Produkttest: Apple LED Cinema Display 27 Zoll
Produkttest: Apple LED Cinema Display 27 Zoll
Das neue Dream-Team
Kommen wir gleich zur Sache oder zum Stein des Anstoßes. Erst kürzlich testete ich für das CyberBloc das neue MacBook Air. Mein Testfazit war durchwegs positiv ausgefallen, bis auf die nicht zu leugnende Tatsache, dass die eingebaute iSight-Kamera, von Apple jetzt offiziell „FaceTime Kamera“ getauft, mit ihren 0,3 Megapixel nicht viel taugt. Ähnlich verhält es sich auch mit der iSight im neuen 27 Zoll Apple LED Cinema Display (ACD), die leider eine ziemlich bescheidene Auflösung bietet. Die Bilder wirken flau und unscharf. Bei starker Lichteinstrahlung findet in den Helligkeitsbereichen fast keine Zeichnung mehr statt. Die „Lichter“ wirken sehr „ausgefressen“. Das ist ein entscheidender Kritikpunkt, der mir nach dem Auspacken des neuen LED-Displays sofort ins Auge sticht. Doch das neue Apple Cinema Display bietet neben Kritik, auch viele Punkte des Lobes.
Zusammenspiel: MacBook und Display – Teil I
Ebenfalls erwähnenswert ist das Fehlen eines „Power On/OFF-Button“ am Apple Cinema Display. Mit anderen Worten: Der Monitor schaltet sich nur aus, sobald das über den MagSafe und MiniDisplayPort angeschlossene MacBook in den Standby geht oder ausgeschaltet wird. Der gewohnte Griff zum Ausschalter entfällt künftig. Im Grunde genommen ist das sehr praktisch, denn der Benutzer muss nur den Deckel des Notebooks schließen und schon ist die Stromzufuhr zum Monitor unterbrochen. Was mich immer wieder begeistert, ist die unkomplizierte Inbetriebnahme bzw. Verknüpfung zweier Apple Produkte, wie in diesem Bespiel zwischen dem 13,3-Zoll-MacBook Air und dem 27-Zöller. Steckt man den Netzstecker des Monitors in die heimische Steckdose und verbindet man den MagSafe und MiniDisplayPort mit dem Air, schon schaltet sich der Monitor ein und lässt sich über die Systemeinstellungen des MacBook konfigurieren bzw. kalibrieren. Mit dem MagSafe wird der Akku des MacBook bei Bedarf auch gleichzeitig aufgeladen. Die Helligkeit des IPS-Panels passt sich auf Wunsch automatisch an die sich ändernden Lichtverhältnisse im Raum an.
Bildqualität
Aus dem Karton heraus liefert das Display mit seiner Auflösung von 2560 x 1440 Pixel schon ein brillantes Bild. Die Reaktionszeit beträgt nur 12 Millisekunden. Und wie die zuvor besprochenen Monitore von Dell (Ultrasharp U2711) und NEC (Multisync PA271W) ermöglicht es einen maximalen Betrachtungswinkel von 178 Grad. Im direkten Vergleich zu den beiden anderen Displays irritiert zunächst aber der Glossy-Effekt des Apple-Monitors. Reflektierende Lichtquellen bzw. Reflexionen im Rücken des Betrachters können durchaus als störend empfunden werden.
Integriertes Soundsystem
Über den Mini DisplayPort wird auch der Ton an die Stereo-Lautsprecher des Apple Cinema Display übertragen. Der Sound ist um Welten besser, als der anderer Bordlautsprecher. Kein Scheppern ist im Normalbetrieb zu vernehmen. Kein Vergleich zum eher flachen Sound eines TuneBugs (siehe Testbericht jüngst)! Die Musik aus dem 49 Watt Cinema Display Soundsystem klingt dank integriertem Subwoofer satt und sehr ausgewogen. Zum Musikhören nebenher beim Arbeiten ist das mehr als ausreichend. Selbst beim Sykpe-Telefonat liefern die integrierten Boxen an der Unterseite des Bildschirms ein klaren, sonoren Ton, der mir persönlich gut gefiel. Das über der FaceTime-Cam eingebaute omnidirektionale Mikrofon verrichtet eine ebenso gute Arbeit. Nichts zu meckern also!
Zusammenspiel: MacBook und Display – Teil II
Interessant ist, dass das kleine MacBook Air selbst in der Standard-Konfiguration mit 1.86 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor und 2GB RAM nicht ins Stocken gerät und den Monitor mit flüssigen Video-Inhalten beliefert. Zwar erwärmte sich das Air etwas im Schwesterbetrieb mit dem 27-Zoll-Koloss, aber nie ging dem neuesten Wurf von Apple die Luft zum Atmen aus. Die Geräuschkulisse blieb angenehm leise. Bei 53° C der CPU drehte der Lüfter des MacBook Air mit 2003 Umdrehungen pro Minute unmerklich lauter als im Solobetrieb. Wir erinnern uns vielleicht: Die Installation von ein paar Software-Updates brachte den kleinen Mac schon erheblich deutlicher zum Schnaufen. Die Abwärme des Monitors entweicht vorwiegend über die Lochbleche an der Geräteunterseite und über die geschlossene Rückseite. Nach einem halben Arbeitstag fühlte sich das Aluminium-Gehäuse schon recht warm an. Bestenfalls kann man sich daran die Hände wärmen, wenn im Büro wieder mal die Heizung ausfällt. Was an der Testkombination aus Air und ACD gelegentlich nervte, war eher die Tatsache, dass der Mauszeiger beim Hin- und Herschieben zwischen den beiden Displays hängenblieb. Das kann man sich so ähnlich vorstellen, wenn man auf dem iPhone oder iPad eine App auf dem Dashboard hin- und herschubst. Manchmal bleibt auch dort die App einfach stehen. Insgesamt verlief das Zusammenspiel zwischen dem MacBook Air und dem 27-Zoll-Cinema Display jedoch sehr harmonisch.
Anschlussvielfalt
Bleibt hinzuzufügen, dass der Mangel an USB-Anschlüssen am MacBook Air durch den integrierten USB-Hub des Monitors egalisiert wird. An der Rückseite bringt er drei USB-Ports mit. So hat der Benutzer insgesamt vier anschlussfreudige Erweiterungsmöglichkeiten. Erfreulich ist zudem, dass dank der Kabelpeitsche (USB-, MagSafe- und Mini-DisplayPort-Anschluss) der Kabelsalat auf dem Schreibtisch erträglich bleibt. Es bleibt genügend Arbeits- und Ablagefläche zum Beispiel für ein externes Trackpad oder Bluetooth Keyboard übrig, wenn das MacBook unter dem Display im geschlossenen Zustand mitarbeitet.
Fazit
Mein neues Dream-Team ist ausgemacht. Die Kombination aus schlankem MacBook Air und edlem 27-Zoll- Cinema Display erscheint mir ideal. Wer auf Dauer auf dem kleinen Bildschirm des MacBook Air den Tunnelblick bekommt, wird Apples Monitorsynchronisation begrüßen. Dann empfiehlt sich für das große LED-Widescreen-Display sogar die zusätzliche Anschaffung einer externen Tastatur und eines TrackPad. Damit kann man sich bei zusammengeklappten MacBook voll und ganz auf die Arbeitsfläche am 27-Zoll-Bildschirm konzentrieren.

Zur Bildbearbeitung und zum Begutachten von Details in großflächigen Darstellungen empfiehlt sich der LED-Monitor als lohnenswerte Anschaffung. Der Anschaffungspreis für das Air beträgt in der Standardausführung derzeit ca. 1259 Euro. Die Kosten für das 27-Zoll-LED Display liegen bei knapp 1000,- Euro (Cyberport bietet es derzeit für 989 Euro an). Wer zuhause keinen iMac stehen haben möchte und zwischendurch gerne unterwegs arbeitet, ist mit dieser Kombination aus einem kleinen, leichten Notebook und einem brillanten Flatscreen-Monitor mit 27-Zoll gut bedient. Gefallen hat mir die kinderleichte Inbetriebnahme und das problemlose Zusammenspiel beider Geräte. Zu bemängeln gilt die geringe Qualität der iSight-/FaceTime Kameras in beiden Geräten. Für ein schnelles Videotelefonat zwischendurch mag’s vielleicht geradewegs noch durchgehen, aber für mehr taugen die eingebauten Linsen nicht. Ein klares Minus dafür! Geschmacksache sind die Reflexionen am Cinema Display. Bei direktem Sonnenlicht ersetzt der Monitor den Badezimmerspiegel. Das Abdunkeln des Raumes ist dann dringend empfohlen!














