Produkttest: Samsung SGH-D900 (12.9 mm Ultra Edition) – Teil 2

von dominik-briselat

· 6 min Lesezeit

Produkttest: Samsung SGH-D900 (12.9 mm Ultra Edition) – Teil 2

„World’s slimmest 3 Megapixel Slider“
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Wie in Teil 1 des Produkttests zum Samsung SGH-900 versprochen, werfen wir heute einen genaueren Blick auf die Software (gesondert: MP3-Player), die integrierte 3,0mpx (3,15) Kamera und fassen nochmals alles in einem kurzen Resümee zusammen. Ich hoffe, du bist schon neugierig und kannst es kaum noch erwarten. Also gleich weiter zum nächsten Teil des Artikels (CyberBloc-Produkt-Tests)…

Software (gesondert: MP3-Player)
Fangen wir zuerst mit der Computersoftware an: Hier gibt es leider meinerseits recht wenig zu berichten, da Samsung nur Windows-PCs unterstützt (und ich eine chronische Abneigung gegen Boot-Camp und 80-Euro-Windows-Kosten habe). Das D900 ist noch nicht einmal per iSync mit dem Mac zu verbinden, sodass als letzter Ausweg das integrierte Bluetooth-Modul in meinem MacBook Pro zum Einsatz kommt. Per Bluetooth lassen sich aber leider nur einzelne Dateien beschränkt hin- und herbewegen. Für Personen mit hunderten Telefonbucheinträgen ist das D900 somit absolut nicht zu empfehlen! Für meine Zwecke genügt dieser Übertragungsweg zwar, deklariert aber zugleich das Samsung SGH-D900 zum mobilen Datenspeicher. Möglich ist es aber immerhin, auf diesem Weg Bild- und Audiodateien zu übertragen (hierzu später mehr) und diese auch zu nutzen.

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Die Software auf dem Gerät sieht im Vergleich zur Computersoftware wesentlich vielversprechender aus. Denn: Das D900 verfügt über ein Flash-Menü, das ohne Verzögerung auf die Eingaben des Benutzers reagiert und sehr präzise arbeitet. Am besten lässt sich das Menü über diverse Tastenkombinationen nutzen, denn jeder Eintrag verfügt über eine ihm zugeordnete Ziffer, sodass man schon nach einigen Tagen Eingewöhnungsphase ohne nerviges „Gescrolle“ durch das Menü fliegen kann. Zwar ist die Tastenbelegung und Ziffernzuordnung nicht überall identisch, aber trotz alle dem sehr einprägsam. Aufgrund dieser Navigationswahl ist der „Homescreen“ sehr sortiert und übersichtlich. So gelangt man über belegbare Tasten zu den wichtigsten Funktionen wie z.B. „SMS-Verfassen“, „Kalender“, „Bluetooth“ und zu seinem „Eigenen Menü“. Im „Eigenen Menü“ kann man nun Funktionen hinterlegen, die im Homescreen-Menü keinen Platz mehr gefunden haben. Für Vielreisende bieten sich hier beispielsweise Wecker und Posteingang an. So kann man bis zu fünf Verknüpfungen je nach Belieben an dieser Stelle anlegen. Eine praktische Sache.

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Dem Hauptmenü des D900 merkt man deutlich an, dass Adobe bei der Entwicklung des U(ser)I(nterface) seine Finger im Spiel hatte. Die schon den Webdesignern und Fotografen aus Photoshop bekannten farbigen Verläufe, Spiegelungen und Glossy-Effekte finden sich hier wieder. Trotz stolzen neun Menüpunkten wirkt es hier nicht sehr unordentlich oder gar überfüllt, was auch damit zu tun haben dürfte, dass Adobe für jeden Menüpunkt ein anderes Farbschema gewählt hat. Zudem ist jederzeit die Uhrzeit in der rechten oberen Ecke sichbar, was mir persönlich schon des Öfteren behilflich war (als Abhängiger von öffentlichen Verkehrsmitteln).

Ein weiterer, sehr gelungener Punkt innerhalb des UI ist das „Flap-Menü“. Dies bedeutet, dass man nicht mehr jeden Menüpunkt anwählen muss um zu sehen, was sich hinter ihm verbirgt. Befindet sich eine der gewünschten Weiterleitungen im „Flap-Menü“, genügt ein Tippen auf dem Kontrollfeld nach rechts, um das Menü anzuwählen. Weitere raffinierte Kreationen seitens Adobe findet man bei diversen Animationen. So schreibt zum Beispiel ein animierter Füllhalter auf ein eingeblendetes Papier, rotierende, farbig aufleuchtende Ringe erscheinen beim Telefonieren und auch der SMS-Versand wird gekonnt ausgeschmückt, was ebenfalls auf den Ladevorgang des D900 zutrifft. Es scheint, als habe sich die Kooperation mit Adobe für Samsung gelohnt, denn hier punktet die Software (wenn nicht sogar das gesamte Mobiltelefon) am meisten. Nun aber weiter zur MP3-Player-Funktion.

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Der MP3-Player des D900 ist sehr gelungen für ein Business-Handy. So kann man sich bis zu vier Wiedergabelisten mit einer durch die Software unbegrenzten Anzahl an Titeln anlegen (nur durch maximal 2 GB microSD beschränkt). Die Bedienung ist intuitiv und sehr eingängig. Weiterhin kann das D900 durch viele Einstellungsmöglichkeiten glänzen und punkten; im Menü gibt es folgende Unterpunkte: „Wiederholungsmodus“, „Zufallswiedergabe“, „Equalizer“, „3D-Sound“, „Visualisierung“, „Lautstärke“ und „Musik übertönt andere Klänge“. Zudem gelangt man durch Drücken der Kontrollfeldtaste nach oben zu seinen vier Wiedergabelisten.

Kritik üben muss man allerdings bei der Einbindung des MP3-Players in die Gesamtbedienung, denn die Musik stoppt, sobald man eine andere rechen- und speicherlastige Anwendung startet – schon beim Betrachten von Bildern hört die Musik plötzlich auf zu spielen.

Das Zusammenspiel von Hard- und Software im Zusammenhang mit der Musikwiedergabe ist aber im Gesamtpaket über alle Zweifel erhaben. Der Klang ist sehr gut für ein Mobiltelefon, einziger Kritikpunkt sind die leider miserablen, sehr unbequemen, teils sogar schmerzenden Ohrhörer, die sich nur durch ein Paar A2DP-Hörer per Bluetooth ersetzen lassen, was folglich weitere Energie aus dem Akku zieht und die sowieso schon recht kurz geratene Batterielaufzeit weiter einschränkt. Folglich kann das Samsung SGH-D900 meine beiden iPods als Platzhirsche nicht verdrängen und scheitert bei seiner Mission, obwohl es wie der iPod neben MP3- auch M4A-Dateien (AAC) unterstützt und – wie es sich gehört (aus der Sicht eines Mac-Users zumindest) – WMA-Dateien strickt ablehnt.

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Die Kamera
3,0 Megapixel sind zwar im Vergleich zu heutigen DSLRs (digitale Spiegelreflex-Kameras) nicht der Rede wert, aber für den Gelegenheitsknipser durchaus ausreichend. Die integrierte Corelogic-Kamera des D900 schafft es immerhin, die vierfache Durchschnittspixelanzahl eines heutigen PCs darzustellen (PC-Monitor: 1024×768, Kamera-Sensorerfassung: 2048×1536). Folglich bleibt genügend Platz, um kleinere Bildfehler oder -artefakte auf dem PC oder sogar eingeschränkt schon auf dem Handy (dank integrierter Software) auszubessern (siehe Bild der Logitech VX Revolution).

Wie beim MP3-Player bietet auch die Kamera eine Menge Einstellungsmöglichkeiten: „Bilderrahmen“, „Effekte“, „Fotolicht“, „Timer“, „Bildgröße“, „Qualität“, „Suchfunktionsmodus“, „Fokus-Modus“ (Autofokus oder Pan-Fokus), „Szenenprogramm“, „Belichtungsmessung“, „Weißabgleich“ und „ISO“. Wie man sieht, sind die Zeiten von kleinen VGA-Kameras nun endgültig vorbei und nicht nur Sony kann mit einer Cybershot im Handyformat aufwarten. Stichwort Sony: Im Vergleich zum Sony Ericsson K800i mit seiner 3,2-Megapixel-Kamera muss das Samsung SGH-D900 kleinbeigeben. Leider zeigt das D900 seine Stärken nur bei Makroaufnahmen (Detailaufnahmen) und nicht etwa bei Panorama- oder sonstigen Großbildaufnahmen. So gilt hier die Faustregel: Je weiter das Objekt von der Linse entfernt ist, desto unschärfer wird es! Und das ist beim K800i nicht der Fall; an dieser Stelle muss man sich wohl entweder für die perfekte Kamera im Hosentaschenformat entscheiden oder doch eher zum ultraflachen Business-Slider, das mir persönlich optisch auf jeden Fall eher zusagt. Kurz möchte ich noch anmerken, dass das D900 auch Videos mit seiner Kamera aufnehmen kann (352×288 und kleiner).

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Fazit
Nun habe ich das Samsung SGH-D900 bereits seit über zwei Monaten und kann mich im Großen und Ganzen nicht beklagen. Vielen werden Features wie UMTS, WLAN und Touchscreen fehlen, aber angesichts der kompakten Maße muss man dies verzeihen können. Schließlich bekommt man ein Gerät, das so vor wenigen Jahren nicht mal in den kühnsten Träumen denkbar gewesen wäre – zur Erinnerung: Im Jahr 2000 haben allein schon Digitalkameras mit 3 Megapixel zwischen 500 und 600 Euro gekostet. Somit sehe ich die von Samsung angegebenen 399 Euro als gute Investition. Das Handy ist keinesfalls überteuert, sondern kommt in der Vergleich zur Konkurrenz als attraktive, günstige Alternative daher. Somit ist es sicherlich eine Überlegung wert, falls man aktuell unbedingt ein Handy kaufen möchte (wo doch das iPhone in etwa 10 Monaten kommen wird) oder man, wie in meinem Falle, eine Vertragsverlängerung anstehen hat. Stärken und Schwächen hat schließlich jedes Gerät, selbst ein Computer von Apple.

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