Produkttest: Apple Magic Mouse
Produkttest: Apple Magic Mouse
Magisches kleines Ding
Normalerweise beginnen unsere Tests ja immer mit einem kleinen Unboxing-Artikel. Im Falle der Magic Mouse aus dem Hause Apple ist das so eine Sache. Denn so richtig viel auspacken lässt sich hier nicht. In der minimalistischen Plastik-Kiste ist nämlich nicht viel mehr verborgen, als die Magic Mouse und der obligatorisch auf Gotteslob-Papier gedruckte Beipackzettel von Apple. Wofür auch? Schließlich ist die Maus ein relativ simpel gestaltetes Ding, die Batterien sind schon eingelegt und im Prinzip kann es direkt losgehen…
Magic Connection
Kabellose Mäuse sind ein alter Hut. Und auch Bluetooth-Mäuse sind schon eine Weile am Markt. In Sachen Verbindung zum Computer findet sich also nichts magisches an Apples neuem Nager. Die Verbindung zum Mac funktioniert tadellos und ist schnell eingerichtet. Codes oder andere Dinge muss man nicht eingeben, in ein paar Sekunden war die Maus mit meinem MacBook Pro gepaart. Ab diesem Moment ist die Magic Mouse quasi mit dem einen Computer gekoppelt und funktioniert jedes Mal beim hochfahren des Rechners so, als würde ein Kabel an dem kleinen weißen Teil hängen. Ebenso verhält es sich mit dem Aufwecken aus dem Ruhezustand. Das funktioniert natürlich problemlos, mit einem Klick bekommt der Computer auch via Bluetooth ein Wecksignal. Prima!
Look…
Von einer Apple-Maus erwartet man großartiges Design. Und schaut man sich die Magic Mouse einmal im Profil an, kann man eigentlich zufrieden sein. Wohlgeformt, flach und aus einem stylishen Materialmix. Eben wie wir es von Apple gewohnt sind. Während die Unterseite aus Aluminium ist, erstrahlt die Oberseite ganz in weiß mit einer Plexiglasschicht darüber. Auf Grund fehlender Einkerbungen, Tasten oder Scroll-Gerätschafen auf der Oberseite hält ein Nicht-Kennender das Gerät vermutlich auf Anhieb nicht mal für eine Maus.
…and feel
Eigentlich kann so eine flache Maus ja nur ein Handschmeichler sein. Die Magic Mouse muss einfach gut in der Hand liegen. Tut sie auch, vorausgesetzt man hat keine zu großen Hände. Die neue Apple Maus ist dafür nämlich etwas zu klein geraten. Ich kann die Maus im Prinzip unter meinen Händen verschwinden lassen. Das wäre ja auch kein Problem, wenn ich denn vernünftig klicken könnte. Aber: Meine Finger ragen beim normalen, flachen Auflegen meiner Hand auf die Maus darüber hinaus. Für den Bedienkomfort ist das gar nicht gut: Ich muss die Finger anziehen und anwinkeln, um vernünftig mit meinen Fingerspitzen zu klicken. Und genau hier ist das Problem: Für meine große Hand ist das Klicken mit der Magic Mouse vergleichsweise anstrengend, auch wenn einem das Ganze nach ein paar Minuten Eingewöhnungszeit schon nicht mehr so spanisch vorkommt. Bei kleineren Händen sieht die Sache schon ganz anders aus, hier liegt die Magic Mouse nahezu perfekt unter der Hand und fühlt sich mit Sicherheit besser an.
It’s magic
Doch die Magie verbirgt sich nicht nur hinter dem flachen Design. Das magische an der neuen Apple-Peripherie ist natürlich die Multitouch-Oberfläche, die vor allen Dingen für horizontales und vertikales Scrollen genutzt werden kann. Und das ist einfach spitze! Das Scrollen überall auf der Maus gibt insbesondere dem Surfen ein ganz neues Gefühl. Sogar ein Nachlauf ist im Treiber der Magic Mouse einstellbar, so dass sich das Bedienen des Macs anfühlt wie das Fingerflippen über ein iPhone-Display. Aber Multitouch bedeutet noch mehr: Via Fingerwisch mit zwei Fingern nach links oder rechts kann man die Vor- und Zurück-Funktionen des Browsers betätigen. Auch hier stößt meine große rechte Hand an ihre motorische Grenze. Vielleicht braucht das Feature auch ein Bisschen mehr Eingewöhnung. Viel mehr Funktionen bietet die sensitive Oberfläche der Magic Mouse noch nicht. Das ist eigentlich schade, hinter einer Multitouch-Oberfläche steckt eigentlich noch erheblich mehr Potenzial. Immerhin lässt sich noch positiv anmerken, dass die Magic Mouse absolut präzise abtastet und sich in der Genauigkeit keinerlei Schnitzer leistet. Und auch in Sachen Stromhunger sammelt die Magic Mouse Punkte: Nach einigen Tagen Benutzung hat der Nager nur rund zehn Prozent der Batterieladung gefressen.
Fazit
Wider Erwarten bedeutet die Magic Mouse keine Revolution auf dem Peripherie-Markt. Dafür unterstützt die Touch-Oberfläche (bisher?!) zu wenig Features und die Ergonomie ist nicht für Jedermann perfekt. Doch das Scrollen via Fingerwisch über eine Kunststoff-Oberfläche ist wegweisend, funktioniert einfach großartig und macht eine Menge Freude. In Kombination mit der sehr guten Genauigkeit und der Tatsache, dass der Nager sich kabellos via Bluetooth mit dem Rechner verbindet, ist die neue Apple Maus ihr Geld mit Sicherheit wert. Ich empfehle aber in jedem Fall, das Gerät zum Beispiel in einem der (neuen) Cyberport-Stores mal in die Hand zu nehmen, bevor man die 69 Euro über die Ladentheke schiebt.
Die Magic-Mouse-Treiber muss man sich übrigens per Software-Update laden, sonst zeigen die Sonderfeatures der Touch-Oberfläche keine Funktion. Auch für Windows gibt es inzwischen Treiber, die zum Beispiel bei den Kollegen von engadget zu bekommen sind.









