsch werden mit Sicherheit mehrere MediaPad-M5-Nutzer haben. Es tut mir leid, dass ich hier nichts für dich tun kann! Ich werde den Text hier im Cyberbloc natürlich abändern, vielen Dank also noch einmal für deinen Hinweis! Beste Grüße, Johanna

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