Produkttest: Canon PowerShot SX 230 HS

von dirk-haase

· 8 min Lesezeit

Produkttest: Canon PowerShot SX 230 HS

SuperZoom-Kamera mit Standortermittlung
Nachdem die FujiFilm Real 3D im 2D-Bereich eher eine Enttäuschung war, fiel meine Wahl auf die Canon PowerShot SX 230 HS. Mit dieser Kamera hat Canon es endlich geschafft einen GPS-Empfänger in eine Kompaktkamera zu packen. Viel wichtiger ist allerdings die Bildqualität und da scheint ein richtig guter Wurf gelungen zu sein. Weitere hervorstechende Merkmale sind der verfügbare Weitwinkel und der große Zoombereich. Nun zum Erfahrungsbericht…
Kaufgründe: Weitwinkel, Display, Zoom und GPS
Meine bisherige Kamera geht in ihr fünftes Jahr und hat mir bereits sehr gute Dienste geleistet, aber die Canon PowerShot SX230 HS kann vieles besser, also wurde es Zeit für einen Umstieg. Im folgenden einige technischen Daten, welche mich zum Wechsel bewogen haben, eine ausführliche Übersicht gibt es direkt bei Canon auf der Produktseite bzw. im Datenblatt der Kamera im Webshop von Cyberport.

Der erste Punkt ist der verfügbare Weitwinkel mit 28mm (auf das analoge Kleinbildformat umgerechnet), so dass auf dem Foto ein ganzes Stück mehr vom Motiv zu sehen ist. Ebenso der 14-fach Zoom, welcher von einem guten Bildstabilisator unterstützt wird – zu sehen in der zweiten Fotoreihe. Dort wurden einige Testaufnahmen frei Hand gemacht, mit einem Stativ lässt sich die Qualität bei vollem Zoom sicher noch etwas verbessern. Das gesamte 16:9-Display, das Format in dem ich meistens fotografiere, wird nun für die Darstellung genutzt wird, ohne störende schwarze Balken. Mit denen müssen aber nun jene leben, die in anderen Formaten fotografieren. Der integrierte GPS-Empfänger war ein weiterer Kaufgrund, auch wenn dieser verbesserungswürdig ist.

Für jene, welche gerne das Beste aus ihren Fotos holen wollen, stehen umfangreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wer es gerne etwas einfacher hat, kann den Automatik-Modus nutzen oder eines der vielen Motiv- und Effektprogramme. Die 12 Megapixel waren dagegen für die Kaufentscheidung nicht so wichtig, im Nachhinein sind sie aber gut zu gebrauchen um zusätzlich zum vorhandenen Zoom durch Zu-/Ausschneiden weiter in ein Foto hineinzuzoomen, denn selbst bei 1:1-Darstellung sehen die Aufnahmen noch gut aus.

Seitenansicht
Vorderseite
Rückseite
Boxinhalt
Boxinhalt
Canon PowerShot SX 230 HS – Ansichten“

Lieferumfang
Neben der Kamera selber finden sich ein Akku (NB-5L) mit passendem Ladegerät (geeignet für 100-240V Eingangsspannung), ein Handbuch, zwei CDs mit Software (Mac/Windows) und die Handbücher, eine Handschlaufe, ein Kabel für die USB-Verbindung zwischen Kamera und Rechner und eines für die Audio-/Videoausgabe an ein TV-Gerät per Chich in der Box. Ein HDMI-Kabel muss dagegen extra erworben werden. Verzichtet hat Canon ebenfalls auf eine zusätzliche Speicherkarte.

Erster Eindruck
Ich habe mich für das schwarz/silberne Modell entschieden – blau und pink sind ebenfalls verfügbar. Vom Gefühl her würde ich auf ein, zumindest teilweise metallisches Gehäuse tippen, es ist aber wohl doch komplett aus Plastik. Auf der schwarzen Beschichtung der Vorderseite sind teilweise die Fingerabdrücke leider recht gut zu sehen, was den hochwertigen Eindruck etwas dämpft. Ebenfalls negativ fällt die nur an einem kleinen Plastikstück befestigte Abdeckung für den USB- und HDMI-Anschluss auf. Canon hat es auch bei dieser Kamera nicht geschafft das Stativgewinde an der Unterseite mittig unter dem Objektiv anzuordnen, was Panoramaaufnahmen unnötig erschwert.

Beim Erstkontakt mit der Kamera merkt man, dass das kleine Gehäuse doch einiges an Innenleben zu bieten hat, denn mit 225 Gramm fühlt sie sich schwerer an als erwartet. Das Gehäuse ist gut verarbeitet, nichts klappert und alles passt so zusammen wie es sein soll. Nicht verwundern darf, das der Blitz bei jedem Einschalten aufgeklappt wird, dies lässt sich leider immer noch nicht in den Einstellungen deaktivieren. Es reicht allerdings schon einen Finger während des Einschaltens auf den Blitz zu legen um das ausklappen zu verhindern. Was wiederum den Nachteil hat, das im Fall des Falles nicht geblitzt werden kann. Der Blitz lässt sich zwar manuell „herausfummeln“, ich empfehle aber die Kamera aus- und wieder einzuschalten um Beschädigungen an der Mechanik zu vermeiden.

Bildqualität

Aufnahme mit 28mm-Weitwinkel
Aufnahme mit 14-fach Zoom – frei Hand
Bildausschnitt 1:1 vom 14-fach Zoom
Effekt – Miniatureffekt
Effekt – Miniatureffekt
Canon PowerShot SX 230 HS – Bildbeispiele“

Bedienung
An der Oberseite befindet sich neben dem Lautsprecher und der GPS-Antenne nur noch der Zoom-Regler und der Auslöseknopf, alle anderen Elemente wurden auf die Rückseite verlagert. Neben dem großen 16:9-Display gibt es dort nur noch wenig Platz für die restlichen Bedienelemente. In Kombination mit dem schmalen Gehäuse und dem entfallenen „Griff“ (Batteriefach) lässt sich die SX230 im Vergleich zur A710 nicht mehr mit nur einer Hand bedienen. Selbst wenn man die Kamera mit einer Hand hält und mit der zweiten bedient, kann es immer noch vorkommen, das beim drehen am Modus-Wahlrad einer der rund herum angeordneten Knöpfe gedrückt wird. Ich hoffe, dass ich mich nach einiger Zeit daran anpasse und so das versehentliche Drücken vermeide.

Das Modus-Wahlrad war bei der A710 waagerecht angeordnet und lies sich für meinen Geschmack dadurch leichter drehen, dafür sieht man bei der senkrechten Anordnung der SX230 direkt welches Programm gewählt wird. Für die Videoaufnahme gibt es einen Extraknopf, so dass nicht erst per Wahlrad in den Video-Modus gewechselt werden muss. Videos können in FullHD und mit Stereo-Ton aufgenommen werden, auf eine 16GB-Karte passen circa 60 Minuten Film. Das zweite, untere Wahlrad ist nicht beschriftet was die Bedienung anfangs erschwert. Die Belegung wird beim Umschalten des Modus zwar eingeblendet, allerdings zu kurz für meinen Geschmack. Zu finden sind dort der Selbstauslöser, die Belichtungskorrektur, die Makroeinstellungen und die Blitzeinstellungen.

GPS-Funktion
Etwas versteckt in den Einstellungen kann die GPS-Funktion aktiviert werden. Diese dient dazu in den EXIF-Daten der Fotos den jeweiligen Aufnahmeort zu speichern. Das Problem ist hier allerdings, dass die Kamera nach dem Einschalten circa 2-3 Minuten benötigt um den korrekten Standort zu ermitteln. Unverständlich warum Canon nicht einen der schnelleren Empfänger, welche in Smartphones genutzt werden, verbaut hat. Genügend Zeit sich damit zu beschäftigen hatten sie schließlich. Abhilfe schafft die Aktivierung des Log-Modus – damit wird wie bei einem GPS-Logger die zurückgelegte Strecke aufgezeichnet und diese kann anschließend im Map Utility betrachtet werden. Durch das dauerhaft aktivierte GPS wird der Akku sicherlich schneller entleert als im Modus ohne Log-Funktion, allerdings konnte ich die in einigen Kritiken geäußerte Meinung, dass der Akkus enorm schnell leer ist, nicht nachvollziehen. Der Akku in meiner SX230 hält bereits acht Stunden und es sind noch zwei von drei Balken zu sehen. Zu diesem Thema, wird es aber einen weiteren, ausführlichen Artikel geben. Eine weitere nützliche Funktion ist das automatische Stellen der internen Uhr anhand der GPS-Zeit und der eingestellten Zeitzone.

Menüsteuerung
Das Menü ist Canon-typisch – Besitzer welche bereits eine Canon-Kamera hatten, kommen damit problemlos zurecht. Umsteiger von einem anderen Kamerahersteller müssen sich aber eingewöhnen. Über die Funktion/Set-Taste erreicht man die für den gewählten Modus gültigen Einstellungen (Auflösung, ISO, Kompression…), über die Menü-Taste die allgemein gültigen Einstellungen (GPS, Audio-Einstellungen…). Es ist auf jeden Fall zu empfehlen mit den Modi und Einstellungen etwas zu spielen um die Auswirkungen direkt zu erleben. So habe ich zum Beispiel das Gitternetz aktiviert – Aufnahmen erfolgen dadurch möglichst gerade. Ebenso habe ich die Töne ausgeschaltet um meine und die Nerven anderer zu schonen. Neben den „üblichen“ Modi: Automatikmodus, Programmautomatik (einige Einstellungen änderbar) und Manuell (alle Parameter individuell einstellbar) gibt es jede Menge Motivprogramme, bspw. Landschaft, Portrait, Tiere und ganz spezielle wie Fischaugeneffekt, Miniatureffekt und Spielzeugkamera um nur einige zu nennen.

Software
Sehr lobenswert ist, dass Canon inzwischen alle für Windows erhältlichen Programme auch für Mac OS X anbietet. Werden diese komplett installiert, benötigt dies unter Windows ca. 470 MB bzw. unter Mac OS X ca. 530 MB. Ein weiterer kleiner Unterschied ist, dass unter Windows ein Neustart notwenig ist unter Mac OS X dagegen muss man sich zwingend als Administrator anmelden. Warum gibt es nicht wie bei anderen Installationen auch, einfach eine Abfrage von Namen und Passwort für den Administrator?

Auswahl bei der Installation
installierte Programme
CameraWindow
ImageBrowser
ImageBrowser
Canon PowerShot SX 230 HS – Software“

Die beiliegende CD (Programme sind nicht als Download erhältlich) enthält die Programme: ZoomBrowser EX – zum Verwalten und Drucken von Bildern, CameraWindow – zum Übertragen der Fotos und Videos auf den Rechner und verschiedenste Einstellungen, Map Utility – zum Übertragen der GPS-Log-Dateien und Anzeige der Aufnahmeposition auf einer Karte, Movie Uploader für YouTube und PhotoStitch – um Panoramaaufnahmen aus mehreren Fotos zu erstellen.

Natürlich kann man auch komplett auf die Canon-Programme verzichten und seine bisher verwendeten Lieblingsanwendungen weiter nutzen. Unter Windows zum Beispiel XnView für die Bildverwaltung und GeoSetter für die Anzeige der Aufnahmeposition auf einer Karte. Unter Mac OS X kann deren Aufgabe von iPhoto übernommen werden und Panoramas lassen sich wunderbar mit dem entsprechenden Assistenten von Photoshop Elements zusammensetzen, welches im Selbstversuch ein wesentlich besseres Ergebnis lieferte. Die GPS-Log-Dateien werden auf der SD-Karte gespeichert und können direkt von dort kopiert werden.

Vergleich: PowerShot A710 IS und SX230 HS
Für all jene die bisher, so wie ich eine etwas ältere Kamera in Betrieb hatten, folgend ein paar Bilder zum Vergleich zwischen der PowerShot A710 IS von 2007 und der aktuellen SX230 HS. Dazwischen liegen vier Jahre Entwicklung und trotz der höheren Leistungsfähigkeit ist die SX230 HS ein ganzes Stück kleiner geworden. Im letzten Bild sieht man den Vergleich zwischen dem maximalen Weitwinkel der beiden Kameras.

Canon PowerShot SX 230 HS – Vergleich“

Fazit
Wenn ich die Canon PowerShot SX 230 HS nicht schon gekauft hätte, würde ich sie mir kaufen. ;-) Warum nicht Panasonic, die mit den TZ-Modellen ähnliches schon vor über einem Jahr auf dem Markt hatten? Zum einen kam ich mit dem Menü der Panasonic nicht klar und zum anderen war ich mit den bisherigen Canon-Kameras immer zufrieden. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Der langsame GPS-Empfänger stört den guten Gesamteindruck, wer darauf verzichten kann, greift zur SX 220 und investiert das gesparte Geld in eine Speicherkarte, Tasche oder einen zusätzlichen Akku. Allerdings erst nach einem Preisvergleich, denn bei den aktuellen Preisen ist die Canon PowerShot SX 230 HS sogar preisgünstiger. Menschen mit großen Händen sollten die Kamera vor dem Kauf in selbige nehmen um zu sehen ob sie nicht doch ein Stück zu klein ist.

Awards

  • Tipa 2011 – Beste Superzoom Kamera
  • foto Magazin – sehr gut (06/2011)
  • Foto Hits – Bildqualität Exzellent (05/2011)
  • Thumbnail Beitrag Samsung Galaxy S25 FE

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