Produkttest: Apple LED Cinema Display
Produkttest: Apple LED Cinema Display
MacBook Pro sucht Anschluss
Ab und zu darf man sich doch wohl etwas Luxus gönnen, oder? Genau das habe ich getan und meinen alten Samsung Monitor gegen das 24-Zoll LED Cinema Display aus dem Hause Apple ausgetauscht. Nicht um einen Zugewinn an Größe oder Auflösung zu erlangen – auch der alte Monitor war ein 24-Zoll-Gerät – sondern einfach der Qualität und des Komforts halber. Denn wie sich schon nach ein paar Tagen herausgestellt hat, ist das Apple LED Cinema Display die perfekte Ergänzung zu meinem MacBook Pro. Eigentlich war mir das gute Stück immer zu teuer, doch als ich das 24 Zoll LED Cinema Display in einem Forum als gutes Gebrauchtes entdeckt hatte, wurde ich schwach und bin nach einigem Handeln nun stolzer Besitzer eines solchen Geräts.
Die aufgerufenen 739 Euro (aktueller Cyberport Webshop-Preis) für einen neuen Apple-Bildschirm sind ein stolzer Preis, die es erst einmal zu rechtfertigen gilt. Auf der Haben Seite des Geräts stehen vor allen Dingen das Apple-typische Alu-Glas-Design mit einem iMac-Fuß und einem schwarzen Rand ums Display: So kann man sich selbst in Kombination mit einem MacBook Pro die perfekte Apfel-Harmonie auf dem Schreibtisch schaffen. Gesagt, getan, das Cinema Display macht sich neben dem 15-Zoll-MacBook Pro richtig gut!
Doch viel mehr zählen die inneren Werte. Während bei meinem Samsung Display ein TN-Panel verbaut war, setzt Apple bei der aktuellen Generation des Cinema Display auf ein IPS-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Die ist nicht nur wahnsinnig hell, sondern spart auch noch Strom. Durch die verwendete Technologie zeigt das Display nicht nur ein großartiges Farbspektrum, sondern ist dazu auch außergewöhnlich hell. Größter Kritikpunkt an meinem alten Bildschirm war für mich die Farbdarstellung: Seitdem ich semi-professionell fotografiere und Bilder bearbeite, hat mich der Samsung-Monitor oftmals im Stich gelassen: Hat man das Bild auf dem Monitor bearbeitet und dann ausgedruckt oder auf das Display des MacBook Pro geschoben, war das Ergebnis meist ernüchternd: Das Ergebnis der Bearbeitung sah in Natura oft ganz anders aus, als es der Samsung hat vermuten lassen. Zum Zocken oder Filme schauen hat der Samsung aus dem Niedrigpreissegment stets gute Dienste geleistet, auch wenn das Erlebnis mit dem Apple-Display ein völlig anderes ist. Satte Farben, ein toller Schwarzwert und die großartige Helligkeit machen einfach Freude.
„They’re just made for each other“
Das behauptet Apple zu Promo-Zwecken über die MacBook Pro – LED Cinema Display-Kombination. Betrachtet man das dreigeteilte Anschlusskabel am Cinema Display, kann man den Jungs aus Cupertino nur recht geben: Mit dem integrierten MagSafe-Ladekabel, dem Mini-Display-Port-Anschluss und einem USB-Anschluss in Kombination mit drei Anschlüssen am Bildschirm selbst sind die beiden Geräte ein echtes Traumduo. Der Apple-Bildschirm fungiert quasi als Docking-Station für alle MacBooks oder Desktop-Macs mit Mini-Displayport-Anschluss. Das macht die lästige Verkabelung aller Geräte mit dem Notebook als Desktop-Ersatz um einiges einfacher. Doch einen kleinen Wehmutstropfen gibt es: Die Farbgestaltung der beiden Displays weicht ein wenig voneinander ab: Während mein MacBook Pro ein recht kaltes, leicht blaustichiges Bild zeigt, ist das Bild des Cinema Display etwas wärmer, es zeigt ein eher rot- und gelblastiges Bild. Dieser Effekt ist natürlich minimal und ich möchte das Cinema Display auf meinem Schreibtisch nicht mehr missen.
Was sich zwar auf den ersten Blick als Vorteil erweist, ist auf den zweiten aber auch ein eindeutiger Nachteil: Die ausschließliche Verwendung des Mini-Display-Ports als Übertragungsweg für Bildsignale schränkt das Einsatzgebiet des Cinema Displays etwas ein: Sollte der Mini-Display-Port irgendwann aussterben, ist das Cinema Display mit modernen Geräten nicht zu gebrauchen. Warum öffnet sich Apple hier nicht weiteren Standards und versieht Geräte wie das LED Cinema Display mit einem HDMI-Port? Die wirklich großartig klingenden, integrierten 2.1-Lautsprecher würden das Gerät prima als Fernsehersatz da stehen lassen. Doch das ist eben typisch Apple. Wenn man in Cupertino ein Display für MacBook und Co. herstellt, dann will man eben nur, dass es auch so verwendet wird.
Cool ist übrigens, dass ganz iMac-like am oberen Bildschirmrand eine iSight-Webcam verbaut samt Mikrofon verbaut ist, die Skype oder iChat mit Video aus der richtigen Perspektive versorgt.
Fazit
So eingeschränkt der Nutzungsbereich des 24 Zoll LED Cinema Displays auch ist, so viel Freude macht der Bildschirm in der richtigen Umgebung. Die Kombination MacBook Pro – Apple LED Cinema Display ist ebenso großartig wie das Design des Screens. Ob der satte Preis von knapp 750 Euro gerechtfertigt ist, muss wohl jeder selbst entscheiden: Dafür bekommt man aber ein großartiges, farbenfrohes Bild, tolle integrierte Lautsprecher, die integierte iSight, ein zusätzliches Ladegerät für sein MacBook Pro und eine „fast-Dockingstation“ für den Schreibtisch. Wer indes keine professionellen Ansprüche hat, sollte ernsthaft überlegen, sich nicht einen günstigen 24-Zöller eines anderen Herstellers für rund 200 Euro anzuschauen. Für die Differenz bekommt man schließlich fast noch einen neuen Rechner dazu.










