Produkttest: Philips Fidelio DS 8550
Docking Station mit sattem Sound: Richard Wagner reitet im heimischen Wohnzimmer
Für wahr! Es schmeichelt dem Auge des Betrachters. Und auch seine inneren Qualitäten beeindrucken das Gehör des Rezensenten. Die Rede ist vom Philips Docking-Lautsprechersystem Fidelio DS 8550 für iPhone, iPod und iPad. Auf den ersten Blick ein Luftschiff von Klangwunder. Hinter seinem schwarzem Lochblech verstecken sich zwei 76 mm Full-Range-Woofer mit jeweils 15 W Sinus-Ausgangsleistung (RMS). Genug, um in jeder Bude für einen ordentlichen „Ritt der Walküren“ zu sorgen. Die geschwungene silberfarbene Rückseite des Fidelio soll interne Resonanzen verhindern. In Hinsicht auf die Soundverarbeitungstechnologie setzt der niederländische Hersteller auf ein Verfahren namens „PureDigital“, wie Philips es selbst nennt. Die digitale Reinheit verspricht ein „wesentlich besseres“ Signal/Rausch-Verhältnis als bei analogen Systemen.
Klangqualität
In der Praxis liefert das Fidelio DS 8550 Lautsprechersystem in der Tat einen harmonisch klaren Sound. In unserem Anwendertest waren störende Vibrationen und Verzerrungen auch oberhalb der gesetzlich zulässigen Zimmerlautstärke nicht zu vernehmen. Selbst bei geringer Lautstärke entwickelt das Philips Dock ein akustisches Volumen. Auch niedrige Töne werden tief und klar empfunden. Die akustischen Anforderungen erfüllt das Fidelio DS 8550 somit mühelos. Nicht nur Durchschnittsohren dürften angenehm überrascht sein, welch satter und voller Klang dank Bassreflexbauweise aus dem Fidelio strömt.
Der 42,1 x 15,8 x 13,9 cm große Klangkörper wiegt knapp über zwei Kilo: 2,3 kg um genau zu sein. Gerade mal so schwer, dass man den DS 8550 noch überall hin mitnehmen kann, wo er garantiert für „good vibrations“ auf der spontanen Outdour-Party sorgt. Dank Griffmulde an der Rückseite und integriertem Akku taugt er so als „Ghettoblaster der Neuzeit“. Wie voll oder leer der Akku ist, zeigt der Blick auf die LED-Anzeige am Fuß der fidelen Dockingvorrichtung: Ist der Akku nahezu leer, leuchtet das LED-Birnchen des Power-Button rot. Bei halb voll erstrahlt es gelb. Und wer grün sieht, kann mit gut 5 Stunden Betriebszeit rechnen. So lange beschallt der Fidelio die Pergola in der Sommerfrische, bevor zur Kabeltrommel gegriffen werden muss. Vorausgesetzt, man hat zuhause nicht den mitgelieferten Netzadapter liegen lassen.
Dank Bluetooth-Modul kann das jeweilige Apple-Gadget sogar in der Hosentasche stecken bleiben. Es sei denn, man bewegt sich außerhalb des Umkreises von 10 Metern. In diesem Radius klappt die störungsfreie Sound-Übertragung problemlos, auch aus dem Liegestuhl. Steckt der Apple-Player in der DS Docking-Station funktioniert die Steuerung per mitgelieferter Fernbedienung. Die Remote erinnert in ihrem schlichten Design und der Chromumrandung an das iPhone 3. Öffnet man auf dem Apple-Player die Playlist, kann der Musikliebhaber durch sein Musikarchiv stöbern und die Wiedergabe steuern. Im Test gab es nach anfänglichen Startschwierigkeiten keine nennenswerten Funktionseinschränkungen.
Leider unterstützte das gelieferte DS 8550 Soundsystem die Philips eigene iPhone-App aus dem App-Store nicht immer auf Anhieb. Manchmal teilten iPhone oder iPad mit, dass Fidelio nicht mit der gleichnamigen App kompatibel sei. Man kennt dieses Apple-Phänomen! Wenn’s mal ging, dann ließen sich voreingestellte Equalizer-Profile ebenso nutzen wie die Weckfunktion von „Fidelio+“, die bereits im Produkttest des DS 1100 vorgestellt wurde.
Die Philips Fidelio DS 8550 Docking-Station bietet einen Superklang und einfachen Bedienungskomfort per Remote. Bequem von der Couch lassen sich im Wiedergabemodus neue Musiktitel und Wiedergabelisten wählen, die Lautstärke regeln etc. – und endlich, iPad, iPhone und die anderen Apple-Sisters haben nun einen Stammplatz im aufgeräumten Zuhause gefunden und verschwinden nicht mehr ständig zwischen den Sofakissen oder unter dem Couchtisch. Leider unterstützt das Fidelio DS 8550 die Philips eigene App nicht reibunglos. iPhone 4 noch iPad konnten bei unserem Anwendertest nicht ohne Fummelei mit dem DS 8550 in Verbindung treten. Insgesamt jedoch hinterlässt das DS 8550 einen soliden Eindruck. Die gute Verarbeitung und tollen Klangeigenschaften haben jedoch ihren Preis: 269,90 Euro sind auf den Ladentisch zu legen, bevor es zusammen nach Hause geht.
Wer nicht ganz so viel Budget hat, dem legen wir das Fidelio DS 1100 für 68,90 Euro ans Herz. Mit seinem schicken 360°-Design und seiner klassischen Digitalanzeige sieht es nicht nur gut aus, sondern eignet es sich prima als Nachtlicht und Wecker. Es harmoniert obendrein prima mit „Fidelio+“ – besitzt aber keine Fernbedienung.


















