Tests

WD My Cloud EX4 NAS im Alltagstest



Zugeordnete Tags NAS | Netzwerk | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Cloud-starker Speicher-Riese
4,5

 Pro

  • Einfache Einrichtung
  • Bequemer Festplatten-Tausch
  • Sehr gutes Nutzer-Interface
  • Intuitiv & einsteigerfreundlich
  • Satte Ressourcen
  • App-Vielfalt
  • Cloud-Komfort

 Contra

  • Durchschnittlicher Datendurchsatz
  • Teilweise recht stattlicher Geräuschpegel
  • Aussetzer der Apps

Aus dem Alltag eines Technik-Testers: Ich komme mit einem topaktuellen Premium-Smartphone nach Hause und ernte ebenso beeindruckte wie neidische Blicke. Ähnlichen Anklang finden mein neues Test-Ultrabook sowie das DSLM-Highlight, das sich meinem kritischen Blick stellen muss. Doch beim aktuellen Test-Schmankerl meiner Wahl ist irgendwas anders.

Schon als ich mit dem doch recht stattlichen Karton zur Tür herein komme, scheint die Stimmung zu kippen. „Was ist das denn?“ – „Das ist ein NAS, ein Netzwerkspeicher.“ – „Aha, und was kann das Ding?“ – „Ich kann hier auf 8 Terabyte all unsere Bilder, Songs und Videos zentral speichern und kabellos für Notebook, Tablet und Co. verfügbar machen – auch unterwegs, dank Cloud-Funktion.“ – „Klingt nicht besonders spannend. Wann gibst du es wieder zurück?“

An der Stelle lasse ich die Unwissende einfach stehen und widme mich dem Unboxing. Schließlich verspricht die WD My Cloud EX4 inklusive vier 2-Terabyte-Festplatten aus WDs Red-Serie NAS-Komfort und forschtschrittliche Cloud-Funktionalität pur. Ich bin gespannt, wie sich My Cloud im Test bewährt.

Unboxing

Kompakt & klassisch im Design

Ja, der Karton ist stattlich, doch glücklicherweise füllt die EX4 ihn nicht aus. Das WD-NAS zeigt sich eher annehmbar kompakt, in Anbetracht des Fakts, dass vier 3,5-Zoll-Festplatten, Platine, Lüfter und Kontroll-Display darin Platz finden müssen. Mit 21 mal 16 mal 22 Zentimetern und knapp 6 Kilogramm Gewicht macht der Datentresor seinem Namen alle Ehre und präsentiert sich dank des schwarz-grauen Aluminium-Gehäuses als Design-technisch eher unauffälliger Vertreter der Spezies Netzwerkspeicher.

Neben dem 4-Bay-NAS selbst beinhaltet der Karton noch das Netzkabel (mit deutschem wie internationalem Stecker) sowie den Netzadapter und ein Ethernetkabel. Ein Quick-Installation-Guide liegt ebenso bei.

Die eigentlichen Festplatten oder Einbaumaterialien suche ich an dieser Stelle vergeblich, denn die vier je 2 Terabyte großen WD-Reds warten im NAS bereits auf ihren Einsatz. Mit einem kurzen Zug am Verschlussmechanismus der Vorderseite öffne ich jeden gewünschten HDD-Schacht und wechsle auf Wunsch bequem die Festplatten. Das heißt: kein umständliches Schrauben und keine langwierige Installation – clever gelöst.

Noch ein kurzer Blick auf Tasten und Anschlüsse: An der Front finde ich neben dem Display einen Power-Knopf und eine Auf-Ab-Wahltaste. Rück- und Anschluss-seitig eröffnet mir das EX4 zwei Strom-Anschlüsse, zwei USB-3.0-Ports und zwei Ethernet-Buchsen. All das macht das WD-NAS ordentlich flexibel und mich gespannt auf die Installation.

Stattlicher Karton
Deutscher & internationaler Netzstecker im Lieferumfang
Power-Button, Display & Auswahl-Tasten
Anschlüsse auf der Rückseite
Stattlicher Karton
Einrichtung

Schnell installiert, sofort einsatzbereit

Die Verbindung des Netzwerkspeichers mit Stromquelle und Router geht binnen Sekunden von der Hand. Ebenso flott ist das EX4 eingerichtet. Auf meinem Notebook lade ich einfach die Installationssoftware von WD herunter und folge den Anweisungen auf dem Display. Fünf Minuten später habe ich vollen Zugriff auf das NAS.

Noch einfacher verläuft die Installation auf meinem Tablet. Hier gebe ich im Browserfenster die IP des My Cloud ein, die mir das NAS-Display anzeigt. Drei Installationsschritte und zwei Minuten später begrüßt mich das in dunkelgrau gehaltene Nutzer-Interface des WD-Speichers.

Bevor ich mich dem Nutzer-Interface aber im Detail zuwende, noch ein Wort zum NAS-Display: Hier finde ich grundlegende Infos zum My Cloud, durch die ich mit der Auf-Ab-Taste navigiere. Neben dem Namen und der IP-Adresse des EX4 zeigt das Display auch die Firmware-Version, die Systemtemperatur, die Lüftergeschwindigkeit, den Laufwerks-Status und die Speicherauslastung an – also alle relevanten Systeminfos auf einen Blick.

4 Bays für satte Ressourcen
WD Red an Board
Rosige Netzwerkspeicher-Aussichten
Das Innere des My Cloud NAS
Schnell & einfach verkabelt
Optisch passend zum Modem: My Cloud EX4
4 Bays für satte Ressourcen
Software

Welcome to WD My Cloud

Das Nutzer-Interface des WD-Netzwerkspeichers erweist sich als komplettes Control-Center fürs Tablet oder Notebook. Alles, was ich für grundlegende oder fortgeschrittene Systemeinstellungen benötige, finde ich hier übersichtlich strukturiert im seriös-dunkelgrauen Layout.

So sehe ich auf dem ersten Bildschirm alle wesentlichen Infos, die mir auch das Display des NAS präsentiert, und kann mir zum Beispiel die Speicherbelegung nach Medium aufschlüsseln lassen. Der zweite Tab öffnet die Nutzerverwaltung, in der ich zuweise, wer welche Rechte für My Cloud bekommt. In einem weiteren Tab steuere ich die Speicher-Freigaben, die ich für jeden gewünschten Ordner individuell festlegen kann.

Natürlich bietet mir das WD-Interface auch einen Überblick über alle Geräte, die Zugriff auf NAS und Cloud haben und erlaubt mir die individuelle Festlegung, wie und wo Sicherungskopien der gespeicherten Inhalte angelegt werden sollen – im NAS selbst, auf einem externen USB-Datenträger, an einem anderen Speicherort im Netzwerk oder in einer anderen Cloud.

Und wer sich am voreingestellten RAID-5-Modus stört: Das Nutzer-Interface des My Cloud EX4 ermöglicht auch den einfachen Wechsel in den JBOD- beziehungsweise den RAID-0-, -1- oder -10-Modus und erklärt dabei NAS-Einsteigern die Vorteile der einzelnen Modi. So gestaltet sich die Software-Plattform des WD-Netzwerkspeichers intuitiv und einfach verständlich bis ins Detail.

Startbildschirm des Nutzer-Interfaces
Detailansicht zur Systembelegung
Die Nutzerverwaltung
Freigaben einfach managen
Intuitive Cloud-Verwaltung
Back-up-Management made easy
Welcher RAID-Modus darf es sein?
Jeder Modus ist verständlich erklärt.
Das App-Menü
Alle NAS-Einstellungen auf einen Blick
Startbildschirm des Nutzer-Interfaces
Performance

Gute Geschwindigkeit & akzeptable Lautstärke

Soviel zur Software, doch wie schlägt sich das NAS beim Speichern? Während die Datenübertragung via USB in gewohnter 3.0-Geschwindigkeit vonstatten geht, ist der kabellose Transfer abhängig vom jeweiligen WLAN-Speed und der Hardware der Datenquelle. So schafft es die mäßige Netzwerk-Hardware meines Notebooks auf 3,6 Megabyte pro Sekunde. Für Bilder und Songs ist das okay, der Transfer von Videoclips im Gigabyte-Bereich hingegen gerät zur Geduldsprobe. Mit der entsprechenden Hardware jedoch schafft der Netzwerkspeicher Datentransfers mit bis zu 85 Megabyte pro Sekunde beim Lesen und bis zu 40 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben. Mit diesen Werten ordnet sich das NAS im guten aber unspektakulären Mittelfeld ein.

Da ein Netzwerkspeicher in der Regel im Dauerbetrieb läuft, ist die Betriebslautstärke ebenso ein wichtiges Kriterium. Auch hier schlägt sich das My Cloud solide: Im Stand-by des WD-Speichers ist lediglich ein leichtes, kaum störendes Surren zu hören. Greife ich hingegen mit Smartphone, Tablet und Co. auf das NAS zu, touren bis zu vier HDDs nacheinander hoch. Wer das Geräusch von seinem Desktop-PC kennt, multipliziert es einfach mal vier und erhält einen Eindruck vom Geräuschpegel des NAS. Den Lüfter höre ich im Gegensatz dazu außer beim Systemstart nie und das ist auch gut so, denn der Ventilator schafft ein ordentliches Pensum. In dieser Hinsicht liegt das WD My Cloud EX4 NAS im Bereich des Akzeptablen.

Apps & Cloud

Apps, Apps, Apps ... und jede Menge Cloud

Neben dem intuitiven Nutzer-Interface bietet WD die kostenlosen Apps „WD My Cloud“ und „WD Photos“ zum Download für Android– und iOS-Smartphones sowie -Tablets an. Installation und Einrichtung der Apps nehme ich dabei ebenso schnell und bequem vor wie die Einrichtung des NAS selbst, und schon stehen mir eine übersichtliche Anwendung zur Verwaltung all meiner Cloud-Dienste und -Dateien sowie ein komfortabler Bildbetrachter zur Verfügung.

Einen kleinen Schwachpunkt offenbaren mir die Apps allerdings: Gelegentlich scheitern sie bei der Verbindungsherstellung zum Netzwerkspeicher, insbesondere nachdem das NAS infolge eines Neustarts eine neue IP-Adresse erhält. Dieses Problem ließ sich im Test nur via Neuinstallation der App beheben.

Weitere Apps von Drittanbietern installiere ich auf Wunsch einfach auf dem Netzwerkspeicher. Als WD-zertifizierte Anwendungen wähle ich zum Beispiel den Peer-to Peer-basierten Filesharing-Dienst „aMule“, die Media-Streaming-App „Icecast“ oder CMS-Systeme wie „WordPress“ oder „Joomla!“, die mir ab sofort auf allen kompatiblen Geräten im Netzwerk zu Diensten sind – clever und überaus nützlich.

Vollkommen überzeugt hat mich zudem die Cloud-Funktionalität des EX4. So stehe ich zum Beispiel an der Kasse des Lebensmittel-Großversorgers meiner Wahl und überbrücke die Wartezeit mit Fotos und Video-Streams von meinem WD-NAS. Im Umkehrschluss richte ich mein Smartphone so ein, dass es neue Fotos und Clips automatisch auf dem My Cloud sichert. Die WD-Apps warnen mich dabei jederzeit brav, wenn ich große Datenmengen über’s Mobilnetz bewege. Und natürlich macht der Netzwerk- und Cloud-Komfort auch nicht vor meinem Fernseher Halt: Auf der EX4 gespeicherte Video-Clips streame ich ohne Probleme und Einrichtungs-Stress auf meinen TV.

Die "WD My Cloud"-App
Cloud-Fotos im Überblick mit "WD Photo"
Apps wie WordPress direkt auf dem NAS
Die "WD My Cloud"-App
Fazit

Cleverer Datentresor mit komfortabler Bedienung

Mit dem My Cloud EX4 Netzwerkspeicher liefert WD ein beachtliches NAS-Paket, das mit massiven Ressourcen, intuitiver Bedienung und großer Funktionsvielfalt punktet. Als private Cloud macht WDs EX4 dabei eine ebenso gute Figur wie als zuverlässiger und hervorragend individualisierbarer Speicher-Riese. Ob RAID-Freiheit, Nutzer-Management oder Energiespar-Optionen: Das WD-NAS kann durchaus mit namhaften Konkurrenten à la Drobo und Synology mithalten.

Schwächen leistet sich die EX4 beim Datendurchsatz, der gelegentlichen Betriebslautstärke und der konsequenten Verbindungsfreude der Smartphone- und Tablet-Apps. Jenseits davon ist WDs My Cloud eine klare Kaufempfehlung für ambitionierte NAS-Einsteiger, speicherhungrige Privat-Nutzer und professionelle Anwender gleichermaßen. Der Preis von derzeit 672,- Euro ist sicherlich kein Schnäppchen, aber in Anbetracht der satten Ressourcen und der beachtlichen Funktionsvielfalt ist der Preis der EX4 ein vertretbares Übel. Die Investition lohnt sich zweifellos.

 

kw1346_c-wd-western-digital-festplatten-nas-my-cloud-2-_d33752i2

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 92 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

WD My Cloud Home Duo NAS-System – die eigene Cloud im Test

Tests

17.11.2017

 | Daniel Barantke

 | 2

Anbieter von privaten NAS-Systemen gibt es viele und das ein oder andere NAS habe ich euch auch schon vorgestellt.  Die bekanntesten und ohne Frage am verbreitesten NAS-Systeme im privaten Haushalt stellen QNAP und Synology. Aber auch der besonders... mehr +

Toshiba N300 HDD – 6-TB-Festplatte für NAS-System & PC

Tests

04.04.2017

 | Daniel Barantke

 | 1

Wovon kann man im digitalen Zeitalter nie genug haben? Richtig! Speicherplatz – Zum Glück haben Hersteller, wie WD, Seagate, QNAP, Synology, Toshiba und so weiter eine Vielfalt an Speicherlösungen auf Lager. Die normale interne HDD ist... mehr +