Samsung Galaxy Tab 2 10.1 im Test

von Thomas Holecek

· 4 min Lesezeit

Samsung Galaxy Tab 2 10.1 im Test

Punktlandung oder Schnellschuss auf dem Tablet Markt?
Viele Technikfreunde wunderten sich, warum Samsung, so kurz nach Veröffentlichung der N-Serie, das Galaxy Tab 2 auf den Markt brachte. Technisch gesehen hält es keine großen Überraschungen bereit, es gibt nur dezente Neuerungen und die oft bemängelten fehlenden Features wie der fehlende LED-Blitz, eine schwache Frontkamera oder das spiegelnde Display bei Tageslicht, wurden nicht behoben. Die Antwort auf diese Frage liefert der Tablet-Markt selbst. Samsung wollte das Portfolio schnellstmöglich um ein Tablet mit Android 4 (Ice Cream Sandwich) erweitern, damit man als Hersteller weiterhin eine führende Rolle im Markt einnimmt. Doch ob das Samsung Galaxy Tab 2 10.1 ein ein Schnellschuss war oder ob es im Alltag taugt, zeigt dieser kompakte Praxistest. Es wurde gespielt, gesurft, fotografiert und noch vieles mehr.

Allgemeine Ausstattung
In meinem Produkttest werde ich nicht bis ins letzte Detail der Ausstattung gehen, da es mir mehr um die Alltagstauglichkeit geht. 1 GB Arbeitsspeicher, ein Dual-Core-Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz und 16 GB interner Speicherplatz, schaffen meiner Meinung nach den Rahmen für ein ausgeglichenes Tablet-Vergnügen. Ein Allrounder für den Alltag, der in Preis-Leistung interessant für den Gelegenheitsuser ist und dennoch begeistern kann. Praktisch ist der microSD-Slot, damit kann man den Speicherplatz nochmals um 32 GB erweitern. Mit nur etwas über einem halben Kilo Gewicht (588 Gramm) und einem 10-Zoll-Display, ist das Samsung Galaxy Tab 2 ein echtes Leichtgewicht. Die Verarbeitung des Gehäuses wirkt wertig und formschön. Elegante Flächen und schön abgerundete Seiten. Auch die Bedienbuttons sitzen griffig und gut erreichbar. Stereotaugliche Speaker und eine mittig angebrachte 3-Megapixel-Kamera auf der Rückseite sowie eine VGA-Kamera für Videotelefonie auf der Frontseite runden die positive Gesamterscheinung ab. Ansonsten ist die Anschluss-Ausstattung eher mau, denn nebst einem Kopfhörerausgang gibt es nur die Samsung Docking-Buchse, über die sich das Galaxy Tab 2 mit dem mitgelieferten Kabel per USB verbinden bzw. mit dem Netzteil aufladen lässt. Es gibt eine Wi-Fi-OnlyVariante und eine mit 3G. In meinem Test habe ich das 3G-Modell mit 16 GB genauer beleuchtet.

Test-Bilder“

Betriebssystem und Software
Wie schon erwähnt, beheimatet das Tablet Android 4, alias Ice Cream Sandwich, in der Version 4.0.3. Einen gut strukturierten Dateimanager und eine umfangreiche Bildbearbeitungssoftware sind mit von der Partie. Lustiges Gimmik ist der Screenshot Button in der Taskleiste. Mit ihm kann man sofort den Screen aufnehmen und nach Belieben darin herumkritzeln. Dieses Feature hat Samsung sicherlich aus seiner Note-Serie einfließen lassen, da es sich großer Beliebtheit erfreute. Wie schon bei den Vorgängermodellen ist selbstverständlich Samsungs Touch-Wiz-Oberfläche am Start.

Der Spieletest
Leider ohne Tegra-3 ausgerüstet, degradiert Samsung sein Galaxy Tab 2 auf ein Mittelmaß an Ausstattung für die neusten Games. In der Praxis zeigte sich aber dennoch eine gute Tauglichkeit auch für relativ aktuelle Spiele, wie Need for Speed Hot Pursuit. Die Ladezeiten sind okay und kleinere Ruckler oder Hänger stören den Gelegenheitsspieler nicht. Wer hier ein Powerzocker ist, der sollte eventuell auf ein iPad 3 oder auf die Asus-Transformer-Reihe zurückgreifen. Was beim Spielen allerdings nervig war, das Display unter Tageslicht. Hier braucht man schon maximale Helligkeit damit es spielbar ist. Leider geht das wieder auf Kosten des Akkus. Gerade einmal 4 Stunden am Stück konnte das Galaxy Tab 2 so für Unterhaltung sorgen. Auch die Speaker lassen zwar die hohen Töne wohlwollend erklingen, von Bässen fehlt allerdings jede Spur. Also Kopfhörer auf und schon brummten die Motoren kräftig im Spiel. Was noch zu erwähnen wäre, das Display outet sich als echter Schmutzfink, da Fingerprints an ihm wie sonst was haften.

Der Cam-Check
Ja ja, 3-Megapixel sind nicht die Welt. Aber, die Kamera macht schöne Bilder, wie man an meinem Hibiscusblüten-Bildern erkennen kann. Auch die diversen Features, wie die Panoramabildfunktion, der Selbstauslöser oder die Smile-Funktion, lassen der Kreativität Spielraum. Letzteres löst nur ein Bild aus, wenn der fokussierte Proband lächelt. Dieses Bild erspar ich euch ;-) Schade ist wirklich der fehlende LED-Blitz, da so immer gute Lichtverhältnisse vorausgesetzt werden und das Filmen ist nur bei ausreichend Tageslicht zu empfehlen.

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Surfen und Mobile Office im Alltag
Als Verbindungen zum Internet bietet das Galaxy Tab 2 WLAN (b/g/n) sowie als 3G-Variante auch UMTS / HSPA +. Für den Zugang zu Mobilnetzen ist beim 3G-Modell ein SIM-Kartenslot vorhanden. Das Galaxy Tab 2 arbeitet auch als Mobiltelefon. Tipp: Anstatt dich in der Straßenbahn oder beim Einkaufsbummel lächerlich zu machen, nutzt du lieber ein Bluetooth-Headset für die Telefonfunktion. Im Internet surfen mit dem Tablet ist tadellos möglich. Keine Ruckler beim Scrollen oder Display drehen. Mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln ist man gut gerüstet für Urlaubsbilder, Videos und auch Text ist gut lesbar für die eBook Fans. Auch HD-Filme sind darstellbar, aber das Tablet ersetzt keinesfalls einen guten LCD-Monitor oder LCD-TV. Über den Dateimanager kann man seine via SD-Slot hinterlegten Daten gut verwalten und mit allerlei Apps und Textverarbeitungsprogrammen, die man sich downloaden kann, editieren.

Fazit
Das Samsung Galaxy Tab 2 10.1 ist ein alltagstaugliches Tablet der Mittelklasse und kein Schnellschuss des Herstellers, um auf dem Markt schnellstmöglich mit Android 4 aufzuwarten. Mit einem Preis von knapp 400 Euro (derzeit im Sale bei Cyberport) ein echter Preis-Leistungsknaller. Spielen, fotografieren, mailen und surfen sowie Videos schauen – alles ein Kinderspiel für das Tablet. Kleine Abstriche sind bei Prozessor- und Kameraleistung zu machen. Das unter Tageslicht stark spiegelnde Display hat mich persönlich am meisten gestört und macht das Tablet für den Ausseneinsatz eher uninteressant. Eine echte Punktlandung auf dem Tablet-Markt war es also nicht, aber wie heißt es doch so schön: Es gibt keinen Tablet-Markt, nur einen iPad-Markt. Seht ihr das auch so? Bin gespannt auf eure Meinungen und welche Erfahrungen ihr mit dem Samsung Galaxy Tab 2 10.1 macht oder gemacht habt. Ich spiel jetzt noch eine Runde Hot Pursuit, aber auf der Couch und mit Kopfhörern. ;-)

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